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Duell der Gegensätze

Stefan Brändle zum Ausgang des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen in Frankreich
Stefan Brändle, Paris
Stefan Brändle

Stefan Brändle

Also doch Le Pen. Nach einem bis zuletzt spannenden Wahlkampf hat es die Ultranationalistin in die Stichwahl gegen den Gemässigten Emmanuel Macron geschafft. Auch wenn er dort bessere Chancen hat als sie: Allein der Umstand, dass die Front-National-Kandidatin harte, erfahrene Gegner wie François Fillon und Jean-Luc Mélenchon aus dem Rennen geworfen hat, muss nicht nur den etablierten, brutal eliminierten Parteien zur Rechten und Linken in Frankreich, sondern in ganz Europa zu denken geben.

In dem nun folgenden zweiwöchigen Wahlkampf werden zwei Programmentwürfe aufein­anderprallen, die unterschied­licher nicht sein könnten: hier ein Proeuropäer aus der Pariser Elite mit einem eher vagen Programm und einem weltoffenen Ansatz, dort eine EU-Gegnerin, die sich als Aussenseiterin des Systems gibt und die Grenzen für Immigranten und Freihandelsverträge schliessen will. Dazwischen klafft ein unüberwindbarer Graben, und selbst die französischen Wähler, die sonst These und Antithese so gut zu einer Synthese zu verschmelzen wissen, werden sich entscheiden müssen.

Macron ist dabei im Vorteil. Aber Frankreichs Wähler sind zu volatil, zu verunsichert und vor allem zu wütend, als dass man sich des Wahlausgangs sicher sein könnte. Sicher ist nur, dass die von Charles de Gaulle 1958 gegründete Fünfte Republik in ihren Grundfesten erschüttert ist. Denn eines haben Macron und Le Pen gemein: Sie stehen ausserhalb der beiden politischen Lager, die das politische Leben in Frankreich seit 60 Jahren untereinander ausgemacht hatten. Die Konservativen und die Sozialisten sind am Boden.

Stefan Brändle, Paris

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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