A380-Notlandung

Dieser coole Pilot rettete 466 Personen das Leben

Ein Triebwerk des A380-Supervogels geht in Flammen auf. 466 Passagiere sind an Bord, fürchten um ihr Leben – einer bleibt dabei ganz cool und bewahrt einen kühlen Kopf: Pilot Richard Champion de Crespigny.

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Pilot Richard Champion de Crespigny

Pilot Richard Champion de Crespigny

Keystone

Er hat bereits einen klangvollen Starnamen: «Richard Champion de Crespigny». Nun wird der Mann, der gestern Pilot bei der Notlandung des Qantas-Fluges mit dem A380 war, von der Bevölkerung gefeiert.

Der Pilot war zu jeder Zeit eiskalt, als gehörten solche Momente zu seinem Tagesgeschäft: «Es tut mir leid. Sie haben wohl bemerkt, dass wir ein technisches Problem mit unserer Maschine haben», sagte der Pilot bei einer Durchsage an die Passagiere. «Das Flugzeug fliegt derzeit sicher. Ich bin mir aber sicher, dass Ihnen bewusst ist, dass wir nicht nach Sydney weiterfliegen können», sagte er weiter.

«Der Kapitän war fantastisch, ebenso wie die Besatzung», sagte der Australier Simon Johnson der Zeitung «Sydney Morning Herald». Es habe zu keiner Zeit Panik gegeben, «aber klar, es wird einem schon flau», sagte der Passagier der Zeitung weiter.

Auch Qantas-Chef Alan Joyce hat nur Lob für den Pilot: «Er hat es grossartig gehandhabt», sagte er bei einer Pressekonferenz in Sydney, und ergänzt: «Er hat mir nach dem Flug gesagt, dass er vollstes Vertrauen in den A380 gehabt habe. Er findet, dass es ein fantastisches Flugzeug ist.»

Auch Coral, die Frau von Richard Champion de Crespigny, wird bei der Pressekonferenz zitiert. «So ist Richard einfach. Die Passagiere können glücklich sein, dass mein Mann gestern ihr Pilot war», sagt sie.

Rolls Roye überprüft alle Triebwerke

Der Triebwerkhersteller hat derweil nach dem Zwischenfall eine Überprüfung aller Motoren angekündigt.«Die Gruppe fühlt sich verantwortlich zu empfehlen, dass einige grundlegende Kontrollen durchgeführt werden», hiess es in einer Mitteilung von Rolls Royce. Die Serie der bisher eingesetzten Triebwerke mit dem Namen Trent 900, die bei dem Unglücks-Airbus der Fluglinie Qantas eingebaut waren, sei klein und relativ neu.

Aufgrund der Anweisungen von Rolls Royce ordnete auch Airbus bei den A380-Flugzeugen Untersuchungen an. Bei den A380, die mit Triebwerken der Engine Alliance ausgestattet sind, sind keine zusätzlichen Inspektionen erforderlich, wie Airbus am Freitag weiter mitteilte.

Die Fluggesellschaften können bei der A380 wählen zwischen Triebwerken von Rolls-Royce und der Engine Alliance. Während sich Lufthansa, Singapore Airlines und Qantas für Rolls Royce entschieden haben, setzen Emirates und Air France auf das Konkurrenzprodukt. (sha)