Libyen-Ticker
Ereignisse in Libyen vom 23.8.2011: Rebellen überwinden Tore zu Gaddafis Palast

In der libyschen Hauptstadt Tripolis sind die Rebellen in eine Festung von Muammar al-Gaddafi eingedrungen und hissten dort ihre Flagge. Doch wo der Diktator ist, weiss niemand. Hier die Ereignisse vom Dienstag im Ticker.

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Die Rebellen zahlten und zahlen noch immer einen hohen Blutpreis
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Schiess-Katapult der libyschen Aufständischen
Libyscher Freiheitskämpfer
Libysche Freiheitskämpfer
Junge libysche Freiheitskämpfer
Selbst beim Nickerchen bleibt die Waffe dicht an seiner Seite
Libyscher Freiheitskämpfer
Augen voller Hoffnung
Rebellen kämpfen oft mobil von Geländefahrzeugen aus
Bereits wird der Sieg der Rebellen in Tripolis gefeiert
Rebellen liefern sich heftige Kämpfe mit den Gaddafi-getreuen Truppen

Die Rebellen zahlten und zahlen noch immer einen hohen Blutpreis

Keystone

19:13: Nato-Militäraktionen geht weiter

Die USA und Frankreich wollen die Aufständischen in dieser Schlussphase nahe zur Seite stehen. «Solange Gaddafi und sein Clan die Waffen nicht niedergelegt haben, werden die militärischen Anstrengungen fortgesetzt», sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy

18:45: Einschusslöcher an Gaddafis Haus

Der TV-Sender Al-Dschasira zeigt Bilder der mit Einschusslöchern übersäten Fassade von Gaddafis Haus. Davor versuchen Kämpfer eine Statue umzustürzen. Wo Gaddafi sich aufhält, bleibt unklar. Gegenüber dem Sender BCC sagte ein Rebellen-Sprecher, dass man nicht glaube, dass Gaddafi das Land verlasse habe.

17:40 Rebellen dringen in Gaddafis Festung ein

Gemäss den Nachrichtenagenturen Reuters und AFP haben die Gaddafi-getreuen Truppen den Wiederstand bei Bab al-Aziziya aufgegeben. Die Rebellen hätten die Kontrolle über das Gelände übernommen und ihre Fahne gehisst, hiess es weiter. Doch im Innern der Anlage dürften die Rebellen noch auf weiteren Wiederstand treffen.

17:00 Gaddafi wird «bis zum Ende» kämpfen

Gemäss der russischen Nachrichtenagentur Interfax hat Gaddafi dem russischen Multimilliardär Kirsan Ilyumzhinow und Vertrauten am Telefonat erklärt, dass er sich weiterhin in Tripolis aufhalte und «bis zum Ende» kämpfen und die Stadt nicht verlassen werde.

Ebenso soll Ilyumzhinow mit Mohammed, Gaddafis ältestem Sohn, telefoniert haben. Mohammed soll gesagt haben, sein Vater sei bereit, bis zum Tod zu kämpfen.

Gaddafis Gebäudekomplex Bab al-Aziziya Bab al-Aziziya, arabisch ‏باب العزيزية‎, ist Gaddafis Festung im Süden von Tripolis. Das Gelände ersterckt sich auf sechs Quadratkilometer und beinhaltet sowohl Kasernen als auch Wohnräume. Es gilt als militärische Kommando- und Kontrollzentrum mit Symbolcharakter und doll die Macht Gaddafis demonstrieren. Neben den Truppen Gaddafis lebt hier auch seine Familie. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich das Zelt, in dem er offizielle Gäste empfängt.  

Gaddafis Gebäudekomplex Bab al-Aziziya Bab al-Aziziya, arabisch ‏باب العزيزية‎, ist Gaddafis Festung im Süden von Tripolis. Das Gelände ersterckt sich auf sechs Quadratkilometer und beinhaltet sowohl Kasernen als auch Wohnräume. Es gilt als militärische Kommando- und Kontrollzentrum mit Symbolcharakter und doll die Macht Gaddafis demonstrieren. Neben den Truppen Gaddafis lebt hier auch seine Familie. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich das Zelt, in dem er offizielle Gäste empfängt.  

wikipedia

16:25 «Massen-Exodus» aus Tripolis

CNN berichtet von einem «Massen-Exodus» aus der Millionen-Metropole Tripolis; massenweise Menschen würden sich in Sicherheit bringen.

