Zika-Virus

Fälle in 60 Ländern: WHO und Partner ändern Taktik im Kampf gegen das Virus

Bei der Bekämpfung des Zika-Virus setzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig stärker auf vorbeugende Aktionen gegen eine Ansteckung insbesondere von Frauen und Mädchen. Eine entsprechend revidierte Anti-Zika-Strategie wurde am Freitag von der WHO und der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) vorgestellt.

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Das Zika-Virus wird durch Mücken übertragen. Jetzt setzt die WHO im Kampf gegen das Virus auf eine neue Taktik. (Archiv)

Das Zika-Virus wird durch Mücken übertragen. Jetzt setzt die WHO im Kampf gegen das Virus auf eine neue Taktik. (Archiv)

KEYSTONE/AP/FELIPE DANA

So sollten etwa Schwangere, ihre Partner und Familien besser darüber aufgeklärt werden, wie sie sich vor einer Zika-Infektion schützen könnten. Zudem solle es auch eine auf das jeweilige Land abgestimmte Sexualberatung und Gesundheitsinformation geben.

Seit der Verabschiedung des ersten Anti-Zika-Programms habe man neue Erkenntnisse über das Virus, dessen Verbreitung sowie mögliche Folgen einer Infektion gewonnen, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. "Die Reaktion erfordert eine einheitliche und gemeinsame Strategie, bei der die Unterstützung für Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter das Herzstück sein muss."

Das Programm umfasst auch den Umgang mit Komplikationen. Dazu zählt die Schädelfehlbildung von Neugeborenen, wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert hat, und das Guillain-Barré-Syndrom, eine Erkrankung des Nervensystems.

Für die Umsetzung der neuen Strategie in den nächsten 18 Monaten seien zusätzlich rund 122 Millionen Dollar bis Dezember 2017 erforderlich, erklärte die WHO. Das Virus grassiert derzeit in rund 60 Ländern. Zu den WHO-Schwerpunkten der Bekämpfung gehört die intensivere Forschung nach einem Impfstoff, die Entwicklung spezieller Behandlungsmethoden sowie von Schnell-Tests zur Diagnose.