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Durchgangsland für Krieger aus aller Welt

Afghanistan Durch das Gebiet des heutigen Afghanistan sind in der Geschichte seit der Antike viele Völker gezogen. Nach seinem Sieg über die Perser beherrschte Alexander der Grosse das Land und gilt bis heute als der einzige erfolgreiche Eroberer. Später fielen Hunnen und Mongolen ein. Die Araber kamen vom Süden und brachten den Islam ins Land.

In der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts gründete der dynamische Ahmad Schah Durrani einen Staat, aus dem sich das heutige Afghanistan entwickelte. In erfolgreichen Kriegszügen entstand ein Reich, das von Buchara bis Kaschmir und Sindh im heutigen Pakistan reichte. Aber seit dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts schwächten Erbstreitigkeiten das Land. Viele Ländereien gingen verloren. Schliesslich lag Afghanistan zwischen dem russischen Zarenreich und der auf dem Subkontinent expandierenden britischen Kolonialmacht. Die Briten marschierten 1839 und 1878 in Afghanistan ein – bezogen aber die schlimmsten Niederlagen ihrer Kolonialgeschichte. Doch eine aussenpolitische Vormundschaft über Afghanistan konnten sie retten, ohne das Land zu einer britischen Kolonie zu machen. 1919 griffen die Afghanen das britisch-indische Territorium an und erzwangen ihre vollständige Souveränität.

1978 putschten sich in der Sowjetunion ausgebildete afghanische Offiziere an die Macht und errichteten einen sozialistischen Staat nach sowjetischem Vorbild. Sie wollten schnell schlecht vorbereitete Reformen durchsetzen. Dazu wandten sie sich gegen alle, von denen eventuell Opposition ausgehen konnte. Zehntausende wurden verhaftet und liquidiert. Dagegen entstand schnell militärischer Widerstand der sogenannten Mudschaheddin (islamische Glaubenskrieger). 1979 griff die Sowjetunion militärisch ein, um die Herrschaft der afghanischen Kommunisten zu stabilisieren. Aber auch die damalige Weltmacht konnte sich nicht gegen die inzwischen über Pakistan von den USA massiv unterstützten Mudschaheddin behaupten. 1989 zog der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow die Truppen ab. Ende 1991 zerfiel die Sowjetunion. Im Frühjahr 1992 gaben auch die afghanischen Kommunisten auf. Die in mehreren Parteien schlecht organisierten Mudschaheddin hatten gewonnen. Aber mit dem Wiederaufbau eines Nationalstaates waren sie überfordert. Ihre Anführer hatten die Mentalität von Räubern. Jede Gruppe wollte die alleinige Macht. Insbesondere in Kabul begann ein grausamer Bürgerkrieg. 1994 entstand deshalb im Süden Afghanistans die Bewegung der Taliban. Sie vertrat extrem islamistische Ansichten, weit über die traditionelle Religionsausübung in Afghanistan hinaus. Aber ihre Anführer waren nicht so korrupt wie die der Mudschaheddin. Sie garantierten eine gewisse Ordnung. Daher wurden die Taliban zunächst von der Bevölkerung begrüsst. Sie marschierten am 27. September 1996 in Kabul ein – unterstützt von Pakistan und Bin Ladens Al Kaida.

In der Folge des 9/11-Terrors in Amerika und weil sich die Taliban weigerten, den Al-Kaida-Führer Bin Laden auszuliefern, begann im November 2001 eine von den USA geführte Koalition eine Invasion Afghanistans. Die Taliban wurden gestürzt, aber nicht geschlagen. Bin Laden entkam. Er wird erst 2011 von einem US-Spezialkommando in Pakistan getötet. In Afghanistan aber gelang es den Invasoren nicht, einen einen stabilen Rechtsstaat aufzubauen. Erneut grassieren Korruption und ethnische Konflikte. Die Taliban erstarken erneut. In Afghanistan herrscht nun seit 16 Jahren erneut Krieg. (wbr)

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