USA
Donald Trump: «Putin ist der bessere Anführer als Obama»

Am 26. September beginnen die TV-Debatten. Am Mittwoch stellten sich Clinton und Trump zum Probegalopp - und enttäuschten auf der ganzen Linie.

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Donald Trump findet Vladimir Putin besser als Barack Obama.

Donald Trump findet Vladimir Putin besser als Barack Obama.

KEYSTONE/AP/CARLOS OSORIO

Die Hauptprobe ist gründlich danebengegangen, für beide Präsidentschaftskandidaten. Sowohl die Demokratin Hillary Clinton als auch der Republikaner Donald Trump lieferten am Mittwochabend während eines sicherheitspolitischen TV-Forums eine mässige Vorstellung ab.

Clinton wirkte defensiv, weil sie sich zum wiederholten Male dafür verteidigen musste, dass sie in ihrer Amtszeit als Aussenministerin (2009 bis 2013) ihre dienstliche Kommunikation über private E-Mail-Server abgewickelt hatte.

Trump wiederum sorgte mit Stellungnahmen über die Führungsqualitäten des russischen Präsidenten Wladimir Putin («ein besserer Anführer als unser Präsident»), führende Generäle der US-Streitkräfte («eine Peinlichkeit») und über angebliche Unstimmigkeiten zwischen den Geheimdiensten und dem Weissen Haus für Aufsehen.

Letztere Aussage nahm Clinton am Donnerstag zum Anlass, eine neue Breitseite gegen ihren Kontrahenten abzufeuern. Es könne doch nicht sein, dass ein Präsidentschaftskandidat in aller Öffentlichkeit ausplaudere, was er während einer vertraulichen Orientierung durch die amerikanischen Geheimdienste erfahren habe, sagte Clinton.

Trumps Aussagen seien «undiszipliniert» und «unverantwortlich». Traditionellerweise werden die Präsidentschaftskandidaten in der heissen Wahlkampfphase durch das Weisse Haus über die explosive Weltlage ins Bild gesetzt.

«In Körpersprache bin ich gut»

Trump hatte während des TV-Forums behauptet, er habe aus der Körpersprache der Geheimdienstmitarbeiter den Schluss gezogen, dass sie mit Präsident Barack Obama unzufrieden seien. «Ich bin ziemlich gut, wenn es um Körpersprache geht», sagte der Bauunternehmer.

Die Veranstaltung auf einem ausrangierten Flugzeugträger in New York war durch den Fernsehsender «NBC» organisiert worden und wies eine Einschaltquote von 11 Millionen auf. Sie galt als Probegalopp für die kommenden Fernsehdebatten, die am 26. September beginnen und auf ein weit grösseres Interesse stossen werden. (Clinton und Trump trafen am Mittwoch nicht direkt aufeinander, sondern wurden nacheinander befragt.)

Die Debatten könnten eine neue Dynamik ins Rennen bringen – wenn Clinton erneut ins Schleudern gerate oder wenn Trump es nicht schaffe, zwei Stunden lang eine seriöse Konversation über politische Inhalte zu führen. Der Politikwissenschafter John Sides der George Washington University mahnt allerdings zur Vorsicht. «Debatten entscheiden selten darüber, wer die Präsidentenwahl gewinnen wird», sagt er.

Clintons Vorsprung auf Trump sei zwar in den letzten Tagen kleiner geworden, sie habe aber immer noch die Nase vorn. «Es ist sehr schwierig für einen Kandidaten, einen solch grossen Rückstand so kurz vor dem Wahltag noch aufzuholen.» Der Politikwissenschafter hatte mit einem Buch über den Wahlkampf 2012 («The Gamble») für Furore gesorgt.