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Kolumne

Dieser Autofahrer macht eine unfreiwillige Pause

Der grosse Schnee ist hierzulande bisher ausgeblieben. Ganz anders im Peak District Nationalpark in England. Dort wurden bereits im November Autofahrer von einem Schneesturm überrascht.
Chiara Zgraggen
Im Schneesturm gefangen: ein Auto im englischen Peak District. Bild: Danny Lawson/Keystone (21. November 2018)

Im Schneesturm gefangen: ein Auto im englischen Peak District. Bild: Danny Lawson/Keystone (21. November 2018)

Derjenige auf dem Bild wurde so überrumpelt wie die SBB, wenn jeweils in kurzer Zeit viel Schnee fällt. Der Lenker dürfte für Stunden aus seinem Alltag gerissen worden sein, sodass er an diesem Tag all seine Pläne über Bord werfen musste. An ein Weiterkommen war erst zu denken, als Hilfskräfte das Fahrzeug freigeschaufelt haben. Dies dürfte angesichts des weissen Autos im Schnee schwierig gewesen sein. Ob es tatsächlich so war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Doch so eine unfreiwillige Pause ist manchmal gar nicht schlecht. Letztens war mir eine vergönnt. Wegen eines Lochs im Zahn war ich auf dem Weg zum Zahnarzt. Montagmorgen, schlecht geschlafen, die Samstagnacht noch in den Knochen (man ist ja auch nicht mehr 18). Den schlechten Voraussetzungen zum Trotz sass ich also im Zug.

Da ich vor dem Zahnarztbesuch dreimal die Zähne putzte und mich das 15 Minuten meines Morgenrituals kostete, hatte ich keine Gelegenheit, mit zwei Tassen Kaffee meine Kehle zu tränken. Im Zug nachholen ging auch nicht. Sonst hätte sich das viertelstündige Zähneputzen ja nicht gelohnt.

Nichts Böses ahnend schaute ich zum Fenster hinaus und beobachtete, wie die Landschaft vorbeisaust. Plötzlich ertönte eine Frauenstimme: «Wegen einer Fahrleitungsstörung kann der Zug leider nicht weiterfahren. Wir bitten Sie um Entschuldigung und informieren, sobald mehr bekannt ist.» Während sich die Mundwinkel meiner Mitreisenden zu einem «Lätsch» verzogen, schnellten meine nach oben. Gewöhnlich ärgert es mich grausam, wenn die Reise ins Stocken gerät. Doch in diesem Fall war ich einfach nur froh, dass der Zahnarzttermin geplatzt ist.

Doch damit bleibt das Problem bestehen: Ich habe ein Loch im Zahn – und dieses muss geflickt werden. Zahnarztangst hin oder her. Bald muss ich also wieder in den Zug steigen und die unangenehme Reise zu meinem Zahnarzt antreten. Bleibt zu hoffen, dass es dann wieder schneit.

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