Auch die NATO weiss nicht, wo sich Gaddafi versteckt hält. Dies sei aber gar nicht so wichtig, wie Oberst Lavoie in Neapel sagte, Gaddafi sei «keine Schlüsselfigur mehr».

16:00 Die Rebellen überwinden die Tore zu Gaddafis Gebäudekomplex

Ein Korrespondent des Al Jazeera sowie CNN berichtet übereinstimmend aus Tripolis, dass die Rebellen das erste Tor zu Bab al-Asisija ünerwunden hätten. Rebellensprecher Abdel Hafis Ghoga sagt, er gehe nicht davon aus, dass Gaddafis Gebäudekomplex Bab al-Asisija leicht zu knacken sein werde. Schon zuvor waren auf Al Jazeera zu sehen, wie Rauchwolken aus den stark befestigten Gebüuden aufstieg. Bei der Erstürmung hätte es viele Opfer gegeben, berichtet die BBC.

Die NATO will ihre Libyen-Offensive ausserhalb Tripolis' fortsetzen. Gerade der Raketenbeschuss auf Misrata durch Gaddafis truppen hätte gezeigt, dass ein Einsatz «notwendig» sei, wie eine NATO-Sprecherin sagte.

Mahmoud Shammam, Sprecher des Übergangsrates, berichtete, dass die Nato «einige Ziele» in der Anlage getroffen hätte. Bisher hatten die Rebellen ausländische Hilfe stets abgewiesen. Ob die Aktion koordiniert war, ist nicht bekannt.

15:30 Erste Racheakte durch Gaddafis Truppen

Auf einem Video ist zu sehen, wie Gaddafis Schergen Rebellen verprügeln. Die Rebellen sitzen dabei gefesselt auf einem Pick-Up und werden mehrmals ins Gesicht geschlagen. Allerdings stammt das Video vom Frühling dieses Jahres und wurde durch eine Menschenrechtsorganisation übermittelt. Die Organisation will damit darauf aufmerksam machen, wie die truppen Gaddafis bei einer allfälligen niederlagen reagieren werden.

Bisher seien bei Kämpfen in Tripolis bisher 2000 Menschen getötet worden, berichtet ein Sprecher des Übergangsrates.

Gemäss Al Jazeera bombardiere die NATO den Palast Gaddafis weiterhin, doch herrscht Unklarheit darüber, ob der Angriff koordiniert ist. Die NATO ihrerseits erklärte, sie führe lediglich de Sicherung des Luftraumes fort - einen Angriff auf ein Gebäude schliesst die snicht mit ein. Noch in den Morgenstunden dementierte die NATO Berichte über angebliche Luftangriff heftig.

15:00 Westerwelle verspricht 100 Millionen Euro

Guido Westerwelle, deutscher Aussenminister, hat dem Übergangsrat ein Darlehen über 100 Millionen Euro versprochen. Noch in den nächsten Tagen soll das Geld freigegeben werden, dies habe er am Telefon Mahmud Dschibril gesagt. Ebenfalls forderte Westerwelle eine rasche Freigabe aller eingefrorenen Gaddafi-Gelder, doch wäre hierfür eine neue Uno-Resolution erforderlich.

14:25 Rebellen stehen unmittelbar vor Bab al-Asisija

Der Fernsehsender al-Arabija meldet, die Rebellen hätten die Tore der Anwesens Bab al-Asisija angegriffen, Ziel sei es, das alte Tor auf der Westseite des Anwesens zu durchbrechen, so ein Kämpfer gegenüber dem Sender. Ebenfalls vermeldet auch CNN Kämpfe in unmittelbarer Nähe des Anwesens.

Mustafa Abdul Dschalil, Vorsitzender des Nationalen Übergangsrates und ehemaliger Justizminister im Gaddafi-Regime, rief die Rebellen dazu auf, keine Racheakte oder derlei zu verüben. Die Rebellen wollen sämtliche Gefolgsleute Gaddafis vor ein Gericht stellen. Dschalil sagte gegenüber dem türkisxchen Aussenminister in Bengasi: «Ich werde der Erste sein, der sich für seine Fehler wird verantworten müssen, weil ich vier Jahre für Gaddafi gearbeitet habe. Aber ich rufe alle Libyer auf, das Recht nicht in die eigenen Hände zu nehmen».

