Libyen-Ticker
Gaddafi hält «öffentliche» Rede am Grünen Platz

Wie schon zuvor Tunesier und Ägypter wollen heute auch die Libyer nach dem Freitagsgebet die Hauptstadt einnehmen und ihren Despoten stürzen. Tausende sind auf den Strassen.

Michael Küng
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Aufstand in Libyen
47 Bilder
Benghazi ist nun in den Händen der Opposition
Demonstranten stehen in Benghazi auf einem Panzer
Ajdabiya Die Stadt Ajdabiya mobiliert Freiwillige für den Kampf gegen die Regime-Truppen. (screenshot: Al Dschasira)
Ölanlage in Brega
Luftangriff auf As Zawiyah Ein Libyer erklärt gegenüber dem Fernsehsender Al Dschasira, dass insgesamt vier Bomben nahe Ajdabija einschlugen. (Creenshot Al Dschasira)
Libyen (screenshot Al Dschasira)
Aufrüsten Ein zur Opposition übergelaufener Armeeangehöriger gibt in einer Militärbasis in Bengasi Munition aus
Sawija Die Tripolis nächstgelegene Stadt ist seit Tagen in den Händen der Opposition. Sie fürchtet einen Gegenangriff von Truppen, die die Stadt umstellt haben.
Gefeierte Journalisten Bürger von Sawija feiern die Machtübernahme in ihrer Stadt und die Ankunft westlicher Journalisten.
Proteste halten an Demonstranten in Bengasi feiern mit der Flagge des ehemaligen Königreichs.
Hillary Clinton vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf (Screenshot CNN)
Saif Al Islam ruft zu den Waffen Die Al-Dschasira-Reporterin berichtet über die ruhige Lage in Bengasi. Rechts Saif Al Islam in einem Amateurvideo, das ihn zeigt, wie er Regimetreue zu den Waffen ruft.
 Hillary Clinton berät in Genf mit Australiens Aussenminister Kevin Rudd und weiteren Ministern der westlichen Welt die Lage in Libyen.
 Reinigungskräfte versuchen die Ordnung im überfüllten Flughafen von Tripolis so gut wie möglich aufrecht zu erhalten.
 Nicht minder schwierig: Die Arbeit der Polizei im Flughafen-Chaos.
Gaddafi hält Rede am Grünen Platz (Screenshot Al Jazeera)
Karte von Tripolis
Opposition auf dem Vormarsch Massen kämpfen und demonstrieren im ganzen Land. (Screenshots Al Jazeera)
Verschwommene Bilder eindrucksvoller Demonstrationen in Bengasi und Derna (v.l.n.r.)
Saïf al-Islam im CNN-Interview, rechts das Freitagsgebet in Dana
Stolze Kämpfer Oppositionelle, die in Albayda schwere Waffen und Panzer von der Armee erobert haben. (Bild: Xinhua)
Gaddafi ist in Bedrängnis Während 20 Minuten hielt Gaddafi heute Nachmittag eine wirre Rede am Telefon, während sich der Ring von Demonstranten, die Stadt um Stadt erobern, immer enger um Tripolis zieht.
Misrata Oppositionelle posieren mit von Paramilitärs zurückgelassenen Waffen und Munition. (Screenshot Al Jazeera)
Derna Oppositionelle feiern im Osten Libyens die Eroberung der Kontrolle über die Stadt Derna.
Misrata Aufständische bejubeln auf einem Panzer die erfolgreiche Verteidigung der Stadt.
Deutsche Marineschiffe vor Libyens Küste Das Versorgungsschiff «Berlin» (Mitte) und die Fregatten «Brandenburg» und «Rheinland-Pfalz» sind im Streifen zwischen Libyen und Malta im Einsatz. (Archivbild)
Ausgebrannt Ein Mann geht durch die Überreste einer ausgebrannten Polizeistation in Derna.
Zwischen Jubel und Trauer Ost und West sind zwei Welten in Libyen: Während der Osten die Vertreibung des Regimes aus seinem Gebiet feiert, mehren sich die Schreckensmeldungen aus dem Westen des Landes.
Bengasi Die nordöstliche gelegene Küstenstadt Bengasi befindet sich seit Montag unter der Kontrolle der Opposition. Kriegsschiffe sollen am Mittwoch offenbar den Befehl erhalten haben, auf die Stadt das Feuer zu eröffnen.
Flüchtlingsstrom 5000 Ägyptische Gastarbeiter haben Libyen bereits verlassen, rund 10 000 warten nach ägyptischen Angaben noch an der Grenze auf ihren Durchlass.
Woher kommen die mysteriösen Söldner?
Gaddafi spricht am libyschen TV: «Libyen ist mein Land» In einer 72 Minuten dauernden, emotionalen und wirren Rede wandte sich Gaddafi am Dienstag Abend an die Libyer.
Libyer demonstrieren weltweit gegen Gaddafi Aus New York, Berlin, London und Kuala Lumpur gibt es bereits Berichte von Demonstrationen, für heute abend um fünf Uhr ist auch eine Demo vor dem Sitz der UNO in Genf angekündigt. Auf dem Bild Demonstranten in Malaysias Hauptstadt. (Screenshot Al Jazeera)
Palästinenser verbrennen in Gaza ein Poster von Gaddafi
Demonstranten schwenken eine Flagge aus der Zeit vor Ghaddafi
 Auf diesem Bild soll laut einem Amateurfilmer zu sehen sein, wie eine Polizeistation in Tobruk von Demonstranten niedergebrannt wird.
 Am späten Montag Nachmittag landeten auf Malta zwei libysche Kampfjets und zwei zivile Helikopter. Laut Al Jazeera handelt es sich bei den Piloten der Kampfflugzeuge um Angehörige der Armee, die sich geweigert haben sollen, auf die Demonstranten zu schiessen und daraufhin die Flucht ergriffen haben.
 Einer der beiden libyschen Helikopter. Unter ihren Passagieren sollen gemäss Medienberichten auch sieben Franzosen gewesen sein.
Dieser Demonstrant zeigt seine Meinung über Gaddafi
Aufstände in Benghazi
Parlamentshaus in Flammen
Saif el-Islam Gaddafi bei der Rede
Malta Der kleine Inselstaat ist Anlaufstelle von Flüchtlingen. Unter ihnen auch zwei Kampfjetpiloten. Am Dienstag ging offenbar ein Schiff der libyschen Armee vor der Insel auf Anker. Seine Absichten waren unklar.
Hillary Clinton und Barack Obama vor der Presse
Einwohner Sewijas feiern das Eintreffen ausländischer Journalisten

