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Flugbranche kritisiert «emotionale Klimadiskussion» und warnt vor Klima-Steuer auf Flugtickets

Nach der Fleischbranche wehrt sich nun auch die Flugbranche gegen die Vorwürfe der Klimabewegung.
Gabriela Jordan
Die Flugbranche gerät unter der Klimadiskussion immer mehr unter Druck. (Bild: Christian Merz/Keystone, 13. Oktober 2017))

Die Flugbranche gerät unter der Klimadiskussion immer mehr unter Druck. (Bild: Christian Merz/Keystone, 13. Oktober 2017))

Aufgrund der Klimabewegung sind derzeit verschiedene Branchen unter Druck. Als Vertreter der Fleischwirtschaft hat vor zwei Tagen etwa SVP-Nationalrat und Metzger Mike Egger seinem Unmut Luft gemacht. Manche sprächen über Fleisch, als wären es Zigaretten, ärgerte er sich.

Gestern tat es ihm die Flugbranche gleich, wenn auch auf diplomatischere Art und Weise. Die Branchenverbände IATA und Board of Airline Representatives in Switzerland (BAR) trommelten Medien aus der ganzen Schweiz in Zürich zusammen, um die Bedeutung der Luftfahrt für die Schweizer Wirtschaft aufzuzeigen. IATA – The International Air Transport Association – vertritt um die 290 Fluggesellschaften. «Wir fanden, es sei Zeit, das Bild von der Luftfahrt in der Öffentlichkeit zu korrigieren und für die bislang emotional geprägte Klimadiskussion Zahlen und Fakten zu liefern», sagte Juerg Mueller, Präsident von BAR Schweiz.

13000 Jobs könnten laut dem Branchenverband verloren gehen

Laut der IATA-Studie ist der Beitrag des Luftverkehrs zur Schweizer Wirtschaft beträchtlich. Die Branche generiert demnach direkt und indirekt fast 207000 Arbeitsplätze und trägt 27,7 Milliarden Franken zur Wirtschaft bei. Dies entspricht 4,1 Prozent des BIP. Bei den Arbeitsplätzen eingerechnet sind unter anderem Jobs an Flughäfen wie Mechaniker und Koch, Jobs entlang der Lieferkette wie Treibstofflieferant, oder Jobs in von der Luftfahrt abhängigen Sektoren wie Tourismus.

Bleibt die Schweizer Luftfahrt wettbewerbsfähig, kommen bis 2037 36 000 weitere Arbeitsplätze und nahezu 13 Milliarden Franken zum BIP dazu, heisst es in der Studie. Im Gegensatz dazu könnten im gleichen Zeitraum 13 000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die schädlichste Massnahme wäre in diesem Zusammenhang die Erhebung einer CO2-Steuer für Passagiere, so das Fazit der Branchenverbände. Sie geben damit der Swiss Rückendeckung, die beim Lobbying gegen eine drohende CO2-Abgabe auf Flugtickets schon vor zwei Monaten in die Offensive ging. In einem Schreiben an Politiker warnte sie vor möglichen Betriebseinschränkungen am Flughafen Zürich.

Auf politischer Ebene erhält die Einführung einer solchen Flugticketabgabe im laufenden Wahljahr aber immer mehr Sympathien. Vergangene Woche hat die Mehrheit der Umweltkommission des Ständerates vorgeschlagen, von Passagieren eine Abgabe von 30 bis 120 Franken zu verlangen. Die Branchenverbände kritisieren dies vehement. Das Parlament hätte keine Kenntnis von den Folgen für die Arbeitsplätze. IATA räumte gestern zwar ein, dass die Luftfahrt Kosten für die Umweltbelastung übernehmen müsse. CO2-Emissionen könnten in dieser Branche aber nicht mithilfe lokaler Lösungen gesenkt werden. Der Branchenverband plädiert deshalb für das internationale Emissionshandelssystem Corsia, das derzeit eingeführt wird und zwischen 2021 und 2035 rund 2,5 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen einsparen soll.

Eine Senkung der CO2-Emissionen könnte laut Mueller zudem durch eine Vereinheitlichung des zersplitterten Luftraumes erreicht werden. Der Single European Sky (SES) werde von den Nationalstaaten aber seit Jahren blockiert.

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