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) twittert, dass sie Krankenhäuser in Tripolis beliefern wollen.

14:00 EU beruft Krisensitzung ein

Die EU-Botschafter sollen zu einer Dringlichkeitssitzung im Zusammenhang mit Libyen zusammenkommen. Ziele der Sitzung sind die Koordination beim Wiederaufbau und der Demokratisierung. Catherine Ashton, EU-Außenpolitikchefin will dafür in Tripolis eine EU-Mission einrichten, um die Hilfe zu koordinieren.

13:30 Der Iran reagiert

Der Iran warnt die lybischen Aufständischen davor, im Falle eines Sieges ausländische Kräfte ins Land zu lassen. Das Aussenministerium des Iran liess verlauten: «Iran beglückwünscht das muslimische Volk Libyens zu den jüngsten Entwicklungen, appelliert aber auch an es, die Hegemonial-Mächte davon abzuhalten in das post-revolutionäre Libyen einzugreifen». Der Iran stellte sich zwar gegen einen NATO-Eingriff, doch unterstützte es die Aufständischen von Anfnang an. Die NATO dementierte denn auch Gerüchte, wonach sie mit Flugzeugen in der letzten Nacht Gaddafis Anwesen angegriffen hätten.

Hoher Besuch für die Rebellen: der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist in Bengasi eingetroffen. Er erklärte, dass die NATO weiterhin Einsätze in Libyen fliegen wird, bis sich die LAge beruhigt habe.

13:15 Evakuierungsaktion vorerst gescheitert

Das Hilfsschiff der IOM, dass schon seit Stunden vor Tripolis wartete, um anlegen zu können, muss weiterhin abwarten. Dies teilte IOM-Chef Jean-Philippe Chauzy mit. Das Schiff sollte etwa 300 Gastarbeiter aufnehmen und in Sicherheit bringen.

13:00 Saif soll seine Bewacher bestochen haben

Die Aufständischen haben dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag die Festnahme des Gaddafi-Sohns Seif al Islam gar nie bestätigt. Fadi El Abdalla, Sprecher des IStGH, sagte, es hätte zu keinem Zeitpunkt eine offizielle Bestätigung seitens der Rebellen über die Gefangennahme Saif al Islams gegeben. Hingegen hatte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo verkündet, Saif sei festgenommen worden. Mittlerweile geht das gerücht, Saif habe seine Bewacher bestochen, um freizukommen.

Weiterhin bleibt das Hilfsschiff von der Organisation für Migration (IOM) vor der Küste Tripolis' wegen andauernder Kämpfe in Wartrestellung. Weiter tielte das IOM mit, dass die Behörden von Gaddafi auf die Bitte, das Schiff anlegen zu lassen, nicht reagiert hätten.

Was genau ist passiert letzte Nacht in Tripolis?

12:15 Ist das Öl der Schlüssel für eine friedliche Zukunft?

Experten sehen in den Öl-Milliarden einer der Schlüssel für eine friedliche Zukunft Libyens. Zwar sind die Öl-Voprkommnisse über das ganze Land verteilt, doch konnte von dem daraus entsprungenen Wohlstand bisher nur das Umfeld des Gaddafi-Regimes profotieren. Experten raten dem Übergangsrat deshalb, das Öl wieder zum fliessen zu bringen und das damit verdiente Geld in Projekte zu investieren, von denen die breite Bevölkerung profitieren könne, so der Libyen-Experte Imad Al-Anis von der britischen Universität Nottingham.

Auch Shashank Joshi vom britischen «Royal United Services Institute» warnte, dass nun sehr viel Geld in die Taschen des Nationalen Übergangsrates fliesse und dieser nun vorsichtig damit haushalten sollte.

12:00 Auch Mohammed Gaddafi geflohen

Gemäss der Nachrichtenagentur Reuters ist es wieder zu heftigen Explosionen in der Nähe vor dem Gebäudekomplex Bab al-Asisija, in dessen Bunkersystem Gaddafi noch immer vermutet wird.