Aufstand in Libyen

Keystone

19:13 Jefren, Senten und Dschadu gefallen Angeblich soll die Opposition in drei weiteren Städten die Kontrolle übernommen haben. Sie liegen in der westlichen Bergregion. Trotzdem hat die Opposition noch die Macht über die Mehrheit der westlichen Gebiete Libyens.

Verfolgen Sie die Geschehnisse live auf Al Dschasira:

19:06 Amateuraufnahmen Schüsse in einem Video, das heute Nachmittag in Tripolis aufgenommen wurde

Karte von Tripolis

Karte von Tripolis

Zur Verfügung gestellt

18:54 Stromausfall in Teilen der Stadt Offenbar ist in einigen Quartieren vor kurzem der Strom ausgefallen. Dies melden Twitter-Nutzer in Berufung auf Telefonate mit Anwohnern.

18:53 Chaotische Lage Nachdem zuerst Nachrichten eingingen, die Opposition hätte den Militärflughafen erobert, wird jetzt vermeldet, die Strasse vom militärischen Flughafen zum Grünen Platz werde von Polizisten und Soldaten abgesichert.

18:49 Teile von Tripolis unter Kontrolle der Regime-Gegner Wie Augenzeugen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters berichten, sind inzwischen mehrere Quartiere unter der Kontrolle der Opposition. Nicht dazu gehört das offenbar schwer gesicherte Quartier Bab al-Asisa, in dem sich Gaddafi aufhalten soll.

