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«Eine neue Reise wird etwa gleich lang dauern»

Raumfahrt

45 Jahre liegt die letzte bemannte Apollo-Mission der Nasa zurück. Zweieinhalb Tage hatte damals die Reise von Apollo 17 zum Mond gedauert. Seither hat sich technologisch extrem viel getan. Und so denkt man, die Reise zum Erdtrabanten müsste heute viel schneller und kürzer sein als 1972. Vor allem auch, weil die Apollo-11-Astronauten beim ersten bemannten Raumflug zum Mond noch mit einer Computer-Rechnerleistung des Taschenrechners HP 67 unterwegs waren und einen Rechenschieber dabeihatten, wie der Raumfahrt-Experte Men J. Schmidt erklärt.

«Eine neue Reise wird etwa gleich lang dauern», sagt er aber trotzdem. Denn das System ist noch das gleiche wie bei den Apollo-Missionen. Zuerst wird die Rakete so beschleunigt, dass sie die Schwerkraft der Erde überwindet. Danach wird sie sozusagen von der Schwerkraft des Mondes eingefangen und abgebremst. Würde die Rakete beim Start zu stark beschleunigt, müsste viel zu viel Energie aufgebracht werden, um diese vor der Landung zu bremsen. Das Tempo der Mondrakete und damit die Reisezeit bleiben also gleich.

«Verändern würde sich aber der Aufenthalt auf dem Mond», sagt Schmidt. Beim ersten Mondbesuch 1969 weilten die Astronauten gerade mal etwa sechs Stunden auf dem Erdtrabanten. Danach wurden die Besuche etwas länger und mobiler. Sogar mit einem Mondauto ­waren die Nasa-Astronauten auf späteren Apollo-Missionen unterwegs. Jetzt ist geplant, irgendwann eine Mondstation einzurichten, in der Menschen wohnen könnten.

Die Vorteile liegen heute beim Material und bei der Elektronik. Für eine Mission zum Mond stünden ein Heer von ­Satelliten zur Verfügung und millimetergenaue Navigationssysteme. «Die Sicherheit wäre zigmal höher als damals», sagt Schmidt. Die ersten Astronauten waren im Vergleich dazu auf einem Himmelfahrtskommando. Zudem wäre die moderne Kapsel doppelt so gross wie bei Apollo. Statt drei könnten sechs Astronauten mitfliegen und vieles anpacken, sagt Schmidt.

«Der Mond wird erst jetzt interessant»

Und wer denkt, der Mond sei doch reichlich erforscht, irrt. «Das wäre, wie wenn Ausserirdische fünfmal auf der Erde gelandet wären und einen Schiefer aus Schottland mitgenommen hätten. Und dann behaupteten, sie würden alle Gesteine der Erde kennen», sagt Schmidt. Der Mond werde erst mit den heutigen Forschungsmöglichkeiten interessant. Bei Apollo sei es in Zeiten des Kalten Krieges vor allem darum gegangen, schneller als die Sowjets auf dem Mond zu sein. Erst bei Apollo 17 sei mit Harrison Schmitt erstmals überhaupt ein Wissenschafter mitgereist. «Damals ging es nur darum, zu landen und überhaupt zu überleben», sagt Schmidt. Der Fokus lag auf der Sicherheit.

Heute könnte man nun die Landeplätze nach wissenschaftlichen Kriterien aussuchen. Zum Beispiel beim Südpol, wo Eis erwartet wird, das später in Form von Wasser und Sauerstoff auf einer Mondstation genutzt werden könne. Auch gebe es tiefe Krater an Orten, wo nie ein Sonnenstrahl draufscheint und wohl auch Eis zu finden sei. Diese könnten erforscht und genutzt werden. «Zum Zweiten ist der Mond ein natürlicher Satellit. Auf der Mondrückseite könnte ungestört Radio-Astronomie betrieben werden, wie es auf der Erde nicht möglich ist», sagt der Leiter der Firma Space­science in Gossau. Und zum Dritten liesse sich der Mond auch kommerziell nutzen als ständige Basis und vielleicht auch, um Rohstoffe zu gewinnen.

US-Präsident Donald Trump will die Reise noch weiter ziehen als bis zum Mond, irgendwann bis zum Planeten Mars. «Der Mond als Sprungbrett würde eine Reise zum Mars viel kostengünstiger machen, als wenn diese auf der Erde starten müsste», sagt Men J. Schmidt. Von Mond aus liesse sich die Mars-Rakete wegen der geringeren Schwerkraft zum Beispiel viel leichter und mit weniger Energie und Treibstoff beschleunigen. Wenn es nach Trump geht, soll 2021 der Mond wieder besucht werden. Die Nasa wolle wohl das Heft wieder in die Hand nehmen, das ihr durch private Firmen wie Elon Musks Space-X und andere Raumfahrtländer abhanden gekommen sei.

Bruno Knellwolf

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