Flugzeugunglück
Entführung oder Sabotage: Ermittlungen zielen jetzt auf die beiden Piloten

Am Samstag wurden die Wohnungen der beiden Piloten von Flug MH370 durchsucht. Die Ermittler gehen immer mehr von einer Entführung oder Sabotage aus. Anscheinend setzte das Flugzeug den letzten Funkspruch ab, nachdem die Ortung abgestellt wurde.

Drucken
Teilen
Zaharie Ahmad Shah und Co-Pilot Fariq Abdul Hamid.

Zaharie Ahmad Shah und Co-Pilot Fariq Abdul Hamid.

Screenshot

Pilot war Mitglied in Oppositionspartei

Über den Flugkommandanten Zaharie Ahmad Shah ist mittlerweile bekannt, dass er Mitglied der Oppositionspartei des Politikers Anwar Ibrahim ist. Dieser war am Vortag des Flugs MH370 wegen des Vorwurfs der Homosexualität zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Parteifreund Zaharies, der Parlamentarier Sivarasa Rasiah, sowie dessen Assistent wiesen jedoch Medienberichte entschieden zurück, wonach der Pilot nach dem Urteil ausser sich gewesen sei. Zaharie habe Anwar auch nicht persönlich gekannt, sagte Sivarasa. (sda)

Das Haus des Piloten Fariq Abdul Hamid wurde durchsucht.
8 Bilder
Der Pilot von MH370 Farid Abdul Hamid hatte einen privaten Flugsimulator zu Hause. Für was?
Ein chinesischer Mann zeigt Journalisten sein Handy. Er behauptet, er rufe einen der Passagiere von Flug MH370 an - es klingelt, aber niemand nimmt ab.
An einer Wand im Flughafen von Kuala Lumpur können Wünsche und Hoffnungen für Flug MH370 deponiert werden.
Der malaysische Verteidigungsminister Hishamuddin Hussin (rechts) und der Minister für auswärtige Angelegenheiten Hamzah Zainudin zeigen Bilder der Flugrouten, welche MH370 genommen haben könnte.
Das ausgedehnte Suchgebiet.
Die ursprünglichen Suchgebiete.
Kopilot Fariq Abdul Hamid nahm unerlaubt Frauen ins Cockpit.

Das Haus des Piloten Fariq Abdul Hamid wurde durchsucht.

Keystone

Der Gruss "In Ordnung, gute Nacht" klingt ruhig, wer ihn gesprochen hat, ist unklar. Es wird aber angenommen, dass derjenige wusste, dass ACARS ausgeschaltet war.

14 Minuten nach ACARS wurde auch der Transponder ausgeschaltet, der automatisch Daten an die Flugkontrolle überträgt. Anschliessend verschwand die Maschine mit 239 Menschen an Bord von den zivilen Radarschirmen.

Auch die US-Geheimdienste haben offensichtlich die beiden Piloten im Visier. Das bestätigte der Vorsitzende des Heimatschutz-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus, Michael McCaul, am Sonntag (Ortszeit) im Fernsehsender Fox News.

Nach allem, was er von ranghohen Vertretern der Geheimdienste und Anti-Terror-Experten wisse, "war irgendetwas mit dem Piloten", sagte McCaul. "Ich denke, all' das führt ins Cockpit, zu dem Piloten und dem Co-Piloten."

Am Samstag hatten malaysische Ermittler die Wohnungen des Flugkapitäns Zaharie Ahmad Shah und des Co-Piloten Fariq Abdul Hamid durchsucht, zugleich aber vor "voreiligen Schlüssen" gewarnt.

Das vermisste Flugzeug der Malaysian Airlines war vor gut einer Woche auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt wurde. Eine Flugzeugentführung oder Sabotage im Cockpit erscheint inzwischen immer wahrscheinlicher. (sda)