Video-Beweis
Drogenboss «El Chapo» gelingt Flucht, weil Wachen Lärm aus Zelle ignorierten

Bei seiner spektakulären Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano kam dem mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán Loera die Nachlässigkeit der Justizbeamten zugute. Diese ignorierten laute Hammer- und Bohrgeräusche.

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Kurz bevor der Chef des Sinaloa-Kartells durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel türmte, war aus seiner Zelle Lärm zu hören. Das zeigen bisher unbekannte Aufnahmen der Überwachungskameras, die der Fernsehsender Televisa am Mittwoch ausstrahlte.

Die spektakuläre Flucht des mexikanischen Drogenbosses "El Chapo" im Juli 2015 Mit diesem umgebauten Motorrad wurde Aushub und Materialen zum Bau des Tunnels transportiert.
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Gut getarnt: Der Tunnelausgang.
Ermittler untersuchen einen Zugang zum Tunnel.
Professionell: Der Tunnel verfügte über Belüftung und Licht.
Reporter berichten aus dem Loch, aus dem "El Chapo" aus seiner Haft entkam.
Das unscheinbare Haus steht ungefähr 1,5 Kilometer vom Hochsicherheitsgefängnis entfernt.
Nimmer gesehen: Der Drogenboss verschwindet im Duschbereich.

Die spektakuläre Flucht des mexikanischen Drogenbosses "El Chapo" im Juli 2015 Mit diesem umgebauten Motorrad wurde Aushub und Materialen zum Bau des Tunnels transportiert.

Keystone

Das Wachpersonal reagierte aber zunächst nicht. Erst 25 Minuten nach der Flucht wurden die Beamten auf die leere Zelle aufmerksam. Nach Einschätzung der Behörden brauchte «El Chapo» etwa 15 Minuten für seine Flucht durch den Tunnel. Zwei Gefängniswärter inspizierten nun die Zelle und informierten die Zentrale per Funk über ein Loch in der Dusche. Alarm wurde erst fast drei Stunden später ausgelöst.

Die Flucht am 11. Juli war ein schwerer Rückschlag für die Sicherheitspolitik von Präsident Enrique Peña Nieto. Wegen Guzmáns Gefängnisausbruch wurden bereits eine ganze Reihe von Beamten festgenommen, darunter die frühere Leiterin des nationalen Strafvollzugs und der ehemalige Direktor des Gefängnisses El Altiplano.

Mexikos Regierung setzt Millionen-Belohnung auf Drogenboss «El Chapo» aus.
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Mexikos Regierung setzt Millionen-Belohnung auf Drogenboss «El Chapo» aus.
Mexikos Regierung setzt Millionen-Belohnung auf Drogenboss «El Chapo» aus.
Auch in den USA sorgt die Flucht für Aufregung
Mexikos Regierung setzt Millionen-Belohnung auf Drogenboss «El Chapo» aus.
Nach der filmreifen Flucht des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis hat die mexikanische Regierung 61 Millionen Pesos Belohnung auf Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt.
Durch dieses Loch soll Guzman bei seiner Flucht gekommen sein
Durch diesen Tunnel ist er verschwunden, seither schauen Mexikos Regierung und Behörden in die Röhre
Hier endete der Tunnel, durch welchen El Chapo fliehen konnte
Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán bei seiner Verhaftung

Mexikos Regierung setzt Millionen-Belohnung auf Drogenboss «El Chapo» aus.

Keystone