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Fall Khashoggi: Hinweise auf Verstrickung von Kronprinz Salman verdichten sich

Der saudische Kronprinz soll bereits vor einem Jahr über Attentate auf politische Gegner nachgedacht haben.
Michael Wrase, Limassol
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. (Bild: EPA (Riad, 24. Oktober 2018)

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. (Bild: EPA (Riad, 24. Oktober 2018)

Sieben Minuten hat nach Erkenntnissen des türkischen Geheimdienstes der Todeskampf von Jamal Khashoggi gedauert. Die letzten Verzweiflungsschreie des saudischen Journalisten vor seinem Erstickungstod wurden von den Ermittlern in Istanbul ebenso aufgezeichnet wie die Gespräche der saudischen Killer mit ihren mutmasslichem Auftraggebern in Riad. Laut einem Bericht der «New York Times» konnte mit dem Agenten Maher Abdulaziz Matreb inzwischen jener Mann identifiziert werden, der am 2. Oktober die – aus der Sicht der Mörder – «frohe Botschaft» von der Hinrichtung Khashoggis in die Heimat übermittelte.

«Sag dem Boss Bescheid», soll der 29-jährige Matreb aufgeregt ins Telefon gebrüllt haben: «Die Tat ist vollbracht.» Namentlich erwähnt wurde «der Boss» nicht. Aber nicht nur die Ermittler amerikanischer Geheimdienste sind nach Recherchen der «New York Times» davon überzeugt, dass mit dem «Boss» nur Mohammed bin Salman, alias «MBS», gemeint sein konnte.

«Ein Anruf wie dieser ist so nahe an einem handfesten Beweis, wie er nur sein kann», glaubt auch der frühere CIA-Offizier Bruce Riedel, der fast 20 Jahre in Saudi-Arabien arbeitete und als Kenner des Landes gilt. Ein «unwiderlegbarer Beweis», gibt die «New York Times» zu bedenken, sei der Anruf des Agenten Matreb allerdings nicht. MBS bestreitet weiterhin energisch, «auch nur das Geringste mit dieser Angelegenheit» zu tun zu haben. Der Mord an Jamal Khashoggi sei «furchtbar und inakzeptabel» und müsse aufgeklärt werden, sagte MBS bei einem Treffen mit protestantischen amerikanischen Christen in Riad.

Leiche bis heute nicht gefunden

Einen wirklich substanziellen Beitrag zur Aufklärung des Mordes an Jamal Khashoggi leistete MBS bislang freilich nicht. Und auch die saudische Staatsanwaltschaft, berichten türkische Medien, habe den Istanbuler Ermittlern in den letzten Wochen nicht geholfen. Erst nach vierwöchigem Leugnen und bewusstem Täuschen hatten die Saudis den Mord an Khashoggi gestanden. Hinweise auf den Verbleib der Leiche des Journalisten fehlen bis heute.

Staatspräsident Recep Tayyib Erdogan besteht darauf, dass die «Identität der Puppenspieler hinter der Tötung von Khashoggi enthüllt» werden muss. Dabei leisten auch die grossen US-Medien viel Aufklärungsarbeit und erhöhen so den Druck auf das Weisse Haus, gegen Riad vorzugehen. So berichtete die «New York Times» am Montag, dass saudische Agenten und Vertraute von MBS bereits vor einem Jahr über Attentate auf politische Gegner des Kronprinzen nachdachten. Konkret genannt worden sei damals nicht Jamal Khashoggi, sondern vor allem der iranische Generalmajor Qassem Soleimani. Der 61-Jährige ist der Kommandeur der al-Quds-Einheit, einer Division der iranischen Revolutionsgardisten, die Spezialeinsätze ausserhalb des Irans, in Syrien, Libanon und dem Irak, durchführt.

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