18:38 Karte von Tripolis

18:26 Gaddafi taucht am Grünen Platz auf Gaddafi hält am Grünen Platz eine öffentliche Rede, in der er ankündigt, «den Kampf mit unseren Feinden» aufzunehmen. Er ruft die Libyer dazu auf, Land und Öl zu verteidigen. Auf dem Platz demonstrieren Gaddafi-Anhänger. Gesendet wurden die Bilder vom libyschen Staatsfernsehen um 18:00 Uhr. Unklar ist, wann die Aufnahmen gemacht wurden.

17:49 Die Demonstranten aus Tajoura sind von der Armee begleitet Die mehreren tausende Oppositionellen die auf dem Weg nach Tripolis sind, sind offenbar in Begleitung der Armee.

17:38 Luftstützpunkt von Demonstranten erobert Guardian-Korrespondent Martin Chulov berichtet, dass der Luftstützpunkt von Tripolis von der Opposition eingenommen wurde. Etwa gleichzeitig wurde bekannt, dass es einem kanadischen Flugzeug am zivilen Flughafen gelang, mit kanadischen Bürgern an Bord zu starten.

17:36 Unübersichtliche Lage Es dürften inzwischen weit über 100 000 Demonstranten auf den Strassen sein. Söldner jagen sie in der ganzen Stadt, einen Überblick über das hektische Geschehen gibt es nicht. An einigen Orten fallen die geschlossenen Demonstrationsgruppen auseinander, während sich an anderen bereits wieder neue bilden.

17:35 50 000 Demonstranten kurz vor Ankunft in Tripolis Die Oppositionellen kommen aus dem Vorort Tajoura in die Hauptstadt. Die Distanz beträgt 14 Kilometer.

17:29 Söldner missbrauchen Ambulanzen um Verletzte umzubringen Schreckliche Umstände in Tripolis. Was zuvor schon britische Rückkehrer berichtet haben, schreiben nun auch Libyer aus Tripolis auf Twitter und Facebook. So sollen Söldner mit Ambulanzen vorfahren, um Verletzte einzuladen die sie im innern des Krankenwagens dann umbringen.

17:27 Tripolis schliesst Luftraum Der Luftraum über Tripolis ist ab sofort bis auf weiteres geschlossen, berichtet die Times of Malta. Ein ägyptisches Flugzeug, das ausserhalb des libyschen Luftraums auf eine Landeerlaubnis wartete, musste umkehren.

17:01 EU beschliesst Sanktionen Die Europäische Union hat sich nach Angabe von Diplomaten auf Sanktionen gegen die libysche Führung um Machthaber Muammar al-Gaddafi geeinigt, um die Gewalt gegen Demonstrierende in dem Land zu stoppen. Die EU-Staaten vereinbarten im Grundsatz Kontosperrungen, Reiseverbote und ein Embargo für Waffen und andere Güter, die zur Repression der Demonstranten dienen können, wie ein EU-Diplomat am Freitag in Brüssel sagte. In der EU war der Ruf nach Sanktionen lauter geworden, nachdem Gaddafi in Ansprachen mehrfach Drohungen gegen die libysche Bevölkerung ausgestossen hatte. In Kraft treten die Bestimmungen allerdings erst am Montag. Ob Gaddafi dann überhaupt noch an der Macht ist, ist inzwischen fraglich.

16:56 Videos von den Protesten in Tripolis Die Internetsperre scheint überwunden zu sein. Jedenfalls tauchen seit zwei Stunden erste Bilder und Videos von den heutigen Protesten in Tripolis im Internet auf.

16:46 Oppositionelle rufen dazu auf, den Grünen Platz Märtyrerplatz zu nennen Märtyrerplatz sei der ursprüngliche Namen des Grünen Platzes. Ab sofort soll deswegen wieder dieser Name für den Platz verwendet werden.

16:43 Video aus Tripolis aufgetaucht Das Libyan Youth Movement informiert auf seiner Facebook-Seite im Minutentakt über die Fortschritte der Oppositionsbewegung. Nun hat es ein erstes Video aus Tripolis veröffentlicht. Es kann hier angesehen werden.

