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Liebes-Aus bei Italiens Vize-Premier Salvini

Elisa Isoardi, Ex-Model und TV-Sternchen, verlässt ihren Freund, Innenminister Matteo Salvini von der rechtsradikalen Lega. Aber vielleicht ist das nur eine Show.
Dominik Straub, Rom
Elisa Isoardi beim Filmfestival in Venedig. Bild: Ernesto Ruscio/Getty(Venedig, 29. August 2018)

Elisa Isoardi beim Filmfestival in Venedig. Bild: Ernesto Ruscio/Getty(Venedig, 29. August 2018)

Um ihrem Schatz – oder vielmehr Ex-Schatz – das Ende der Liebe zu kommunizieren, zitierte die 35-jährige Elisa Isoardi den italienischen Schlagersänger und Instagram-Poeten Gio Evan, der eigentlich Giovanni Giancaspro heisst: «Mir fehlt nicht, was wir uns gegeben haben, sondern das, was wir uns noch hätten geben sollen.» Und wie es heute zunehmend üblich ist, erfolgte der Laufpass Isoardis für den Innenminister nicht mündlich oder per Brief, sondern auf Instagram. Versehen mit einem Foto, auf dem das Ex-Liebespaar im Bett zu sehen ist: Salvini schläft mit nacktem Oberkörper angekuschelt an Isoardi, die ihrerseits in die Selfie-Kamera lächelt.

Isoardi und Salvini hatten sich vor knapp drei Jahren in einer TV-Talkshow kennen gelernt, die von der ehemaligen Miss Aosta mitmoderiert wurde. Es war Liebe auf den ersten Blick: Kurz nach der Sendung verkündeten die beiden, ein Paar zu sein. Salvini war damals erst Lega-Chef und noch nicht Innenminister. «Man muss ihn ja nur ansehen, um zu verstehen, warum ich mich in ihn verliebt habe», erklärte Isoardi einmal gegenüber einem Klatschmagazin – wissend, dass sie nicht das einzige weibliche Wesen in Italien ist, das beim Anblick der dunklen Augen des massigen Bartträgers Salvini weiche Knie bekommt. Bei einer anderen Gelegenheit verkündete das Ex-Model mit den grünen Augen, dass sie ihrem Geliebten auch die Hemden bügle.

Das Liebespaar hat die ganze Nation über die sozialen Medien an seinem Glück – und auch an seinen zwischenzeitlichen Krisen – teilhaben lassen. Und so dauerte es am Montag auch nicht lange, bis Salvini, der sich gerade in Afrika befand, das Beziehungsende auf seiner Facebook-Seite kommentierte. «Ich habe geliebt, ich habe vergeben, ich habe sicher auch Fehler gemacht, aber ich habe bis zum Ende daran geglaubt. Schade, offenbar hat jemand andere Prioritäten.» Aus dem Umfeld der Lega hiess es, dass Salvini nicht nur über das Ende der Beziehung, sondern auch über das von seiner Ex gepostete Foto unglücklich gewesen sei.

Tja, das Foto. Es sei das erste Mal in der Geschichte Italiens, dass ein Innenminister nackt im Bett mit seiner Geliebten zu sehen sei, ereiferten sich die seriösen Zeitungen – der «Corriere della Sera», «La Stampa» und «La Repubblica» – einhellig. Unter Staatsgründer Alcide De Gasperi wäre so etwas noch undenkbar gewesen – aber mit der populistischen Regierung und im Zeitalter der sozialen Medien würden sich «das Politische und das Private eben noch viel mehr vermischen», schrieb die «Repubblica» bedauernd.

Aber wer weiss: Vielleicht ist die Trennung von Isoardi und Salvini auch nur inszeniert und die ganze Aufregung umsonst. Denn im Moment sind die regierenden Populisten daran, die Führungspositionen des staatlichen Senders RAI unter sich aufzuteilen – und Salvini möchte als neuen Chef von RAI Uno, dem wichtigsten Programm, gerne Casimiro Lieto installieren, der bisher eine von Isoardi moderierte Koch-Talentshow geleitet hatte. Das sieht ein wenig nach Vetternwirtschaft aus, und um diesen Eindruck zu vermeiden, wäre eine zwischenzeitliche Trennung Isoardis von Vizepremier Salvini hilfreich. «Wird nach der Beförderung Lietos die Liebe zurückkehren? Wir werden es bei der nächsten Folge der Regierungs-Seifenoper wissen», orakelte «La Stampa».

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