Nun soll auch der von den Rebellen unter Hausarrest gestellt Gaddafi-Sohn Mohammed soll befreit worden sein. Es seien ihm Soldaten zu Hilfe gekommen, berichtet der Fernsehsender al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise. Noch gestern sagte Mohammed in einem Telefoninterview mit Al Jazeer, dass Rebellen sein Haus umstellt hätte, doch während des Gesprächs war Gewehrfeuer zu hören, worauf die Verbindung zusammenbrach.

Hier das Telefoninterview:

11:50 Schweiz will Gaddafi-Gelder an Libyen zurückgeben

Sollte das Gaddafi-Regime gestürzt werden, will die Schweiz die gesperrten 650 Millionen Franken - beispielsweise von der Libyschen Zentralbank oder der nationalen Erdölgesellschaft - raschmöglichst wieder an Libyen zurückgeben. «Sobald die UNO-Sanktionen gegen Libyen aufgehoben sind, werden die Gelder freigegeben», sagte Roland E. Vock, Leiter Sanktionen beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). «Wir gehen davon aus, dass der UNO-Sicherheitsrat die Finanzsanktionen nun rasch anpasst. Es wird keine langwierigen Verfahren wie bei Potentatengeldern geben», erklärte Vock am Dienstag auf Anfrage der sda.

Noch ist unklar, wieviel Geld der Gaddafi-Clan in der schweiz hat. Oppositionelle schätzen Gaddafis Vermögen auf über 100 Milliarden Euro, doch verlässliche Zahlen gibt es nicht.

Weltweit sind insgeasmt noch 40 Milliarden Euro des Gaddafi-Clans eingefroren: 22 Mrd davon in den USA, 7,2 Mrd in Deutschland und 1,2 Mrd in Österreich.

11:25 Frankreich entsandte Ausbilder und Waffen an die Rebellen

Frankreich stellt sich immer deutlicher auf die Seite der Rebellen: Aussenminister Alain Juppé erklärte, dass Frankreich Ausbilder und Waffen zu den Rebellen entsandt habe. Gleichzietig warnt Juppé vor der Euphorie, denn noch sei der Sieg nicht errungen. Auch der französische Verteidigungsminister sagte, dass die Situation noch immer nicht unter Kontrolle sei.

Weiterhin beklagen die Ärzte des IKRK in Tripolis einen Mangel an Arzneimitteln, um die zahlreichen Verwundeten zu behandeln.

Saif al-Islam Gaddafi
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Saif al-Islam Gaddafi
Saif al-Islam Gaddafi
Saif al-Islam Gaddafi
Saif al-Islam Gaddafi
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Saif al-Islam Gaddafi

Saif al-Islam Gaddafi

Keystone

11:00 Das IOM-Schiff ist unterwegs

Auf ein schnelles Ende in Libyen hofftv auch Alain Juppé, seines Zeichens französischer Aussenminister. Frankreich und Großbritannien seien für drei Viertel der Einsätze in den vergangenen Monaten verantwortlich gewesen, sagte Juppé gegenüber Europe-1. Nun wende sich die französische Regierung der Ära nach Gaddafi zu und tut es damit Deutschland gleich.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) plant die Evakuierung von zahlreichen Gastarbeitern und Einwanderern aus Tripolis per Schiff. Das Schiff verliess gestern Nachmittag Bengasi und wird noch heute in Tripolis erwartet. Ob das Schiff aber an den Hafen von Tripolis wird anlegen dürfen, ist noch immer unklar (siehe Ticker von gestern, Eintrag um15:50)

10:00 NATO sieht Gaddafi-Regime am Ende

Nato-Sprecher Roland Lavoie gab «BBC Radio 4» ein Interview und sagte, dass es noch immer schwierig sei, festzustellen, welche Bereiche von Tripolis nun von welcher Seite kontrolliert würden. Seiner Meinung nach sei aber Gaddafi am Ende.

Auch Libya TV berichtet, dass drei Viertel von Tripolis sich in den Händen der rebellen befinde.

Viele Libyer hatten letzte Nacht Kurzmitteilungen erhalten, in denen die NATO der Bevölkerung zum Sturz Gaddafis gratuliert wurde.

Hier noch der Auftritt Saif al-Islam Gaddafis gestern Nacht vor versammelter Weltpresse:

09:30 Westerwelle fordert fairen Prozess

Guido Westerwelle fordert einen fairen Prozess für Gaddafi und seine Söhne und hofft, dass Gaddafi und seine Familie dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag überstellt würden.

