Italien
Ermittlungen gegen Berlusconi «Natürlich habe ich das Geld genommen»

Der ehemalige Mitte-links-Politiker Sergio De Gregorio wechselte einst ins Lager von Silvion Berlusconi. Dafür soll er drei Millionen Euro bekommen haben. Nun singt er vor den Richtern in Neapel und gibt auch offen zu, dass er das Geld genommen hat.

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Es wird immer enger für Silvio Berlusconi.

Es wird immer enger für Silvio Berlusconi.

Keystone

Der ehemalige Senator Sergio De Gregorio hat in einem Interview seine Aussage bekräftigt, dass er von Silvio Berlusconi bestochen wurde. «Natürlich habe ich das Geld genommen, so wie ich es den Staatsanwälten gesagt habe», sagte De Gregorio der der Online-Ausgabe von «La Stampa».

Berlusconi soll De Gregorio im Jahr 2006 insgesamt drei Millionen Euro zukommen haben lassen, damit De Gregorio zu seiner Partei wechselte. De Greogrio war damals noch Mitglied der Partei L'Italia dei Valori des ehemaligen Richters Antonio di Pietro.

De Gregorios Überlaufen hatte Folgen: Die damalige Mitte-links-Regierung unter Romano Prodi brach zusammen. Berlusconi gewann die Neuwahlen. De Gregorio soll damals hoch verschuldet gewesen sein. Gemäss der römischen Tageszeitung «Il Fatto Quotidiano» soll Berlusconi dem Senator zwei Millionen des Bestechungsgelds in monatlichen Raten ausgezahlt haben. Die restliche Million soll der Ex-Premier ihm als «Unterstützung seiner Bewegung» überwiesen haben.

De Gregorio soll sich bereits dreimal mit Vertretern der Staatsanwaltschaft Neapel getroffen haben. Die Neapolitaner ermitteln gegen Berlusconi, De Gregorio und den Unternehmer Valter Lavitola wegen Korruption und illegaler Parteienfinanzierung. (rsn)