Papstwahl
Falscher Bischof schmuggelt sich ins Vorkonklave

Sein Taalr war zu kurz, der Hut zu klein und statt rot war die Schärpe violett: Ein falscher Bischoff aus Deutschland mischte sich unter die Purpurträger, die im Vatikan zur Vorbereitung der Papstwahl eintrafen.

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Der falsche BIschof (links) posiert mit Kardinal Sebiastiana

Der falsche BIschof (links) posiert mit Kardinal Sebiastiana

Keystone

Ein falscher Bischof hat für Aufregung im Vatikan gesorgt. Er mischte sich für kurze Zeit unter die Würdenträger, die dort zur Vorkonklave eintrafen. Demnach fiel der Mann, der sich als Bischof ausgab, schliesslich auf dem Platz vor dem Tagungsort unter mehr als hundert Kardinälen auf. Er wurde daraufhin des Vatikan-Geländes verwiesen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Kardinale aus aller Welt treffen im Vatikan ein. Die rund 200 Purpurträger entscheiden, wann der neue Papst gewählt werden soll. Das Vorbereitungstreffen hat am Montag, 4. März begonnen und dauert voraussichtlich mehrere Tage. Das wichtigste Traktandum: Wann beginnt das Konklave?
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Gianfranco Ravasi 70, Kurienkardinal, ein beliebter Kardinal, der häufig in den Medien ist. Er gilt als Geheimfavorit.
Angelo Scola 71, Erzbischof aus Mailand. Gilt als Kornfavorit - wäre da nicht der Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der ihn nicht als Vertreter Christi möchte.
Angelo Bagnasco 70, Erzbischof von Genua. Aus einfachen Verhältnissen stammend, geniesst er grossen Respekt. Er war es, der Silvio Berlusconi einst zu weniger ausschweifendem Lebenswandel ermahnte.
Angelo Amato 75, aus Apulien, ist er zuständig für die Selig- und Heiligensprechung - eiens der höchsten Ämter im Vatikan. Ein Kardinal, der nicht aneckt.
Christoph Schönborn 68, Erzbischof von Wien. Tabu- oder Reizthemen sind ihm kein Fremdwort. Gilt als Kandidat, wäre da nicht sein deutschsprachiger HIntergrund.
Kurt Koch 62, aus Luzern stammend, früherer Bischof von Basel, wäre ein Überraschungskandidat, sieht er sich doch als Aussenseiter. Er wurde von Benedikt XVI. zum Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen ernannt.
Odilo Scherer 63, Erzbischof von Sao Paolo, der grössten Diäzöse im grossten katholischeh Land der Welt. Er ist Brasilianer deutschen Ursprungs.
Joao Braz de Aviz 65, Kurienkardinal, ehemaliger Bischof von Brasilia. Kein Befreiungstheologe.
Leonardo Sandri 69, Buenos Aires. Ihm fehlt die seelsorgerische Praxis. Seit 1974 in den Diensten des Heiligen Stuhls.
Luis Antonio Tagle 55, Erzbischof von Manila. 55, einer der jüngsten unter den Papabili. Der Erzbischof von Manila ist erst seit wenigen Monaten Kardinal, die Papstwahl kommt für ihn deshalb wohl viel zu früh.
Timothy Dolan 63, Erzbischof von New York, sehr mediengewandt, aber theologisch sehr konservativ. Ein US-Amerikaner als Papst ist für viele dennoch undenkbar.
Laurent Monsengwo Pasinya 73, Erzbischof von Kinshasa, Kongo. Er gilt als Sprachentalent und Top-Kandidat aus Afrika. Er war 2012 vatikanischer Exerzitienmeister.
Peter Kodwo Appiah Turkson 64, Ghana, Favorit aus Afrika.
Oscar Andres Rodriguez Maradiaga 70, aus Honduras, dem gefährlichsten Land der Welt. Auch er gilt als Favorit.
Jorge Mario Bergoglio 76, Erzbischof von Buenos Aires war 2005 der härteste Rivale von Kardinal Joseph Ratzinger. Hat einen Ruf als Reformer, was ihm viele Sympathien einbringt.
Marc Ouellet 68, Präfekt der Bischofskongregation, stammt aus Frankokanadien. Von Amtes wegen ganz oben auf der Liste. Ist ein treuer Gefolgsmann von Papast Benedikt XVI. und gilt als Hardliner.

Kardinale aus aller Welt treffen im Vatikan ein. Die rund 200 Purpurträger entscheiden, wann der neue Papst gewählt werden soll. Das Vorbereitungstreffen hat am Montag, 4. März begonnen und dauert voraussichtlich mehrere Tage. Das wichtigste Traktandum: Wann beginnt das Konklave?

Wann das Konklave beginnt, soll im Laufe der Woche entschieden werden. Die Wahl muss spätestens zwischen dem 15. und 20. März starten. Sie kann aber vorgezogen werden, wenn die Kardinäle dies mehrheitlich wollen und alle Wahlberechtigten in Rom sind. Nach dem Willen des Vatikans soll es bis Ostern einen neuen Papst geben. (cls)

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