Nordkorea
Diktator Kim schickt US-Bürger 15 Jahre ins Arbeitslager

Inmitten der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Pjöngjang den US-Bürger Pae Jun Ho zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Dies meldet heute die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur.

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Kenneth Bae (rechts) muss für lange Zeit in ein nordkoreanisches Arbeitslager. Das Bild stammt aus dem Jahr 1988, damals war der heute 44-Jährige erst 19.

Kenneth Bae (rechts) muss für lange Zeit in ein nordkoreanisches Arbeitslager. Das Bild stammt aus dem Jahr 1988, damals war der heute 44-Jährige erst 19.

Keystone

Pjöngjang hatte am Wochenende angekündigt, Pae Jun Ho demnächst wegen «Verbrechen zum Sturz der Demokratischen Volksrepublik Korea» vor den Obersten Gerichtshof des Landes zu stellen. Er habe die ihm zur Last gelegten Taten in den niedrigeren Instanzen gestanden.

Pae, in den USA als Kenneth Bae bekannt, war Anfang November im Nordosten des kommunistischen Landes festgenommen worden. Nach nordkoreanischen Angaben war er als Tourist in das abgeschottete Land eingereist. Eine südkoreanische Zeitschrift identifizierte ihn als 44-jährigen Tourismusmanager, der mit fünf Touristen durch Nordkorea gereist sei, von denen einer eine Computerfestplatte mit sensiblen Daten bei sich gehabt habe.

In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen worden. Nach Verhandlungen mit ranghohen US-Vertretern kamen sie jeweils wieder frei.

Vergeblich für Freilassung eingesetzt

Anfang Jahres hatte sich der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, bei einem Besuch in dem abgeschotteten Land vergeblich für eine Freilassung seines Landsmannes eingesetzt. Nach Nordkoreas Kriegsdrohungen der vergangenen Wochen dürfte der Fall die Beziehungen zu den USA weiter belasten.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit längerem gespannt. Nach einer Verschärfung der UNO-Sanktionen wegen des jüngsten Atomtests Nordkoreas im Februar hat die kommunistische Führung in Pjöngjang Südkorea, den USA und Japan in den vergangenen Wochen mehrmals mit Angriffen gedroht. (sda)