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Ehe für alle: Ein Signal für die Schweiz

Christoph Reichmuth über den Beschluss des deutschen Bundestags, das Recht auf Ehe für Gleichgeschlechtliche einzuführen.
Christoph Reichmuth, Berlin
Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Deutsche Standesämter berichteten gestern von ersten Anrufen von homosexuellen Paaren, die sich aufgeregt erkundigten, ab wann die gleichgeschlechtliche Eheschliessung möglich sei. Das dürfte bereits im Herbst der Fall sein. Der gestrige Entscheid des Deutschen Bundestags für die Ehe für alle löste bei Homo­sexuellen und liberalen Bürgern gleichermassen Freude aus.

Jahrelang wurde die Ehe für alle von konservativer Seite blockiert. Kanzlerin Angela Merkel liess Anfang dieser Woche durchblicken, dass dem Anliegen in ferner Zukunft durch eine Abstimmung ohne Fraktionszwang zum Durchbruch verholfen werden könne. Linke Parteien im Bundestag liessen sich nicht lange bitten und erzwangen die Entscheidung noch in dieser Legislatur: Gestern wurde die Ehe für alle mit deutlicher Mehrheit durchgebracht.

Dass Merkel ihren Widerstand dagegen aufgegeben hat, hat nichts mit ihrer Überzeugung zu tun, sondern ist ihrem Pragmatismus geschuldet. Das Gros der Bevölkerung und fast alle Parteien waren dafür – irgendwann würde die Ehe für alle kommen, das wusste die Kanzlerin. Für Merkel hatte die gestrige Abstimmung einen hübschen Nebeneffekt: Ein weiteres Wahlkampfthema ist nun vom Tisch.

Mit Deutschland kennen nun 14 europäische Staaten die Ehe für alle. Der Entscheid des Deutschen Bundestags wird die Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe auch bei uns beflügeln. Tausende unterzeichneten gestern eine entsprechende Petition, zudem hat eine ent­sprechende parlamentarische Initiative bereits erste Hürden genommen. Das Beispiel Deutschland ist für die Diskussion in der Schweiz ein unüberhörbares Signal.

Christoph Reichmuth, Berlin

christoph.reichmuth@luzernerzeitung.ch

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