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41 Tote bei Flugzeugkatastrophe in Moskau: Flugschreiber gefunden

Nach dem Brand eines russischen Passagierjets am Moskauer Flughafen Scheremetjewo mit 41 Toten suchen die Ermittler weiter nach der genauen Unfallursache. Dazu sollen Überlebende, Augenzeugen und Flughafenmitarbeiter befragt werden.
Bei der Notlandung einer russischen Passagiermaschine auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo sind am Sonntag 41 Menschen ums Leben gekommen. (Bild: KEYSTONE/EPA SLEDCOM.RU/RUSSIAN INVESTIGATIVE COMMITTEE / HANDOUT)Bei der Notlandung einer russischen Passagiermaschine auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo sind am Sonntag 41 Menschen ums Leben gekommen. (Bild: KEYSTONE/EPA SLEDCOM.RU/RUSSIAN INVESTIGATIVE COMMITTEE / HANDOUT)
Die Behörden Russlands gehen derzeit der Ursache für das Flugzeugunglück von Moskau am Sonntag nach. (Bild: Riccardo Dalla Francesca via AP)Die Behörden Russlands gehen derzeit der Ursache für das Flugzeugunglück von Moskau am Sonntag nach. (Bild: Riccardo Dalla Francesca via AP)
Mehrere Menschen im Flughafen filmten die Notlandung. (@artempetrovich via AP)Mehrere Menschen im Flughafen filmten die Notlandung. (@artempetrovich via AP)
Löschschaum bedeckt die Rollbahn und das zerstörte Flugzeug. (Bild: KEYSTONE/AP Moscow News Agency)Löschschaum bedeckt die Rollbahn und das zerstörte Flugzeug. (Bild: KEYSTONE/AP Moscow News Agency)
(Bild: Moscow News Agency photo via AP)(Bild: Moscow News Agency photo via AP)
Ambulanzen am Flughafen. (Bild: EPA/SERGEI ILNITSKY)Ambulanzen am Flughafen. (Bild: EPA/SERGEI ILNITSKY)
Das Flugzeug am Montag nach dem Unglück. Nun sollen die Flugschreiber ausgewertet werden. (Bild: AP Photo/Pavel Golovkin)Das Flugzeug am Montag nach dem Unglück. Nun sollen die Flugschreiber ausgewertet werden. (Bild: AP Photo/Pavel Golovkin)
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Flugzeugkatastrophe in Moskau

(sda/dpa/afp)

Dies teilte das staatliche Ermittlungskomitee nach der Katastrophe in der Nacht auf Montag. Bisher geht die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot davon aus, dass ein Technikfehler den Piloten der Maschine vom Typ Suchoi Superjet-100 auf dem Weg nach Murmansk im Norden Russlands zum Umkehren zwang. Am Moskauer Flughafen ging die Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf.

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Es gab aber auch Aussagen von Augenzeugen, nach denen das Flugzeug von einem Blitz getroffen worden sein soll. Als die Maschine mehrmals auf dem Rollfeld des Flughafens aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen und zog eine dicke Rauchwolke hinter sich her.

Ein Passagier filmte die Notlandung aus dem Flugzeug:

Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle berichtete, misslang der erste Versuch einer Notlandung. Beim zweiten Mal habe dann erst das Fahrwerk und dann die Spitze des Flugzeugs den Boden berührt. Dabei habe es Feuer gefangen. Die Behörden gehen derzeit der Ursache für das Unglück nach. Sie ermittelten in alle Richtungen. Es sei aber noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen, hiess es.

Die Flugschreiber der Maschine seien im Wrack entdeckt worden, hiess es am Montag aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge. Die Auswertung könne mehrere Tage dauern. Flugschreiber enthalten unter anderem Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche, was für Ermittler sehr wichtig ist bei der Klärung der Unfallursache. Die sogenannten Blackboxes sind so robust gebaut, dass sie normalerweise auch ein Unglück überstehen sollten.

So sieht das ausgebrannte Flugzeugwrack aus:

Weitere Grossbestellung

Die Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Aeroflot hat zurzeit 50 Jets dieses Typs im Einsatz, erst im vergangenen Herbst kündigte sie den Kauf von weiteren 100 Maschinen an. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hiess es.

An Bord des Fluges SU1492 waren 78 Menschen. Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden zwei Kinder und ein Flugbegleiter. Viele der Verletzten erlitten laut Rettungskräften Rauchgasvergiftungen.