16:28 Revolutionsgarde soll zerbrochen sein Die Revolutionsgarde ist eine 3000 Mann starke Truppe. Von allen Streitkräften steht sie Gaddafi am nächsten. Ein Bruch in der Garde könnte deshalb ein entscheidender Fortschritt für die Opposition sein. Eine Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.

16:22 Libyscher Kampfpilot in ägyptischem Spital eingetroffen Der Mann hatte sich zuvor geweigert, einen Bombardierungsbefehl auszuführen und stieg stattdessen im Osten des Landes mit dem Schleudersitz aus seinem Flugzeug aus. Dabei brach er sich sein rechtes Bein und trug Rückenverletzungen davon. Oppositionelle transportierten ihn daraufhin an die libysch-ägyptisch Grenze wo ihn eine Ambulanz umgehend übernehmen und in ein Spital einliefern konnte. Dies berichtet die ägyptische Zeitung «Al Masry Al Youm».

16:16 UNHCR und IOM rufen zu internationaler Hilfe auf Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) haben von der Internationalen Gemeinschaft am Freitag angesichts des erwarteten Migrationsstroms aus Libyen Massnahmen gefordert.In den vergangenen Tagen seien mehr als 40'000 Menschen aus Libyen nach Tunesien und Ägypten geflüchtet, teilte das IOM mit. Das UNHCR lobte den «humanitären Esprit», welchen die tunesischen und ägyptischen Behörden an den Tag gelegt hätten.

Gleichzeitig forderte die Organisation die internationale Staatengemeinschaft auf, die beiden Nachbarstaaten Libyens bei ihren Anstrengungen zu unterstützen. Das UNHCR habe ein Team an die libysch-ägyptische und zwei Teams an die libysch-tunesische Grenze entsandt, sagte die Sprecherin Melissa Fleming. Weiter werde das Flüchtlingshilfswerk den tunesischen Behörden am Samstag Zelte schicken, in denen bis zu 10'000 Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Laut dem IOM-Sprecher Jean-Philippe Chauzy sitzen tausende Bürger von Staaten in Libyen fest, welche nicht die Mittel für eine Evakuierung haben. Unter anderen hätten Bangladesh, Sri Lanka und Moldawien die IOM um Hilfe für die Rückholung gebeten. (sda)

16:01 Demonstranten erobern Brega Die Protestler haben den Öl-Umschlagplatz Brega eingenommen. Damit droht die Ölproduktion für die Dauer des Konflikts definitiv zusammenzubrechen. Soldaten, die die Stadt eigentlich hätten gegen die Oppositionellen verteidigen sollen, beschützen den Hafen nun gemeinsam mit ihnen, berichtet Reuters.

15:58 30 000 Menschen auf dem Weg zum Grünen Platz Mehrere Quellen sprechen von «mindestens 30 000 Menschen», die inzwischen in Tripolis versuchen, zum Grünen Platz vorzudringen.

15:58 Sicherheitskräfte greifen Sawija an Gaddafi-Treue haben nach Angaben von Al Dschasira versucht, die Stadt Sawija zurückzuerobern, wurden aber von den Demonstranten zurückgedränt.

15:33 6000 Aufständische aus Tajura auf dem Weg nach Tripolis Wie Reporter von Al Dschasira berichten, sollen rund 6000 Demonstranten aus Tajura auf dem Weg nach Tripolis sein.

15:21 Libyan Youth Movement hofft auf baldigen Sieg Die Libyan Youth Movement schreibt auf Facebook von einem Chaos, das in Tripolis herrsche: «Das könnte das Ende bedeuten. Wir sind so stolz auf unsere Hauptstadt.»

15:19 «Sie schiessen auf jeden, der auf der Strasse ist» Das berichten Augenzeugen aus verschiedenen Quartieren der Nachrichtenagentur dpa.

