USA

Erste Massenkundgebung Trumps seit Corona - Angriff auf Deutschland

Der Neustart des Wahlkampfs ist für US-Präsident Donald Trump bei der ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise enttäuschend verlaufen. Bei der Veranstaltung in einer Arena in Tulsa (Oklahoma) blieben am Samstagabend zahlreiche der gut 19'000 Plätze leer.

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Make America great again: Unterstützer von US-Präsident Donald Trump halten in Tulsa Schilder in die Höhe. Im Hintergrung sind leere Sitze zu sehen.

Make America great again: Unterstützer von US-Präsident Donald Trump halten in Tulsa Schilder in die Höhe. Im Hintergrung sind leere Sitze zu sehen.

KEYSTONE/EPA/ALBERT HALIM

Vor Tausenden jubelnden Unterstützern griff der Republikaner Deutschland, die US-Demokraten und die Medien an. Ein Thema, dass die Amerikaner jüngst aufwühlte wie kaum ein anderes, liess Trump in seiner mehr als eineinhalbstündigen Rede unerwähnt: den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz.

Trump hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets für die Veranstaltung in Tulsa beworben hätten. Noch kurz vor seinem Abflug nach Tulsa sagte Trump: "Der Andrang ist unglaublich." Die "New York Times" berichtete, die Arena sei nur zu zwei Dritteln gefüllt gewesen. Selbst Trumps Haussender Fox News berichtete, "eine Anzahl Sitze" sei leer geblieben.

Ursprünglich sollte Trump sich auch an eine Menschenmenge vor der Arena wenden. Dort waren eine Bühne und eine Videoleinwand aufgebaut worden - in der Erwartung, dass die Arena überfüllt werden würde. Der Platz vor der Halle blieb aber weitgehend leer, der Auftritt wurde abgesagt.

Trump-Fans fern gehalten

Der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, warf "radikalen Demonstranten" und Medien vor, Sympathisanten vom Besuch der Kundgebung abgehalten zu haben. Immer noch seien die Tausenden Unterstützer aber ein Kontrast zum "schläfrigen Wahlkampf" von Trumps designiertem Herausforderer bei der Wahl im November, Joe Biden. Am Rande von Trumps Auftritt kam es zwar zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Proteste blieben aber weitgehend friedlich, wie die Polizei in Tulsa berichtete.

In seiner Ansprache ging Trump nicht auf Floyd ein, der Ende Mai von einem Polizisten in Minneapolis brutal getötet worden war. Auch Rassismus oder Polizeigewalt thematisierte Trump nicht. Stattdessen sagte der Republikaner mit Blick auf die Wahl im November unter Applaus: "Wenn die Demokraten an die Macht kommen, dann werden die Randalierer das Sagen haben und niemand wird mehr sicher sein."

Trump sagte weiter: "Sie wollen unser Erbe zerstören, damit sie ihr neues Unterdrückungsregime an seiner Stelle durchsetzen können." Der Präsident behauptete fälschlicherweise, die Demokraten wollten Polizeibehörden die Finanzierung entziehen und diese auflösen.

Biden habe sich in seiner Partei "der radikalen Linken ergeben". Floyds Tod hat zu landesweiten Protesten geführt, die anfangs teilweise in Ausschreitungen und Plünderungen ausgeartet waren.