Für ihn gilt offenbar kein Reisestopp: Thai-König residiert samt Harem in deutschem Hotel

Während Thailand unter der Pandemie leidet, befindet sich König Rama angeblich seit 10 Wochen in Bayern. Seine Frau weilt unterdessen in der Schweiz.

Christoph Reichmuth aus Berlin
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Exzentrischer Thai-König: Maha Vajiralongkorn.

Exzentrischer Thai-König: Maha Vajiralongkorn.

Bild: Rungroj Yongrit / EPA

Es ist ein Artikel, in dem der Konjunktiv überproportional oft bemüht werden muss. Weil man die Fakten selbst vor Ort nicht überprüfen kann. Weil man nicht ins Grand Hotel «Sonnenbichl» im bayerischen Garmisch-Partenkirchen gelangt und dort, wenn man anruft, auch lediglich eine nette Frauenstimme ab Band erklärt, dass das Viersterne-Haus wegen Corona momentan geschlossen sei.

Doch die deutschen Medien, seriöse wie der «Spiegel» oder die «Welt am Sonntag», berichten von einem seltsamen Gast in dem Ferienort in den bayerischen Voralpen, der im «Sonnenbichl» die vierte Etage für sich und seine mehr als 100-köpfige Entourage gebucht haben soll: Thailands König Maha Vajiralongkorn, 67, auch «Rama X.» genannt, soll die Krise lieber in Bayern als in seiner Heimat aussitzen.

König Rama, seit 2016 Thronfolger seines verstorbenen Vaters, gilt als exzentrisch, tyrannisch und verschwenderisch und soll im Volk sehr unbeliebt sein. Sein Vermögen wird auf 30 bis 60 Milliarden Dollar geschätzt. Wer ihn in seiner Monarchie beleidigt, dem drohen bis zu 15 Jahren Haft.

Freizügig gekleidet beim Wandern

Nach Bayern zieht es den König seit Jahren. Es gibt Bilder aus der Zeit vor Corona, die ihn in einer Art Top und ansonsten Oben-Ohne in einem Supermarkt in Garmisch zeigen, auch geht er gerne freizügig gekleidet auf Wanderungen und Velotouren oder pflückt Erdbeeren im bayerischen Alpenvorland. In Garmisch sollen ihn Bedienstete umgeben, die «Bild» berichtet gar von «20 Sex-Sklavinnen», mit denen sich der Gekrönte in einem Séparée vergnügen soll.

Vor etwa einem Jahr heiratete der König, der sich in früheren Jahren zum Kampfpiloten ausbilden liess und seiner Leidenschaft fürs Fliegen regelmässig am Steuerknüpel seiner eigenen Boeing 737-800 nachgehen soll, die 36 Jahre jüngere Ex-Stewardess Suthida.

Seine Gattin, so schreibt die «Welt am Sonntag», residierte die letzten Wochen in einem Hotel in Engelberg (OW). Ob sie noch immer dort ist, ist unklar. Registrierte Flugrouten zeigen ausserdem, dass der Monarch in den letzten Wochen mit seiner Boeing munter quer durch Deutschland geflogen ist. Gelegentlich soll er auch Zürich angesteuert haben.

Die Frage stellt sich, warum der Exzentriker mit einer mehr als 100-köpfigen Entourage Ferien in Bayern verbringen kann, während fast die ganze Welt im Lockdown ist und Freizeitreisen nach Deutschland untersagt sind. Für seinen Aufenthalt im «Sonnenbichl» besitzt der König eine Ausnahmegenehmigung.

Das zuständige Landratsamt verteidigt die Extrawurst: «Bei den Gästen handelt es sich um eine homogene Personengruppe, bei der keine Fluktuation vorliegt.» Und das Berliner Aussenministerium erklärt, dass das Einreiseverbot für touristische, nicht aber berufliche Reisen gelte. Man gehe davon aus, dass der König seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt auch in Garmisch nachgehe.

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