15:17 Regime verschickt SMS Die libysche Führung versucht die Proteste mit SMS-Botschaften zu verhindern. Die Onlineausgabe der libyschen Zeitung «Libya al- Youm» berichtet, in den Botschaften habe es geheissen, dass solche Demonstrationen verboten seien. Ausserdem werde den Menschen in den SMS untersagt, arabische Satellitensender zu schauen. Diese verbreiteten Gerüchte und hetzten das Volk auf. Ein Libyer berichtet, er habe eine SMS bekommen, die zur Rückkehr an die Arbeitsplätze auffordere. Auch die Öffnung der Schulen wurde angekündigt. (sda)

14:55 Angriff auf Oppositionshochburg Bengasi erwartet Der ehemalige Oberst Said sagt gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, die Stadt erwarte für jeden Moment einen Gegenangriff des Militärs. Die Stadt plant einen Marsch auf Tripolis.

Verfolgen Sie die Geschehnisse live:

14:49 Botschafter in Paris und UNESCO treten zurück Nachdem die Pariser Botschaft schon gestern Abend von Demonstranten gestürmt wurde, ist ihr Botschafter heute nun zurückgetreten. Er springt damit wohl in der letzten Sekunde vom sinkenden Schiff, ebenso der UNESCO-Delegierte Libyens.

14:37 Pro-Gaddafi Demonstranten auf Grünem Platz Der Grüne Platz ist das Ziel der Regime-Gegner. Aus seiner Umgebung hören Anwohner heftiges Gewehrfeuer. Wie jetzt Reuters meldet, sollen sich auf dem Platz etwa 50 Befürworter Gaddafis zu einer Kundgebund zusammengefunden haben. Die Zahl der Toten steigt im Janzour-Viertel auf mindestens fünf.

14:29 Livestream aus Bengasi Die Demonstrationen in Bengasi können über einen Livestream der Bewegung «Libya17Feb» verfolgt werden.

14:26 Schüsse in der ganzen Stadt Heftiges Gewehrfeuer wird nun aus fast allen Stadtteilen von Tripolis verkündet.

14:24 Situation kritisch in Tripolis LibyaNewMedia warnt auf Twitter vor Schüssen, Tränengas und Verhaftungen in den Strassen von Tripolis. Die Situation soll «kritisch» sein.

14:22 Demonstranten von ausserhalb erreichen Tripolis «Verstärkungen», wie sie Libyer nennen, sollen aus den Städten Misrata, Sawija, Sintan und Bengasi in den Aussenquartieren von Tripolis eingetroffen sein.

14:16 Sicherheitslinien brechen ein Gemäss Twitternutzer iyad_elbaghdadi haben in Souq al Juma, einem Stadtteil von Tripolis, die Sicherheitskräfte auf Grund der schieren Zahl der Demonstranten aufgegeben.

14:14 Erste Tote in Tripolis Bei den Gefechten im Westen von Tripolis sind gemäss der Nachrichtenagentur Reuters zwei Demonstranten getötet worden.

14:11 Schüsse auf Demonstranten im Westen von Tripolis Gemäss der Nachrichtenagentur Reuters haben Regierungskräfte im westlichen Teil von Tripolis das Feuer eröffnet.

14:10 Oppositionsstädte von Militär umzingelt Wie Al Dschasira berichtet, werden Oppositionsstädte von massiven Militärkräften umzingelt – wer eine Stadt verlässt, begebe sich unweigerlich in Gefahr, so eine Reporterin.

14:10 Telefonanruf aus Tripolis Aus Sicherheitsgründen anonym.

14:00 Bis zu eine Million Demonstranten erwartet Twitter und Telefone laufen heiss. Sie sind die fast ausnahmslos einzig funktionierenden Informationskanäle. Unzählige Twitterer verbreiten zu tausenden Nachrichten aus Tripolis, die sie via Telefon von in Tripolis lebenden Bekannten erfahren haben.

13:55 Schüsse in Tripolis – Soldaten umzingeln Moscheen sollen gemäss Twitter-Nutzern während den Freitagsgebeten die Moscheen in Tripolis umstellt haben, um Massenproteste zu verhindern. Als etwa 500 Demonstranten Richtung grüner Platz zogen, dem erklärten Ziel der Demonstranten, eröffneten Soldaten das Feuer. Ob sie auf die Demonstranten geschossen oder nur Warnschüsse abgegeben haben ist unklar.

