Ukraine
Erfolg für Burkhalter: Putin hat Militär von Grenze zu Ukraine abgezogen

Russland hat nach den Worten von Präsident Wladimir Putin sein Militär von der Grenze zur Ukraine abgezogen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch.

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Bundespräsident Didier Burkhalter und Wladimir Putin bei ihrem Treffen im Kreml.

Bundespräsident Didier Burkhalter und Wladimir Putin bei ihrem Treffen im Kreml.

Keystone

Zudem befürwortet Putin demnach Gespräche aller Konfliktparteien. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe einen "Runden Tisch" mit allen Konfliktparteien zur Lösung der Ukraine vorgeschlagen, sagte Putin am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Daran sollten sowohl die prowestliche Führung in Kiew als auch prorussische Kräfte aus der Südostukraine teilnehmen, sagte Putin weiter. Das habe Merkel kürzlich bei einem Telefonat angeregt. "Wir unterstützen dies und halten das für einen guten Vorschlag", betonte der russische Präsident. Die Regierung in Kiew lehnt Gespräche mit den "Separatisten" bisher ab.

Putin will Referendum verschieben

Das Referendum über die Abspaltung der "Volksrepublik Donezk" vom Rest der Ukraine wird von prorussischen Separatisten vorbereitet. Sie haben bereits Hunderttausende Wahlzettel gedruckt. Der Westen will die Abstimmung nicht anerkennen.

Putin forderte zudem die Führung in Kiew auf, umgehend ihre "Anti-Terror-Operation" im Osten einzustellen und die extremistischen, regierungstreuen Gruppieren zu entwaffnen.

Zugleich begrüsste Putin die von Russland seit langem geforderte Freilassung des "Volksgouverneurs" des Gebiets Donezk, Pawel Gubarew, der als politischer Hoffnungsträger gilt. "Wir erwarten die Freilassung aller politischen Gefangenen", sagte Putin.

Putin hatte sich zuvor mit Bundespräsident Burkhalter getroffen. Der Schweizer Aussenminister ist der amtierende Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Begleitet wurde Burkhalter vom Schweizer Botschafter Tim Guldimann, OSZE-Sonderbeauftragter für die Ukraine.

Erneut Kämpfe in der Ostukraine

Trotz der diplomatischen Offensiven berichteten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk prorussische Kräfte von einem neuen Angriff ukrainischer Regierungstruppen. Am Stadtrand habe es zwei schwere Explosionen gegeben, teilten die Gegner der prowestlichen Regierung in Kiew der russischen Staatsagentur Ria Nowosti mit.

Anwohner berichteten von Sturmgeläut als Warnung, sich in Sicherheit zu bringen. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt.

Gegen die 120'000-Einwohner-Stadt Slawjansk im Raum Donezk gehen Truppen der Kiewer Regierung seit Tagen mit Panzerfahrzeugen und schwerer Gefechtstechnik vor. Bei der "Anti-Terror-Operation" im russisch geprägten Osten des Landes starben nach Informationen beider Seiten bereits zahlreiche Menschen, Dutzende wurden verletzt.

Auch aus Mariupol wurden Kämpfe gemeldet. Medienberichten zufolge eroberte die ukrainische Nationalgarde nach heftigen Kämpfen mit prorussischen Separatisten das Rathaus der Hafenstadt zurück.

Die Rebellen hätten die Hauptdurchgangsstrasse der ostukrainischen Stadt mit brennenden Reifen und einem angezündeten Bus blockiert, nachdem sie aus dem Gebäude gedrängt worden seien, berichtete ein ukrainischer Fernsehsender. Am Morgen habe es jedoch keine Verkehrsbehinderungen mehr gegeben. Der Bericht konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Im Osten der Ukraine haben Separatisten in mehreren Städten zahlreiche Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Die Lage ist äusserst angespannt, seit Regierungstruppen versuchen, die Rebellen mit Gewalt zurückzudrängen.