Illegal
Drohnenpilot filmte den Brand im Europa-Park – jetzt hat er ein Verfahren am Hals

Der Clip wurde mittlerweile auf YouTube gelöscht. Der Pilot hat in mehreren Fällen gegen das deutsche Luftfahrtgesetz verstossen. So hat er den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand nicht eingehalten und flog beinahe in die Rauchsäule hinein.

Peter Schenk
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Grossbrand im Europapark in Rust: Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Europapark Rust auf. (Samstag, 26. Mai 2018)
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Darunter sind die züngelnden Flammen zu sehen.
500 Feuerwehrleute waren im Einsatz. um den Brand zu bekämpfen
Feuer lodert in den Kulissen im Europapark Rust
Feuer lodert in den Kulissen im Europapark Rust
Feuer lodert in den Kulissen im Europapark Rust

Grossbrand im Europapark in Rust: Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Europapark Rust auf. (Samstag, 26. Mai 2018)

Christine Gertler

Die Flammen schlagen hoch und dunkler Rauch steigt über dem Europa-Park auf. Das Inferno verschlingt auch die beliebte Wasserbahn "Piraten in Batavia". Diese Szenerie vom vergangenen Samstag in Rust filmte ein Drohnenpilot unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers. Sein Video war spektakulär, wurde mittlerweile aber aus youtube entfernt. Der Grund: Filmer hat ein Bussgeldverfahren am Hals, wie die Badische Zeitung berichtet. Weil er ohne Bewilligung gefilmt hatte, war sein Verhalten illegal.

Yannick Hilger, Sprecher des Offenburger Polizeipräsidiums, bestätigte auf Anfrage, dass der Filmer gegen das Luftfahrtgesetz verstossen habe. Es handle sich aber lediglich um eine Ordnungswidrigkeit und nicht um eine Straftat, die mit Gefängnis bestraft wird. Die Höhe des Bussgeldes legt die Bussgeldbehörde fest. Hilger sagt: «Sie kann mehrere Hundert Euro betragen.» Der ermittelnde Polizeiposten von Rust, wo sich der Freizeitpark befindet, habe offenbar schon Anhaltspunkte, wer der Pilot war.

Was müssen Schweizer Drohnenpiloten beachten?

Für Drohnenpiloten gibt es eine umfassende Anleitung des Bundesamts für Zivilluftfahrt, BAZL. Generell gilt: Für Flugobjekte über 30 Kilogramm braucht es eine Bewilligung des BAZL. Für Drohnen mit bis 30 Kilogramm Gewicht gibt es eine «Verordnung des Uvek über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien». Das Uvek ist das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Zwei wichtige Hinweise:

- Über Menschenansammlungen bzw. im Umkreis von 100 Metern von Menschenansammlungen dürfen Drohnen grundsätzlich nicht betrieben werden.

- In der Nähe von Flugplätzen bestehen Einschränkungen für Flüge von Drohnen und Flugmodellen. Es ist zum Beispiel nicht gestattet, solche Fluggeräte näher als 5 Kilometer von den Pisten entfernt fliegen zu lassen.

Sicherheitsabstand negiert

Nach Recherchen der «Badischen Zeitung» hat er gegen mehrere Vorschriften verstossen. So müsse über Unglücksorten oder Einsatzstellen ein seitlicher Sicherheitsabstand von 100 Metern eingehalten werden. Die Drohne flog aber beinahe in die aufsteigende Rauchsäule hinein. Ausserdem flog sie über Menschenansammlungen, was ebenfalls verboten ist.

Rechtlich ist in Deutschland ferner vorgeschrieben, Sichtkontakt mit der Drohne zu haben. Dies sei auf grund von 900 Metern, die sie zurückgelegt haben muss, nicht möglich. Schliesslich könnte moniert werden, dass der Pilot direkt neben einer Hochspannungsleitung gestartet und gelandet sei. Auch hier sei ein Sicherheitsabstand vorgeschrieben.

Laut Polizeisprecher Hilger würde die Strafe noch höher ausfallen, wenn der Pilot einen Rettungs- oder Polizeihelikopter behindert hätte. Dies aber war nicht der Fall.

Zur Brandursache sagte er, dass die Ermittlungen fortdauern. «Diese Woche ist mit keinem Ergebnis mehr zu rechnen.»