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DEUTSCHLAND: Liberales Comeback

Das Trauma von 2013 ist überwunden: Die FDP sitzt wieder im Bundestag. Von ihr wird 2018 vieles abhängen.
FDP-Chef Christian Lindner hat seiner Partei ein neues Profil verpasst. (Bild: Steffi Loos/Getty (Berlin, 17. September 2017))

FDP-Chef Christian Lindner hat seiner Partei ein neues Profil verpasst. (Bild: Steffi Loos/Getty (Berlin, 17. September 2017))

Jung, hip und ästhetisch auf der Höhe der Zeit: So präsentierte sich die FDP im deutschen Bundestagswahlkampf im September. Die in trendig-minimalistischer Ästhetik gehaltenen Plakate hätten, zumindest aus dem ­Augenwinkel heraus betrachtet, auch von einer Tech-Firma aus dem Silicon Valley stammen können. Die jungen, hippen Wähler bedankten sich bei den Liberalen für die gestalterische Abwechslung und belohnten sie mit einem Stimmenanteil von knapp 11 Prozent, der die FDP als immerhin viertstärkste Kraft zurück in den Bundestag manövrierte.

Von der Unbeschwertheit, die Wahlslogans wie «Digital first, Bedenken second» verkündeten, war zwar nach dem Ausstieg der FDP aus den Sondierungsgesprächen für eine sogenannte Jamaika-Koalition Ende Oktober nur noch wenig zu spüren. Umso mehr dafür von dem neuen Selbstbewusstsein, das der phönixhafte Aufstieg der Lind­ner-FDP vier Jahre nach ihrer verheerenden Wahlniederlage und dem unter viel Schadenfreude begleiteten Auszug aus dem Parlament bei den Liberalen geweckt hat. Parteichef Christian Lindner, auf den die FDP-Kampagne zu 100 Prozent zugeschnitten war, brachte dieses wiedererwachte Selbstbewusstsein in der offenbar über einen längeren Zeitraum durchdachten Maxime auf den Punkt: «Besser nicht regieren als falsch.»

Just diese Standhaftigkeitslosung könnte sich letztlich als Bumerang für den als Kontrollfreak geltenden Lindner erweisen. Weil nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen auch die Sondierungen um eine neue grosse Koalition nicht in die Gänge kommen, scheint das Regierungs­zepter doch nicht mehr ganz so weit von den liberalen Händen entfernt wie noch im Oktober. Zuletzt hatte das norddeutsche FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki die Wiederaufnahme der Jamaika-Gespräche ins Spiel gebracht, wogegen Lindner schnell protestiert hatte. «In dieser Wahl­periode ist Jamaika für niemanden mehr ein Thema», twitterte Lindner. Sein Parteifreund Kubicki hatte ­zuvor erklärt, die Liberalen seien «schliesslich keine Dogmatiker». Isn’t it ironic, hätte dazu vielleicht auf einem der an Anglizismen nicht armen FDP-Wahlplakate gestanden – wäre die nach aussen getragene Uneinigkeit nur aus einer anderen Partei gekommen.

Isabelle Daniel

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