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Die wichtigsten Köpfe des G20-Gipfels

Ein mächtiger Einzelkämpfer, seine zwei stärksten Rivalen und ein Kronprinz, den man der Anstiftung zum Mord verdächtigt: Das sind die Hauptakteure beim G20-Gipfel in Buenos Aires.
Chinas Präsident Xi Jinping und sein amerikanischer Amtskollege Donald Trump. (Archivbild: Andrew Harnik/AP (Peking, 9. November 2017))

Chinas Präsident Xi Jinping und sein amerikanischer Amtskollege Donald Trump. (Archivbild: Andrew Harnik/AP (Peking, 9. November 2017))

US-Präsident Donald Trump.(Bild: Jim Lo Scalzo/EPA (Washington, 15. november 2018))
Chinas Präsident Xi Jinping. (Bild: Wu Hong/EPA (Peking, 15. November 2018))
Der russische Präsident Wladimir Putin. (Sergei Chirikov/Pool Photo via AP (Moskau, 24. Oktober 2018))
Der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman. (Bild: Bandar Algaloud/EPA /SAUDI ROYAL PALACE (Riad, 24. Oktober 2018))
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. (Bild: Piroschka Van de Wouw/EPA (Brüssel, 25. November 2018))
Argentiniens Präsident Mauricio Macri. (Bild: Natacha Pisarenko/AP (Buenos Aires, 27. September 2018))
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Die wichtigsten Köpfe des G20-Gipfels

(sda) Ende der Woche sitzen die mächtigsten Männer und Frauen der Welt für zwei Tage im argentinischen Buenos Aires zusammen, um über die grossen Linien der internationalen Politik zu reden. Beim G20-Gipfel der wichtigsten Wirtschaftsmächte geht es um Handelskonflikte, die Zukunft internationaler Abkommen und die Bewältigung von Krisen. Ob das Treffen ein Erfolg wird, hängt vor allem von einem ab.

Der Einzelkämpfer: US-Präsident Donald Trump (72)

Seit dem Einzug Trumps ins Weisse Haus sind die grossen Gipfeltreffen dieser Welt nicht mehr das, was sie einmal waren. Inzwischen ist nicht einmal sicher, dass es am Ende eine gemeinsame Abschlusserklärung gibt. Beim G7-Gipfel in Kanada kündigte der US-Präsident das Dokument nachträglich über Twitter auf - ein Affront. Und auch auf dem diesjährigen Nato-Gipfel in Brüssel spielte Trump das Spiel «Allein gegen Alle». In Buenos Aires wird Trump mit seinem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping zum kriselnden Welthandel dem Gipfel seinen Stempel aufzudrücken versuchen.

Seine Gegenspieler: Die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinping (65) und Wladimir Putin (66)

Xi übt sich im Handelskrieg mit den USA eher in Zurückhaltung und Geduld. Bisher hat China die US-Strafzölle auch dank guter globaler Nachfrage und einer schwächeren Währung besser überstanden als erwartet. Xi hat Trump zwar eine Liste mit Konzessionen geschickt, aber bei der Rolle der Staatsbetriebe oder der Beschaffung von Technologie wird er nicht zurückstecken. Er kann darauf setzen, dass auch die US-Wirtschaft leidet. Und anders als Trump muss sich der 65-Jährige keine Sorgen machen, ob das Volk ihn oder seine Partei wiederwählt.

Ob Trump auch Putin trifft, ist zwar noch offen, aber nicht ganz unwahrscheinlich. Mit der aktuellen Eskalation des Ukrainekonflikts gibt es ein brisantes Thema. Putin hofft zudem, dass Trump die Kündigung des wichtigen INF-Abrüstungsvertrags zurücknimmt, der landgestützte nukleare Mittelstreckenwaffen verbietet. Andererseits: Entfällt der Vertrag, hat auch Russland freie Hand bei der Rüstung. Und Langzeitpräsident Putin, im März mit 76 Prozent wiedergewählt, will die Macht seines Landes weiter ausbauen.

Der Verdächtigte: Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman (33)

Das hat es bei der G20 noch nicht gegeben: Ein Kronprinz, der offen verdächtigt wird, einen Mord in Auftrag gegeben oder zumindest davon gewusst zu haben, sitzt mit den Mächtigsten der Welt an einem Tisch. Die Affäre um die Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi wird mit der Teilnahme Salmans beim G20-Gipfel allgegenwärtig sein. Eigentlich steht nur US-Präsident Trump auf der Seite des saudischen Kronprinzen. Wegen der unklaren Rolle Salmans in dem Fall sind viele der anderen Staaten auf Distanz zu ihm gegangen. In Buenos Aires auch mit dabei: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, in dessen Land Khashoggi getötet wurde und der Salman mit seinen Ermittlungsergebnissen vor sich her treibt.

Die Aussteigerin: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (64)

Lange wurde Merkel als mächtigste Frau der Welt verehrt. Doch die Zitterpartie nach der Bundestagswahl 2017 und zwei tiefe Regierungskrisen im Sommer haben auch am internationalen Ansehen der 64-Jährigen gekratzt. Merkels Ankündigungen, sich im Dezember vom CDU-Vorsitz zurückzuziehen und nach Ende der Legislatur auch als Kanzlerin nicht erneut anzutreten, haben ihr vorerst Luft verschafft. In der Öffentlichkeit klingt Merkel derzeit oft wie befreit und so entschlossen, wie es Kritiker lange vermisst haben. Das könnten auch Gegenspieler wie US-Präsident Donald Trump zu spüren bekommen, deren Abschottungskurs Merkel scharf kritisiert.

Der Gastgeber: Argentiniens Präsident Mauricio Macri (59)

Angesicht massiver wirtschaftlicher Schwierigkeiten will Macri sein Land vor allem als verlässlichen Partner präsentieren. Wegen der hohen Inflation und einer heftigen Währungsabwertung mussten die Argentinier in diesem Jahr ausgerechnet den verhassten Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten. Das nagt am Selbstbewusstsein. Im Handelsstreit der USA mit der EU und China könnte der Gastgeber vermitteln. Macri kennt beide Seiten: Der frühere Unternehmer ist eigentlich ein strammer Marktliberaler, fährt aber wegen der angespannten Finanzlage und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der argentinischen Wirtschaft derzeit notgedrungen selbst einen protektionistischen Kurs mit hohen Import- und Export-Zöllen.

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