Armenien

Gefechte in Berg-Karabach trotz neuer Appelle zur Waffenruhe

Ungeachtet neuer Appelle aus Russland und der Türkei zur Einhaltung der Waffenruhe dauern die Gefechte in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus an.

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Eine Frau steht in ihrem beschädigten Haus, welches durch Beschuss durch armenische Soldaten beschädigt wurde. Foto: Ismail Coskun/AP/IHA/dpa

Eine Frau steht in ihrem beschädigten Haus, welches durch Beschuss durch armenische Soldaten beschädigt wurde. Foto: Ismail Coskun/AP/IHA/dpa

Keystone/IHA/Ismail Coskun/AP

Armenien meldete am Donnerstagmorgen einen "massiven Beschuss" im Norden und Südosten der Region und machte dafür Aserbaidschan verantwortlich. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der armenischen Hauptstadt Eriwan war die Lage in der Nacht "relativ stabil".

Aserbaidschan sprach dagegen von einer "angespannten Situation" in den Nachtstunden. Armenische Streitkräfte hätten versucht, aserbaidschanische Soldaten aus verschiedenen Richtungen an der Frontlinie anzugreifen, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Baku mit. Armenien habe dabei "schwere Verluste" erlitten. Diese Angaben lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145 000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von christlichen Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

Bei den seit Ende September andauernden neuen schweren Gefechten hat Aserbaidschan bereits mehrere Gebiete in Berg-Karabach eingenommen. Armenien hatte dies am Mittwoch erstmals bestätigt. Die armenische Seite beklagte Hunderte Tote in den eigenen Reihen. Aserbaidschan gab bislang nur die Zahl der getöteten Zivilisten mit 43 an. Zu den Verlusten bei seinen Streitkräften wurden keine Angaben gemacht.

Am Mittwochabend betonten Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan bei einem Telefonat, dass die Feuerpause eingehalten werden müsse. Gegen die Waffenruhe, die unter russischer Vermittlung zustande kam, war bereits kurz nach Inkrafttreten am Samstag verstossen worden.