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Diese vier Geschichten könnten Trump noch vor den Wahlen gefährlich werden

Eine skanadalöse Einladung, ein fremdenfeindlicher Gruss an die Bahamas, ein verängstigter Spion und ein korrupter Flughafen-Deal: Dem US-Präsidenten fliegt mal wieder alles um die Ohren.
Samuel Schumacher
Die Schatten der Vergangenheit holen den US-Präsidenten mal wieder ein. (Bild: Keystone)

Die Schatten der Vergangenheit holen den US-Präsidenten mal wieder ein. (Bild: Keystone)

Auf Donald Trump, 73, wurde schon mancher Schwanengesang angestimmt. Trotzdem sitzt der 45. Präsident der USA noch immer fest im Sattel. Doch jetzt droht dem mächtigsten Mann der Welt neues Ungemach. Anfang Woche ist ihm sein nationaler Sicherheitsberater John Bolton abhandengekommen. Trump sagt, er habe ihn gefeuert. Bolton sagt, er sei freiwillig gegangen. Wer recht hat, ist eigentlich egal. Fakt ist: Trump hat seine Administration auch zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt offenkundig nicht im Griff. Er steht da ohne Sicherheitsberater, ohne UNO-Gesandten, ohne Air-Force-Chef und ohne Personalchef im Weissen Haus.

Alles gar nicht nötig, sagt Trump. Doch Umfragen zeigen, dass die Amerikaner mit seinem Regierungsstil nicht glücklich sind. Nur gerade 41 Prozent finden, er habe seinen Job im Griff. 54 Prozent sagen: Es reicht jetzt!

Das finden nebst den demokratischen Kandidaten fürs Präsidentschaftsamt auch drei Republikaner, die Trump gerne vom Thron stossen würden. Mark Sanford, ehemaliger Abgeordneter aus South Carolina, Bill Weld, Ex-Gouverneur aus Massachusettes und Joe Walsh, konservativer Radiomoderator aus Illinois, gehen für die Republikaner an den Start ins Rennen ums Weisse Haus. Ernsthafte Chancen dürften die drei allerdings nicht haben. In vier Bundesstaaten hat die Republikanische Partei bereits angekündigt, gar keine innerparteilichen Vorwahlen durchzuführen und von Beginn an auf Trump zu setzen.

«Taliban-Trump» hat simple Erklärung für die Geschichten

Es sind allerdings weniger diese aufmüpfigen Konkurrenten, die Trump zu schaffen machen, als vielmehr seine eigenen Fehltritte. Alleine in der vergangenen Woche stand der US-Präsident im Zentrum von gleich vier Skandalen, die ihm mächtig Ärger einbringen könnten.

Da war die Geschichte über den Spion, den der Geheimdienst CIA im Machtzirkel von Putin installiert hatte und der den Amerikanern während Jahren Informationen aus dem Kreml zukommen liess. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, hat die CIA den Geheimagenten vor zwei Jahren aus Russland exfiltriert – aus Angst, Trump könnte mit seinem unzimperlichen Umgang mit geheimen Informationen die Identität des Spions auffliegen lassen. Kurz vor der heiklen Aktion hatte sich Trump im Oval Office mit dem russischen Aussenminister getroffen und nachrichtendienstliche Details ausgeplaudert, was die CIA dazu veranlasst haben soll, auf Nummer sicher zu gehen.

Oder da war das ungünstige Timing für die Friedensgespräche mit den Taliban. Trump hatte Vertreter der radikalislamischen Gruppierung für Verhandlungen in die USA eingeladen – ausgerechnet in der Woche vor dem 18. Jahrestag des 11. September, an dem die Taliban mit ihren Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon die Ära des islamistischen Terrors eingeläutet hatten. Trump hat die Gespräche in letzter Minute abgeblasen. Dennoch hat ihm die Aktion den unrühmlichen Übernamen «Taliban-Trump» eingebrockt.

Viel zu reden gab auch die Geschichte über einen Flughafen in der Nähe von Trumps schottischem Golf-Resort Turnberry. Offenbar haben wiederholt US-Militärs auf der Rückreise vom Nahen Osten einen Zwischenhalt in Schottland eingelegt und dann – auf Kosten der Steuerzahler – im Trump-Resort übernachtet.

Und schliesslich sorgte der US-Präsident Anfang Woche für viel Stirnrunzeln, als er seine Weigerung, Flüchtlinge aus den Hurricane-zerstörten Bahamas aufzunehmen, damit begründete, die Inseln seien «überfüllt mit bösen Gangmitgliedern», die er nicht in den USA haben wolle.

Trump selber hat für all diese Stories eine simple Erklärung: «Fake News», schrieb er gestern auf Twitter und sagte: Wenn die Medien ehrlich über ihn berichteten, würde er alle anderen Präsidentschaftskandidaten mit mindestens 20 Prozentpunkten hinter sich lassen.

Davon ist er derzeit weit entfernt.

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