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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Kommentar
Rudolf Gruber, Wien

Rund die Hälfte der Österreicher ist nach 100 Tagen mit der Regierung von Sebastian Kurz zufrieden. Der Rest ist es nicht oder hat keine Meinung dazu. Freilich sagen Umfragen nach so kurzer Zeit wenig aus. Gefestigt hat sich jedoch die Befürchtung, dass die rechtskonservative Koalition ein Experiment mit ungewissem Ausgang bleibt. Nicht nur, weil es dem erst 31-jährigen Kurz – ungeachtet seines politischen Talents – schlicht an Lebenserfahrung für den Umgang mit dieser Machtfülle fehlt. Vor allem aber bleibt die rechte FPÖ ein unberechenbarer Partner.

Seit die von Altnazis gegründete Partei an der Macht beteiligt ist, scheinen manche ihrer Funktionäre jede Scheu zu verlieren, ihre NS-Sympathien samt Verhöhnung von Holocaust-­Opfern offen zu zeigen. Da ist es geradezu aberwitzig, das Innenministerium einem FPÖler anzuvertrauen, dem Kontakte zu rechtsextremen Kreisen nachgesagt werden. Damit gefährdet diese Regierung nicht nur die innere Sicherheit, sondern macht Österreich auch international lächerlich.

Kurz aber verweigert sich jeglichem Diskurs. Offensichtlich scheint er keine Skrupel zu haben, die eigene Kanzlerkarriere auf eine EU-feindliche und hetzerische Schmuddelpartei abzustützen. Das freundliche Gesicht und die höflichen Manieren stehen im krassen ­Widerspruch zu seinem ausgeprägten Machtbewusstsein. Ein «neues Regieren» hatte Kurz den Österreichern versprochen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Rudolf Gruber, Wien

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