Erneut Gewalt zwischen Flüchtlingen und Polizei an EU-Aussengrenze

An der EU-Aussengrenze zwischen Bosnien und Kroatien hat es am Mittwoch den zweiten Tag in Folge Zusammenstösse zwischen Flüchtlingen und der Polizei gegeben.

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(sda afp) Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden mindestens drei Migranten verletzt, darunter eine Frau, die eine blutende Kopfverletzung erlitt.

Etwa hundert Flüchtlinge durchbrachen auf ihrem Marsch ins EU-Land Kroatien eine Kette bosnischer Polizisten, wurden dann aber von Anti-Aufruhr-Einheiten beider Länder gestoppt.

Die Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Nach Angaben des kroatischen Innenministeriums wurden zwei Polizeibeamte durch Steine werfende Migranten «leicht verletzt». Der kroatische Regierungschef Andrej Plenkovic bekräftigte, dass sein Land die Grenzen weiterhin vor «illegalen Einreisen und Migrationen» schützen werde.

Die Flüchtlingsgruppe, der auch junge Kinder angehörten, hatte Zelte dabei. Sie schien entschlossen zu sein, bei kühlen Temperaturen am Strassenrand in der Nähe des Grenzübergangs Maljevac zu übernachten. Hilfsgruppen warnten wiederholt vor einer humanitären Krise, sollte nicht besser für die Flüchtlinge gesorgt werden.

Die bosnischen Behörden haben in der Region im Nordwesten, wo sich die meisten Migranten befinden, keine Aufnahmezentren eingerichtet. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des Sicherheitsministeriums etwa 20'000 Migranten in Bosnien registriert. Einigen gelingt es, die Grenze zu überwinden, aber tausende harren in behelfsmässigen Notunterkünften aus. Am Mittwoch eröffnete die Regierung eine Unterkunft für etwa 400 Menschen nahe der Hauptstadt Sarajevo.