09:00 Wie konnte Saif fliehen?

Die Welt rätselt über den nächtlichen Medien-Auftritt von Gaddafis Sohn Saif al-Islam. Waheed Burshan, der Präsident des libyschen Überganngsrates bestätigte, dass sie Saif am Sonntag verhaftet hätten.Derzeit sei noch immer unklar, wie Saif fliehen konnte.

06:00 NATO verteilt Flugblätter

Germäss Al Jazeera gibt es nur noch ein Spital in Tripolis, das seinen Betrieb noch aufrecht erhalten könne, doch sei es überfüllt mit Verwundeten der Kämpfe. Es würden sofort mehr Ärzte und Medikamente gebraucht. Der Sender berichtet auch, dass die NATO Flugblätter über Tripolis abgeworfen habe, die die Gaddafi-Getreuen zur Niederlegung der Waffen motivieren sollten.

05:00 Hilferuf an die restliche Welt

Der Nationalrat - ein von den Rebellen gegründetes Gremium - fordert von der internationalen Gemeinschaft eine Flugverbotszone über Libyen. Dies darum, weil dann Gaddafi nicht mehr «sein eigenes Volk bombardieren» könne.

02:00 Auch Studenten bereiten sich auf Kämpfe vor

In der Nacht auf Smstag seien zum ersten Mal auch Schüsse in Gaddafis Geburtsstadt Sirte zu hören gewesen, zietiert die BBC den Universitätsprofessor Dr. Sunita Singh. Er berichtet, dass mittlerweile jeder Student eine Waffe trage und sie nicht mehr zu den Vorlesungen kommen würden, weil sie stattdessen die Stadt verteidigten.

01:00 Aufruf der Rebellen an die internationale Gemeinschaft, sie zu unterstützen

Der Rebell Salem Saleem, sagte in der BBC, wie die internationale Gemeinschaft dem libyschen Volk helfen könnwe: «Mit der Anerkennung des Nationalen Rats als einzige legitime Volksvertretung, der Einrichtung einer Flugverbotszone sowie der Unterstützung der Opposition mit Telekommunikationsgeräten und Informationen zu Bewegungen der Gaddafi-Truppen.»

00:30 Rebellen erwarten nächtliche Kämpfe auch in Sawija

Die Panzer von Gaddafis Truppen haben sich aus dem umkämpften Stadtzentrum von Sawija zurückgezogen, dies berichten Rebellen in der BBC. Noch sind die Gründe dafür unklar. Die stadt ist mancherorst beschädigt von den Kampfhandlungen. Mohammed, ein Einwohner Sawijasberichtete der BBC, dass Gaddafis Truppen den Ost- und Westeingang der Stadt bewachen würden. «Wir erwarten heute Nacht einen Angriff. Wir sind bereit», so Mohammed.

00:15 Westerwelle fordert Sanktionen gegen Gaddafi

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle fordert Sanktionen gegen Gaddafi. Er forderte, dass der Uno-Sicherheitsrat sich erneut mit der Lage in Libyen befassen sollte. Westerwelle betonte aber, dass ohne Zustimmung von Libyens Nachbarn nichts möglich sei.

Gemäss BBC haben Einwohner von Bengasi immer grössere Schwierigkeiten, Nahrungsmittel, Medikamente oder Trinkwasser zu bekommen. Auch die Einwohner von Sawija braucht dringend Hilfe: «Bitte helft uns, wir sterben hier. Alles, was wir brauchen, sind medizinische Hilfe und Nahrungsmittel, bitte helft», so Ahmed Al Ghzieri aus Sawija.

Die Rebellen zahlten und zahlen noch immer einen hohen Blutpreis
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Selbst beim Nickerchen bleibt die Waffe dicht an seiner Seite
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Augen voller Hoffnung
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Bereits wird der Sieg der Rebellen in Tripolis gefeiert
Rebellen liefern sich heftige Kämpfe mit den Gaddafi-getreuen Truppen

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00:00 Massaker in Sawija

Ein Arzt berichtete der NAchrichtenagentur AFP von einem Blutbad, das die Gaddafi-Truppen in Sawija angerichtet hätten. Gaddafis Truppen hätten sehr viele Menschen umgebracht, berichtete der Arzt unter Tränen.

