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USA: Angebliche russische Spionin vor Gericht

Eine vermeintliche russische Agentin ist aufgeflogen: Die 29-jährige Maria Butina versuchte in den vergangenen Jahren, konservative Organisationen zu unterwandern.
Renzo Ruf, Washington
Die angeklagte Maria Butina. Bild: EPA (Washington, 21. April 2013)

Die angeklagte Maria Butina. Bild: EPA (Washington, 21. April 2013)

Natürlich wunderten sich Maria Butinas Kommilitonen an der American University in Washington ab und zu, warum die junge Russin unbedingt noch einen dritten Universitätsabschluss erwerben wollte – und warum sie sich einen Lehrgang zusammengestellt hatte, der sich aus Einstiegskursen zusammensetzte. Einige Studenten hätten ab und zu darüber spekuliert, ob die 29-Jährige aus Sibirien sich wohl auf der Lohnliste des Kremls befinde. Sie sei eine grosse Persönlichkeit gewesen, sagte eine ehemalige Mitstudentin einer lokalen Fernsehstation, und habe viel Zeit damit verbracht, neue Kontakte zu knüpfen.

Nun sagen die amerikanischen Ermittlungsbehörden: Der Verdacht traf zu. Butina sei in den vergangenen drei Jahren als Agentin des russischen Staates tätig gewesen – und weil sie dieses Auftragsverhältnis nicht wie vorgeschrieben dem Justizminister deklariert habe, droht ihr nun eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren. Butina allerdings streitet diesen Vorwurf ab. Nachdem sie am Sonntag verhaftet worden war und am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Washington mit den Anklagepunkten konfrontiert wurde, plädierte sie auf «nicht schuldig». Sie befindet sich derzeit hinter Gittern, weil die zuständige Richterin zum Schluss kam, es bestehe ein Fluchtrisiko. Derweil sind die meisten Amerikaner, mit denen Butina während ihres Aufenthaltes in den USA in engem Kontakt stand, auf Tauchstation gegangen – wohl aus Scham darüber, dass ihr Privatleben plötzlich in Gerichtsakten ausgebreitet wird. So war die junge Russin mit dem republikanischen Politberater Paul Erick­son verbandelt, der aus South Dakota stammt. Der gut vernetzte 56-Jährige diente Butina dabei als Türöffner in der Hauptstadt, und angeblich waren die beiden auch privat ein Paar.

Als eigentlichen Drahtzieher in dieser Agentenposse macht das Justizministerium einen russischen Oligarchen aus. Der reiche Geschäftsmann mit guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin habe die Aktivitäten Butinas finanziert – und sie dabei unterstützt, Kontakte zu konservativen Organisationen wie der NRA (National Rifle Association) zu knüpfen. Dabei soll sie nötigenfalls auch ihren Körper eingesetzt haben, behauptet das Justizministerium. Auch sei Butina in Kontakt mit Vertretern des Wahlkampfstabes des heutigen Präsidenten Donald Trump gestanden sein.

Ebenfalls angeschuldigt wird der Putin-Vertraute Alexander Torschin, der in führender Stellung in der russischen Zentralbank arbeitet und dem Kontakte zur russischen Mafia nachgesagt werden. Torschin soll Butinas Mentor gewesen sein. Er ist für die US-Regierung ein alter Bekannter. Sein Name befindet sich seit April 2018 auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums, im Zusammenhang mit seiner Arbeit für das russische Regime. Detail am Rande: Torschin war Ehrenmitglied der NRA.

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