Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Die EU muss in der Jerusalem-Frage Paroli bieten

Auslandkorrespondentin Susanne Knaul über die Hauptstadtfrage Israels, in welcher der US-Präsident Öl ins Feuer des Nahostkonflikts gegossen hat.
Susanne Knaul, Jerusalem

US-Präsident Donald Trump sagt: «Jeder souveräne Staat hat das Recht, selbst über den Sitz seiner Hauptstadt zu entscheiden.» Nonchalant wischt er damit mal eben einen der grössten Konfliktpunkte zwischen Israel und Palästina vom Tisch: die Frage, wem Jerusalem gehört. Die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem sorgt für viel Nervosität im Nahen Osten, der nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran eigentlich schon aufgeregt genug wäre.

Man fragt sich, was Trump als Nächstes plant. Wird er mit seinem «Jahrhundertdeal» für den Nahen Osten, den er seit Monaten ankündigt, noch weitere «Lösungen» parat halten für Probleme, die die zwei Völker seit 50 Jahren beschäftigen? Im Dezember, als Trump Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklärte, starben fast 20 Palästinenser bei Demonstrationen für ihre Stadt. Der Umzug der Botschaft läutet das nächste Blutvergiessen ein. Trump leitet damit nur Wasser auf die Mühlen der Hamas, die am morgigen Nakba-Tag die Massen am Grenzzaun im Gazastreifen mobilisieren wird.

Der Mangel an einem unparteiischen Vermittler lässt den Palästinensern bei ihrem Streben nach einem eigenen Staat nur zwei Optionen: Diplomatie oder Gewalt. Wer die Palästinenser mit ihren internationalen Anstrengungen bei der Stange und von der Gewalt abhalten will, muss Trump Kontra bieten. Dass es der EU nicht gelingt, eine Resolution zu verabschieden, welche die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, mit ihren Botschaften in Tel Aviv zu bleiben, ist ein Armutszeugnis. Die richtige Antwort auf Trumps Alleingang müsste weiter gehen: eine Anerkennung Ostjerusalems als künftige Hauptstadt der Palästinenser.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.