Hier eine Zusammenfassung der Geschehnisse der letzten Nacht:

Gaddafi-Sohn doch nicht in den Händen der Rebellen

Entgegen den Angaben der libyschen Rebellen befindet sich Gaddafis Sohn Saif al-Islam nicht in den Händen der Aufständischen. Saif zeigte sich am späten Montagabend demonstrativ in Tripolis im Hotel Rixos, in dem zahlreiche ausländische Korrespondenten ihr Quartier haben.

«Ich bin gekommen, um die Lügen zu widerlegen», sagte Saif al- Islam. Er zeigte sich zuversichtlich, die Aufständischen noch zu besiegen: «Wir haben den Rebellen das Rückgrat gebrochen. Es war eine Falle.» Auf die Frage, ob sein Vater sich noch in Tripolis befinde und in Sicherheit sei, erwiderte er achselzuckend «selbstverständlich». Der genaue Aufenthaltsort blieb aber weiter unklar. Als mögliches Versteck gilt nach wie vor das Bunkersystem unter der Residenz.

Saif al-Islam lud die Journalisten zu einer Fahrt durch die Stadt in seinem Konvoi ein. Der Konvoi aus gepanzerten Geländewagen fuhr durch Strassen voller bewaffneter Gaddafi-Gefolgsleute und durch das Viertel Bu Slim, das als Hochburg der Regimetreuen gilt. Vor Gaddafis Residenz Bab al-Asisija warteten mindestens 100 Männer auf Waffen, die an Freiwillige zur Verteidigung des Regimes verteilt wurden. Saif al-Islam versicherte ihnen, «Tripolis ist unter unserer Kontrolle».

Zweiter Bruder geflohen
Zugleich sprach Saif von einem technologisch aufgerüsteten Propagandakrieg, den die NATO zusammen mit den Rebellen gegen Gaddafi führe. Damit bezog er sich auf Kurzmitteilungen, die zahlreiche Handy-Nutzer am Montag in Tripolis bekommen hatten und in denen der libyschen Bevölkerung zum Sturz Gaddafis gratuliert wurde.

Die Rebellen hatten in der Nacht zuvor die Festnahme Saif al-Islams gemeldet, später wurden die Informationen vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno- Ocampo, bestätigt. Auch weitere Brüder wurden nach Rebellenangaben festgenommen.

Mohammed al-Gaddafi ist seinen Bewachern entkommen

Mohammed al-Gaddafi befindet sich allerdings nicht mehr in Gewahrsam der Aufständischen. Er sei seinen Bewachern entkommen, bestätigte ein ranghoher Vertreter der Gaddafi-Gegner in Bengasi. Im Gegensatz zu seinem Bruder spielte er keine politische Rolle, sondern war Geschäftsmann.

Die NATO bombardierte am Dienstag in den frühen Morgenstunden das Anwesen der Gaddafi-Familie in der Hauptstadt. Vom Gelände der Residenz waren schwere Explosionen und Gewehrfeuer zu hören. Nach Angaben der Gaddafi-Gegner befinden sich noch bis zu 20 Prozent der libyschen Hauptstadt unter Kontrolle der Gaddafi-Truppen. Gestern vermeldeten die Rebellen, 95 Prozent von Tripolis zu kontrollieren.

Rebellen rüsten sich für langen Kampf

Die Rebellen stellen sich auf einen längeren Kampf um Bab Al- Asisija ein. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Eroberung leicht sein wird», sagte Abdel Hafiz Goga, Sprecher des Nationalen Übergangsrats, in einem Interview mit Al-Dschasira.

Die Bewohner hätten aber nur geringe Chancen, aus Bab Al-Asisija zu entkommen. Am Stadteingang von Tripolis seien zudem Kontrollpunkte errichtet worden, so dass auch Gaddafis Sohn Mohammed nicht flüchten könne.

Auch restliches Libyen versinkt im Krieg

Unterdessen hielten die Kämpfe auch in anderen Teilen Libyens an: In der Umgebung von Sirte, der Geburtsstadt Gaddafis, feuerten regierungstreue Truppen Scud-Raketen in Richtung Misrata, wie die NATO mitteilte. Die Raketen seien aber meist im Meer oder nahe der Küste heruntergekommen, sodass keine grösseren Schäden entstanden seien. Berichte über Tote oder Verletzte lägen nicht vor.