Nato
Ex-Nato-Chef Rasmussen fordert Boykott der WM in Russland

Nach seinem Abgang als Nato-Generalsekretär warnt Anders Fogh Rasmussen vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt. «Die baltischen Staaten könnten die nächsten auf der Liste sein», sagt Rasmussen gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Yannick Nock
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NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Keystone

Der ehemalige dänische Regierungschef rechnet damit, dass der Konflikt noch Jahrzehnte andauern wird. Rasmussen glaubt nicht, dass Sanktionen allein die Russen zum Einlenken bringen. Er befürwortet deshalb einen Boykott der Weltmeisterschaft in Russland 2018.

Das würde Putin empfindlich treffen. «Wenn die Aggressionen weitergehen, sollten politischen Führer weltweit der WM fernbleiben, um zu demonstrieren, wie isoliert Russland von der internationalen Gemeinschaft ist», sagt er gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Für Didier Burkhalter findet Rasmussen hingegen nur lobende Worte – und er könnte sich den Westschweizer als UNO-Generalsekretär vorstellen: «Er wäre ein ausgezeichneter Kandidat. Ich habe ihn mehrmals getroffen und er hat immer einen sehr guten Eindruck hinterlassen.»

Auch seiner Funktion als Vorsitzender der OSZE habe Burkhalter exzellente Arbeit geleistet. Einen Beitritt der Schweiz in die Nato würde Rasmussen begrüssen, allerdings könne sich das Land dann nicht mehr auf den Standpunkt der Neutralität stellen.