Kommentar
Erfolg bei Wladimir Putin: Chapeau, Didier Burkhalter

Erfolg für Didier Burkhalter: Der Schweizer Aussenminister und Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hat in seiner wichtigsten Mission, seit er in die Landesregierung gewählt wurde, etwas Zählbares herausgeholt.

Stefan Schmid
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Didier Burkhalter und Wladimir Putin.

Didier Burkhalter und Wladimir Putin.

Keystone

Nicht im heimischen Bundeshaus, nein: auf der Weltbühne. Russlands Präsident Wladimir Putin fordert die Separatisten in der Ostukraine zum Verzicht auf das geplante Referendum über deren Abspaltung auf. Das ist nicht selbstverständlich. Der Kreml-Chef gab sich nach dem Treffen mit Burkhalter alle Mühe, deeskalierend zu wirken. Hoffnungsvolle Zeichen des isolierten Staatschefs.

Stefan Schmid

Stefan Schmid

Aargauer Zeitung

Gewiss: Putin ist ein Pokerspieler. Die Lage in der Ukraine bleibt angespannt. Weiterhin droht eine militärische Eskalation. Der Frieden ist noch lange nicht gesichert. Dennoch, so scheint es, dreht Russland vorerst nicht an der Schraube. Putin will als konstruktive Kraft wahrgenommen werden. Das ist auch ein Verdienst von Didier Burkhalter.

Der Bundespräsident hat es mit grossem Einsatz geschafft, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ins Zentrum des internationalen Dialogs zu rücken. Geholfen haben ihm dabei verschiedene Faktoren. Das intakte Ansehen der Organisation in Russland sowie Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, der die Bemühungen der Schweiz stets unterstützt hat. Sicher auch die Neutralität der Schweiz, die in Moskau nicht als Teil der EU wahrgenommen wird, und nicht zuletzt das freundschaftliche Verhältnis zwischen Bern und Moskau. Lange haben wir Schweizer die Bedeutung des OSZE-Vorsitzes unterschätzt. Wohl ein Irrtum: Wenn einer in dieser Krise etwas erreichen kann, dann ist es offenbar Didier Burkhalter.