13:42 Schwere Kämpfe in den Städten um Tripolis Wie Al Dschasira berichtet, sind nach den Freitagsgebeten in den Tripolis umgebenden Städten heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Aufständischen ausgebrochen.

13:30 Freitagsgebete gehen in riesige Demonstrationen über «East and West, together we fight with zest, till death» («Ost und West, zusammen kämpfen wir mit Lust, bis zum Tod») steht auf einem der Schilder, mit denen nun tausende Libyer auf die Strassen gehen. Vom geplanten «Marsch auf Tripolis» ist aber noch nichts zu bemerken. In Bengasi, der Hochburg der Opposition, sind ganz vereinzelt auch Menschen zu sehen mit Schildern wie «Nein zu Tribalismus, ich unterstütze Tripolis». Sie befürchten, dass in Libyen nach dem Sturz von Gaddafi im Zuge der Regierungsbildung Stammeskonflikte ausbrechen könnten.

13:29 Botschaft in Indien demissioniert Alle Mitarbeiter der libyschen Botschaft in Indien haben aus Solidarität mit den Aufständischen gekündigt.

13:25 Viele Waffen, aber wenig Munition Wie verschiedene Nahostspezialisten erklären, sei die libysche Armee zwar mit vielen modernsten Waffen ausgerüstet. Dennoch gilt sie als eher schwach. Zum einen sind die Angehörigen schlecht ausgebildet, zum anderen hat Gaddafi auch stets dafür gesorgt, dass die Munitionsvorräte klein blieben, da er der Armee nicht vertraute.

13:20 Das ist Gaddafis Schutzpanzer Die libyschen Streitkräfte umfassten bis vor Beginn der Unruhen rund 76'000 Mann. 50'000 von ihnen dienen im Heer, 18'000 in der Luftwaffe und 8000 in der Marine. Dazu kommen 40'000 Reservisten der «Volksmiliz». Neben den regulären Streitkräften setzt Gaddafi auf die ihm besonders loyale «Revolutionsgarde» mit rund 3000 Mann. Diese schwer bewaffnete Truppe verfügt auch über Panzer und Raketen. Seit Jahrzehnten hat das gut zahlende Ölland Libyen zudem bewaffnete ausländische Söldner zu seinen Diensten. Als selbst ernannter Führer der arabischen Welt liess Gaddafi 1972 eine «Islamische Legion» aufstellen. Deren Soldaten wurden vor allem in den Sahelstaaten Mali, Niger, Tschad und Sudan sowie in Pakistan rekrutiert. Später sollen auch Söldner aus Nigeria, Liberia, Äthiopien, Somalia, Indien und anderen Staaten dazugekommen sein. Die aktuelle Stärke der «Legion» wird auf 2500 Mann geschätzt. (sda)

13:11 Söldner versammeln sich in Tripolis für das letzte Gefecht In Tripolis sind noch immer keine westlichen Journalisten angekommen – zu gefährlich ist die Situation. Es mehren sich allerdings die Berichte von Augenzeugen, wonach sich immer mehr Söldner in der Hauptstadt einfinden würden.

12:54 Gaddafi verliert Adschdabija In Adschdabija stationierte Soldaten haben ihre Kasernen aufgegeben und sich den Aufständischen angeschlossen.

12:31 Gaddafis Familie will Libyen auf keinen Fall verlassen In einem Interview gegenüber CNN sagt Gaddafis Sohn Saïf al-Islam «Plan A ist, ihn Libyen zu leben und zu sterben. Plan B ist, in Libyen zu leben und zu sterben. Plan C ist, in Libyen zu leben und zu sterben».

12:28 «Das Ende des Regimes ist nah» In den Städten die unter der Kontrolle der Opposition sind, finden die Freitagsgebete statt. Die Imams sprechen vom «Ende der Unterdrückung, Ende der Korruption, Ende des Polizeistaats, Ende des Regimes».