An Bord der Maschine brach Panik aus, wie auf einem im Internet veröffentlichten Video zu hören und zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten auch, wie die rechte Tragfläche der Maschine brannte. Videos des Unglücks verbreiteten sich generell in den Onlinediensten rasend schnell. Ein weiteres Video zeigt, wie das in Russland hergestellte Flugzeug auf dem Rollfeld aufschlägt und danach in Flammen aufgeht. Insassen retteten sich über Notrutschen aus der brennenden Maschine, aus der dichte Rauchwolken aufstiegen.

Keine Informationen über Schweizer Opfer

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, dass derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer vorliegen würden. Die Abklärungen dazu seien im Gang. Die Schweizer Vertretung in Moskau stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort.

Putin reagiert

Das Feuer wurde nach Angaben des Flughafens und des Zivilschutzes schnell gelöscht. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug in weniger als einer Minute über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit. «Die Crew hat alles ihr Mögliche getan, um die Leben der Passagiere zu retten und den Betroffenen Nothilfe zu geben.»

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu. In dem Gebiet Murmansk nahe der finnischen Grenze solle den Opfern gedacht werden, sagte der Gouverneur der Region.

Nach dem Unglück wurden zunächst einige Maschinen auf andere Moskauer Flughäfen umgeleitet. Der Betrieb auf Russlands grösstem Flughafen Scheremetjewo wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Mehr als 100 Flüge waren verspätet.

Schwere Flugzeugunglücke sind in Russland keine Seltenheit

2018

11. Februar: Eine Maschine vom Typ Antonow 148 der russischen Fluggesellschaft Saratow stürzt kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo ab. Alle 71 Menschen an Bord sterben. Ermittlungen zufolge führten Fehler der Besatzung zu dem Unglück.

2016

25. Dezember: Eine in Adler, südlich von Sotschi, gestartete Militärmaschine mit 92 Menschen an Bord stürzt ins Schwarze Meer. Unter den Todesopfern sind 64 Mitglieder des berühmten Alexandrow-Ensembles, das auch als Chor der Roten Armee bekannt ist. Der Chor sollte bei den Neujahrsfeiern der in Syrien stationierten russischen Soldaten auftreten.

Auch neun Journalisten des russischen Fernsehens waren an Bord der Unglücksmaschine. Schuld an dem Absturz soll ein Pilotenfehler gewesen sein.

19. März: Eine Boeing 737 der emiratischen Billigfluggesellschaft FlyDubai stürzt auf dem Flughafen von Rostow am Don im Süden Russlands ab. 62 Menschen sterben. Die Besatzung hatte wegen schlechten Wetters einen zweiten Landeversuch unternommen, der aber missglückte.

2013

17. November: Eine Boeing 737-500 der russischen Airline Tatarstan verunglückt beim Landeversuch auf dem Flughafen von Kasan. 50 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.

2012

2. April: Eine Maschine vom Typ ATR-72 der russischen Fluggesellschaft Utair verunglückt bei einer Notlandung in Sibirien. Es gibt 33 Todesopfer und zwölf Schwerverletzte.

2011

7. September: Eine Yak-42-Maschine stürzt kurz nach dem Start vom Flughafen Jaroslaw, 300 Kilometer nordöstlich von Moskau, ab. Alle 45 Insassen kommen ums Leben, darunter eine Eishockey-Mannschaft. Ermittler nennen Pilotenfehler als Ursache.

20. Juni: Eine RusAir-Maschine vom Typ Tupolew 134 aus Moskau stürzt bei schlechtem Wetter beim Landeversuch in Petrosavodsk in der nordwestlichen Region Karelien ab. 47 der 52 Insassen starben. Laut einer Untersuchung war der Pilot betrunken.

2010

10. April: Eine Tupolew 154 mit 96 Menschen an Bord, darunter Polens damaliger Staatschef Lech Kaczynski und eine hochrangige polnische Delegation, stürzt bei Nebel bei einem Landeversuch nahe des westrussischen Smolensk ab. Es gibt keine Überlebenden.

Die polnische Delegation aus Politikern und Militärs war auf dem Weg zu einer Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Massakers von Katyn, wo die sowjetische Geheimpolizei im Zweiten Weltkrieg mehrere tausend polnische Offiziere erschossen hatte. Der Absturz belastet die russisch-polnischen Beziehungen nachhaltig

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