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Jemen-Krieg: Friedensverhandlungen in Stockholm beginnen

Der politische Wille, den Bürgerkrieg zu beenden, ist auf beiden Seiten eher gering. Und auch wenn ein Durchbruch bei den anstehenden Friedensgesprächen nicht völlig ausser Reichweite scheint - zu erwarten ist er nicht.
Michael Wrase
Jemenitische Regierungssoldaten bei einem Kampfeinsatz in der östlichen Provinz Marib. (Bild: Soliman Alnowab/EPA; 31. Oktober 2018)

Jemenitische Regierungssoldaten bei einem Kampfeinsatz in der östlichen Provinz Marib. (Bild: Soliman Alnowab/EPA; 31. Oktober 2018)

Den neuen Friedensgesprächen für das vom Bürgerkrieg zerrissene Jemen steht offensichtlich nichts mehr im Wege. Nach der Delegation der Rebellen reisten gestern auch die Vertreter der Regierung zum Konferenzort nach Stockholm. Die Verhandlungen beginnen heute.

Jemen erlebe die «schlimmste humanitäre Krise der Welt», hatte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres Anfang April 2018 gewarnt. Im Juni begann sodann die vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) geführte «arabische Koalition» sunnitischer Staaten die Operation «Goldener Sieg». Ziel war die Rückeroberung von Hodeida aus der Hand der Huthi-Rebellen.

Der «vergessene Krieg» ist wieder im Blickpunkt

Der für 28 Millionen Jemeniten überlebenswichtige Hafen wäre heute vermutlich zerstört. Durch den vom saudischen Königshaus mit allergrösster Wahrscheinlichkeit angeordneten Mord am Journalisten Jamal Khashoggi rückte dieser «vergessene Krieg» aber plötzlich wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Ein «Weiter so wie bisher» war nun nicht mehr möglich. So gelang es, die in die Defensive geratenen Saudis und ihre lokalen Verbündeten zur Teilnahme an «Friedensgesprächen» mit den Huthi zu überzeugen. Die Konzessionsbereitschaft des Kronprinzen hat sich damit aber vermutlich bereits erschöpft. Während die Huthi das Ende der saudischen Totalblockade im Rahmen einer politischen Einigung verlangen, setzt MBS noch immer auf «die militärische Lösung». Zu gross ist die Angst vor einer Umklammerung durch die Iraner, deren Rolle im Jemen-Konflikt nach Einschätzung der meisten Experten jedoch überschätzt wird.

«Der politische Wille zur ­Beendigung der Kämpfe ist auf beiden Seiten ebenso wenig zu erkennen wie Bereitschaft zu si­gnifikanten Konzessionen an die Gegenseite», sagte der an der Universität von Sanaa lehrende Politologe Murad Alazzany in einem Gespräch mit dem Fernsehsender Al-Dschasira. In Stockholm wird es gemäss Beobachtern deshalb zunächst darum gehen, Vertrauen zwischen den Delegationen zu schaffen, nachdem diese jahrelang nicht mehr von Angesicht zu Angesicht miteinander geredet hatten. Ein Durchbruch ist zwar nicht ausser Reichweite, rechnen kann man damit aber nicht. (mwl)

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