12:12 Freitagsgebete haben begonnen Seit 12 Uhr finden die Freitagsgebete statt. In der 700 000 Einwohner zählenden Stadt Bengasi, hat sich dazu eine riesige Menschenmenge versammelt. In Bengasi hat sich auch eine Übergangsregierung gebildet, die einerseits die Stadt verwaltet und andererseits über die Zukunft des Landes nach einem Sturz Gaddafis beratet. Nach den Gebeten soll ein Marsch nach Tripolis beginnen.

In den Freitagsgebeten in Bengasi wird das Ende des Regimes ausgerufen (Screenshot Al Jazeera)

In den Freitagsgebeten in Bengasi wird das Ende des Regimes ausgerufen (Screenshot Al Jazeera)

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12:00 Massenpanik bei Demonstration in Bagdad In Bagdad hat heute auf dem Tahrir Platz eine grosse Demonstration gegen Korruption stattgefunden. Als Demonstranten begannen, Steine gegen die Bereitschaftspolizei zu schleudern, schritt diese ein und löste damit eine Massenpanik aus, berichtet Al-Dschasira. Die amerikanischen Streitkräfte sind mit Bodentruppen und Helikoptern vor Ort.

11:58 Solidaritätskundgebungen im gesamten Mittleren Osten Zur Zeit finden riesige Demonstrationen in mehreren Ländern des Mittleren Ostens statt. In Kairo gründet die Demonstration auch in einer Unzufriedenheit der Bevölkerung, die fürchtet, die Revolution könnte nicht nach ihrem Willen durchgesetzt werden.

Tausende Ägypter solidarisieren sich in Kairo mit der libyschen Opposition (Screenshots Al Jazeera)

Tausende Ägypter solidarisieren sich in Kairo mit der libyschen Opposition (Screenshots Al Jazeera)

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11:49 Briten sollen Gaddafi für Evakuierungen geschmiert haben Wie der britische Nachrichtensender Sky berichtet, soll die britische Regierungen dem Regime grosse Summen gezahlt haben, um die Evakuierung britischer Staatsbürger zu erleichtern. Nur zwei Stunden vorher liess die Regierung verlauten, sie vermute rund 20 Milliarden Pfund in London, die sich Gaddafi zuschreiben liessen. Sie plane die Einfrierung der Gelder.

11:45 EU berät über Sanktionen gegen Gadadfi-Regime Die EU müsse sicherstellen, dass sie «so viel Druck wie möglich» ausübe, sagte Catherine Ashton am Rande eines informellen Treffens der EU-Verteidigungsminister im ungarischen Gödöllö. In der Diskussion sind demnach Kontosperren und Reiseverbote für die libysche Führungsriege um Machthaber Muammar al-Gaddafi. Über die Sanktionen solle nun «so schnell wie möglich» beraten werden. (sda)

11:26 Tschader berichtet von perfiden Rekrutierungsmethoden Gaddafis Wie der junge Mann gegenüber einem Reporter von Al-Dschasira erzählt, sei ihm und weiteren Tschadern in der Heimat ein Gratisflug nach Tripolis angeboten worden. Die Kämpfe wurden nicht erwähnt. Statt in Tripolis landete das Flugzeug dann aber in einer umkämpften Stadt, wo den Männern von Soldaten aufgetragen wurde, zu kämpfen. Die Männer berichten, sie hätten sich völlig unvermittelt mitten in Schiesserein und Chaos wiedergefunden.

11:09 Opposition gewinnt an Boden in Sawija Wie Augenzeugen gegenüber einer Reporterin von Al-Dschasira berichten, wird die Oppositionsbewegung in Sawija immer stärker. «Es kommen immer mehr Menschen auf die Strassen und Plätze», berichtet einer. Ausserdem gibt es Berichte, wonach es den Demonstranten gelungen ist, vier Panzer zu erobern.

11:06 Gespräche zu Regierungsbildung haben begonnen Stammesführer und ehemalige Regierungsmitglieder haben sich offenbar zu ersten Gesprächen getroffen, um sich Gedanken über das Vorgehen nach einem Sturz von Gaddafi zu machen. Sprecher betonen den «starken Willen» der Stämme zusammenzuarbeiten und sich nicht zu bekämpfen.

