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«ELVIS UNSTERBLICH»: Ein Ausserirdischer

Philipp Bürkler

Im Sommer 1988 ruft Louise Welling, eine Hausfrau aus Kalamazoo im US-Bundesstat Michigan, die Redaktion des Revolverblattes «Weekly World News» an. Welling erklärt dem amerikanischen Wochenblatt, sie habe Elvis Presley in einem Burger-King getroffen. Während andere Zeitungen die Frau für verrückt halten, bringt das Satiremagazin die Meldung auf der Frontseite unter dem Titel «I’ve Seen Elvis in the Flesh», «Ich habe Elvis leibhaftig gesehen».

Der Bericht über seine angebliche Sichtung ist clever. Die Zeitung erreicht mit der Story eine Rekordauflage von 1,2AABB22Millionen Exemplaren. Die Meldung geht wie ein Lauffeuer um die Welt. Noch populärer wird der Folgeartikel eine Woche später. «Elvis lebt», so der Titel, und «Im Sarg lag ein Doppelgänger», die Begründung. «Elvis lebt» ist seither ein geflügeltes Wort und hat dem Sänger popkulturell buchstäblich zu neuem Leben verholfen.

Wahrscheinlich ist er von Ausserirdischen entführt worden

Auch 2017 behaupten Menschen, Elvis gesehen zu haben. Die Facebook-Seite «Evidence Elvis is Alive» zeigt angebliche Beweisfotos, die den Star als Touristen auf Hawaii, verletzt bei einem Motorradunfall oder im Supermarkt um die Ecke zeigen sollen. Presleys Gesicht ist Teil der visuellen Popkultur; es hat sich fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden mit ihm zu verwechseln, ist also real. Skurriler lesen sich allerdings Verschwörungstheorien, die fern jeglichen Realitätsbezugs in fiktionalen Sphären liegen. Das Internet ist voll von Behauptungen wie, der Sänger sei ein CIA-Agent gewesen. Als die Mission zu riskant wurde, soll der Geheimdienst den Tod vorgetäuscht haben. Elvis habe eine neue Identität erhalten und lebe seit 1977 in Argentinien.

Es geht noch schräger. Der Rockstar sei in Wahrheit gar kein Mensch, sondern ein Ausserirdischer vom Mars, der auf der Erde die Menschheit studieren sollte. Gemässigte Verschwörungstheoretiker widersprechen ihren Kollegen und lehnen diese Theorie allerdings ab. Sie sind sich sicher, Elvis war tatsächlich ein Mensch, der jedoch im August 1977 von Aliens entführt wurde, weil diese ihn für zu gut für unsere Welt hielten. Also brachten sie ihn «in Sicherheit».

Er trägt einen grauen Bart und ist Gärtner

Falls Elvis tatsächlich noch leben sollte – er wäre mittlerweile 82 – trüge er bestimmt einen weissen Bart. Das ist zumindest die naive Vorstellung derer, die Elvis erst kürzlich gesehen haben wollen. Elvis soll als grauhaariger Gärtner mit Bart auf seinem ehemaligen Anwesen Graceland in Memphis arbeiten. Elvis als alter Mann auf einem Rasenmäher? Im Januar 2017 wird er angeblich an Feierlichkeiten zu seinem eigenen 82. Geburtstag gesichtet, mit grauem Bart und Sonnenbrille. Vielleicht kommt Elvis in den 30er-Jahren dieses Jahrhunderts zurück. Dank moderner Technologie, die Menschen aus dem Jenseits zurückholen kann. Auch das eine Theorie. Was aber, falls er tatsächlich noch lebt? Gemäss «Weekly World News» ist Elvis bereits 1976 fünfmal geklont worden, bevor er 1977 verschwand, wie das Blatt Ende der 80er-Jahre schreibt. «Es gibt sechs verschiedene Elvises.» Die Chance, einen davon zu treffen, ist also recht hoch.

Philipp Bürkler

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