US-Präsidentschaftswahlen
Experten entdecken Hinweise auf Wahl-Betrug – wird Trumps Sieg untersucht?

Ein Jurist und ein IT-Experte drängen Hillary Clinton, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl anzufechten. Wahlrechts-Anwalt John Bonifaz und der Direktor des Instituts für IT-Sicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan, J. Alex Halerman, wollen Hinweise gefunden haben, wonach die Resultate in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania manipuliert oder sogar gehackt worden sind. Trumps unerwartet gutes Abschneiden in diesen drei Swing States besiegelte Clintons Niederlage.

Kian Ramezani
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Hochgerechnet könnte Clinton um 30'000 Stimmen gebracht worden sein, so die Berechnungen der Experten. (Archivbild)

Hochgerechnet könnte Clinton um 30'000 Stimmen gebracht worden sein, so die Berechnungen der Experten. (Archivbild)

Keystone

In einer Telefonkonferenz vergangenen Donnerstag mit Clintons Wahlkampf-Chef John Podesta und ihrem Chefjuristen Marc Elias erklärten die beiden, was sie herausgefunden haben: Demnach soll Clinton in Wisconsin in jenen Wahlbezirken mit elektronischen Wahlgeräten sieben Prozent weniger Stimmen erhalten haben als in anderen, wo Scanner und Papierzettel verwendet wurden. Hochgerechnet könnte Clinton so um 30'000 Stimmen gebracht worden sein – sie verlor Wisconsin mit 27'000.

Bonifaz und Halerman haben keine Beweise für Wahlfälschung gefunden, empfehlen aber eine unabhängige Untersuchung einschliesslich Nachzählung und forensischer Prüfung der Wahlgeräte. Nicht zuletzt deshalb, weil die Obama-Regierung Russland beschuldigt hat, die demokratische Partei gehackt zu haben.

Trump steht derzeit bei 290 Elektorenstimmen, Clinton bei 232. Michigans 16 Elektorenstimmen sind hierbei noch nicht zugeteilt, da die Auszählung noch immer läuft. Clinton müsste Michigan und sowohl Wisconsin (10 Stimmen) als auch Pennsylvania (20) gewinnen, um Trump die Mehrheit der Elektorenstimmen zu entreissen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor (zugunsten Clintons) sind die sogenannten «Faithless Electors» («treulose Wahlmänner»), die nicht gemäss ihrer Parteizugehörigkeit stimmen. Mindestens sechs von ihnen haben angedeutet, dass sie Trump nicht wählen werden.

Sollte sich Clinton entscheiden, die Wahl anzufechten, dann müsste sie sich beeilen. Die Deadline in Wisconsin ist am Freitag, in Pennsylvania am Montag und in Michigan am nächsten Mittwoch. Die Obama-Regierung rät ihr offenbar davon ab und will sich stattdessen auf die geregelte Übergabe an Trump konzentrieren.