11:02 Libyer sorgen sich um mögliche Sanktionen Auf Twitter äussern sich vermehrt Libyer über mögliche Sanktionen gegen ihr Land. «Wenn das die Reaktion der anderen Länder ist, wollen wir lieber keine Reaktion», weil Sanktionen nicht das Regime, sondern das Volk treffen würden.

10:56 Uno-Menschenrechtsrat geht von tausenden Toten aus In Genf sagte Kommissarin Navi Pillay, die internationale Gemeinschaft müsse auf die Ausschreitungen in Libyen entschlossen reagieren. Insbesondere verurteilt hat sie «Massentötungen, willkürliche Festnahmen und Folter von Demonstranten». Dies berichtet Spiegel Online.

10:54 Krisensitzung der Nato angekündigt Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat für heute Nachmittag in Brüssel eine Krisensitzung einberufen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Dabei soll es primär um die Evakuierung der Ausländer beziehungsweise Nato-Bürger gehen.

10:50 «Marsch auf Tripolis» angekündigt Oppositionelle organisieren zur Zeit einen «Marsch auf Tripolis» aus allen befreiten Städten Libyens bis nach Tripolis. Der Marsch soll Gaddafi endgültig stürzen.

10:45 Gaddafi-Regime versucht Volk zu bestechen Nachdem das Gaddafi-Regime hochbezahlte Söldner auf sein Volk hetzte, versucht es nun, die Bürger selbst mit Geld für sich zu gewinnen. Wie das libysche Staatsfernsehen berichtet, soll jede Familie vom Staat 500 libysche Dinar, etwa 400 Franken, erhalten. Zudem will die Regierung Lebensmittel stärker subventionieren und Löhne um bis zu 150 Prozent erhöhen.

10:33 Heftige Kämpfe in Sawija In der Stadt wird seit mindestens gestern gekämpft, 23 Tote gelten als bestätigt, Augenzeugen gehen hingegen von bis zu 110 Toten aus. Die Lage ist unübersichtlich, doch wird zur Zeit berichtet, die Opposition könne Gebiete für sich gewinnen.

10:25 Regierung lanciert Online-Attacken gegen Oppositionelle Mehrere Webseiten von Oppositionellen sind immer wieder offline oder verschwinden ganz, ebenso Twitter-Accounts. Dass der Grund Attacken der Regierung sind, lässt sich zur Zeit noch nicht bestätigen.

10:23 Geschäfte in Tripolis geschlossen Wie ein Augenzeuge gegenüber Al-Dschasira berichtet, sind in Tripolis inzwischen gegen 90 Prozent der Geschäfte geschlossen. Seit einigen Tagen mehren sich Meldungen über Versorgungsschwierigkeiten in der Hauptstadt.

02:09 390 Tote in Bengasi – unterirdisches Gefängnis entdeckt Der Sicherheitschef der ostlibyschen Stadt berichtet von rund 390 Toten und 1300 Verletzten.Er berichtete auch von einem unterirdischen Gefangenenlager, das man auf einem Stützpunkt einer von Chamies al- Gaddafi, einem Sohn des Staatschefs, befehligten Militäreinheit entdeckt habe. Unter den 90 befreiten Gefangenen seien auch Deserteure gewesen, die sich geweigert hätten, auf Regimegegner zu schiessen. «Die Stadt ist jetzt sicher», sagte al-Obeidi. «Die Jugend schützt die Wasser- und Stromversorgung.» (sda)

00:26 Libyen will Schweiz wegen «unbegründeter Äusserung» verklagen Libyen hat verneint, dass Machthaber Muammar al-Gaddafi Konten in der Schweiz oder auf «irgendeiner anderen Bank auf der Welt» habe. Das Aussenministerium werde alle rechtlichen Schritte unternehmen, um die Schweiz für diese «unbegründete Äusserung» zu verklagen. «Wir verlangen, dass...die Schweiz beweist, dass der Bruder Führer Gelder oder Konten auf ihren Banken oder irgendeiner anderen Bank auf der Welt hat», teilt das libysche Aussenministerium mit. Zuvor hatte der Bundesrat allfällige Vermögen Gaddafis und seines Umfeldes in der Schweiz gesperrt. (Reuters)