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Dramatische Warnungen zum Auftakt der Klimakonferenz in Polen

Mit einem Appell zum Kampf gegen die Erderwärmung hat Uno-Generalsekretär António Guterres die Weltklimakonferenz in Polen eröffnet. Schon jetzt sei der Klimawandel für viele Menschen und auch ganze Staaten eine «Frage von Leben und Tod», sagte er am Montag in Kattowitz vor Vertretern von knapp 200 Staaten.
Uno-Generalsekretär Antonio spricht zum Auftakt der Weltklimakonferenz. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer (Kattowitz, 3. Dezember 2018))

Uno-Generalsekretär Antonio spricht zum Auftakt der Weltklimakonferenz. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer (Kattowitz, 3. Dezember 2018))

Dies sagte Uno-Generalsekretär António Guterres am Montag in Kattowitz (Katowice) vor Vertretern von knapp 200 Staaten. Es gehe darum, ein «globales Klima-Chaos» abzuwenden. Wenn die Staatengemeinschaft versage, würden Arktis und Antarktis weiter schmelzen, die Korallen sterben, die Meeresspiegel steigen sowie mehr Menschen an Luftverschmutzung sterben und an Wasserknappheit leiden - bei explodierenden Kosten. «Wir brauchen mehr Taten und mehr Ehrgeiz», mahnte Guterres.

Drei Jahre nach den als historisch eingestuften Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz sollen in Kattowitz klare Regeln zur Umsetzung vereinbart werden: Die Beiträge einzelner Staaten zum Klimaschutz und auch die Finanzhilfen sollen für alle nachvollziehbar werden. Bei der Eröffnungszeremonie waren viele Staats- und Regierungschefs zu Gast, darunter Bundespräsident Alain Berset.

In Paris war beschlossen worden, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad - verglichen zur vorindustriellen Zeit um 1750. Die bisher weltweit zugesagten Massnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase reichen dazu aber bei weitem nicht aus. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, bei der Kohlendioxid frei wird, müsste schnell drastisch sinken, mahnt der Weltklimarat.

Gastgeber Polen als Klimasünder

Der polnische Präsident Andrzej Duda stimmte die Teilnehmer auf schwierige Verhandlungen ein. Die Welt stehe vor einem «historischen Test», sagte er. Das Gastgeberland Polen sei bereit, seinen Teil beizutragen. Allerdings gilt Polen, das knapp 80 Prozent seines Stroms aus Kohle bezieht, bei Umweltschützern bisher als Klimasünder.

Guterres erinnerte daran, dass die Zeit für endlose Verhandlungen fehle. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre sei so hoch wie seit drei Millionen Jahren nicht. «Trotzdem steigen die Emissionen weiter an.» Nach neuesten Berechnungen müsse der Ausstoss von Kohlendioxid aber bis 2030 um 45 Prozent sinken im Vergleich zu 2010, und schon 2050 netto null erreichen.

Warnend verwies Guterres darauf, dass der Treibhauseffekt längst im Gange ist. Nach Berechnungen der Weltwetterorganisation hätten die 20 wärmsten je gemessenen Jahre in den vergangenen 22 Jahren gelegen. Die Welt stecke wegen des Klimawandels in grossen Schwierigkeiten, die Dringlichkeit der Situation könne kaum überschätzt werden.

Rückzug der USA - Engagement der Weltbank

Die USA haben sich als einer der grössten Verursacher von Treibhausgasen aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen. Beim G20-Gipfel in Buenos Aires stand US-Präsident Donald Trump damit am Wochenende weiterhin isoliert da - alle anderen Teilnehmer betonten aber, das Klimaabkommen sei unumkehrbar.

Die Weltbank kündigte an, den Kampf gegen den Klimawandel mit doppelt so hohen Investitionen wie bisher zu unterstützen. Von 2021 bis 2025 sollen 200 Milliarden Dollar fliessen, um vor allem den ärmsten Ländern der Welt zu helfen, wie die in Washington ansässige Entwicklungsbank zum Gipfelauftakt mitteilte. Das sei doppelt so viel wie in der laufenden fünfjährigen Finanzierungsperiode. (sda)

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