Mandela
«Gigant für Gerechtigkeit» – Politiker huldigen Nelson Mandela

Politiker aus der ganzen Welt verabschieden den verstorbenen südafrikanischen Volkshelden mit Respekt. Barack Obama sagte, dass er einer von unzähligen Millionen sei, welche durch Mandelas Leben inspiriert wurden.

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Nelson Mandela
12 Bilder
Nelson Mandela 1961, damals Polit-Aktivist und Schwergewichtsboxer
1990 wird Nelson Mandela nach 27 Jahren Gefangenschaft aus der Haft entlassen, begleitet von seiner Frau Winnie
1993 erhalten Nelson Mandela und der damalige Südafrikanische Präsident Frederik de Klerk den Friedensnobelpreis
Mandela 1994 bei der Amtsübernahme als erster schwarzer Präsident Südafrikas
1995 nimmt Südafrika erstmals wieder am Rugby-Worldcup teil und gewinnt. Mandelas Unterstützung des «weissen Sports» war von enormer symbolischer Bedeutung
Mit US-Präsident Bill Clinton besucht Mandela das Gefängnis, in dem er 18 Jahre eingesperrt war
Gemeinsam mit dem Dalai Lhama
Der ehemalige Staatspräsidnet setzte sich auch für Südafrika als Austragungsort der Fussball-WM 2010 ein
Ein steter Wegbegleiter: Bischof Desmond Tutu
Bereits schwer gezeichnet: Nelson Mandela Ende 2012
Nelson Mandela

Nelson Mandela

Keystone

Volksheld, Symbol der Versöhnung, Vorbild für die Menschheit: Die Welt huldigt dem verstorbenen Nelson Mandela. Aussenminister Didier Burkhalter, der in Kiew weilt, sprach Südafrika und der "Familie dieses aussergewöhnlichen Mannes" sein Beileid aus.

"Der Tod von Nelson Mandela macht uns alle betroffen", schrieb Burkhalter in der Nacht auf Freitag in einer Mitteilung. Mandela war und bleibe ein "Beispiel für Menschlichkeit, für die Kraft der Freiheit, des Vergebens und der Aussöhnung".

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte den südafrikanischen Nationalhelden als einen "Giganten für die Gerechtigkeit". "Viele Menschen auf der ganzen Welt waren von seinem selbstlosen Kampf für menschliche Würde, Gleichheit und Freiheit stark beeinflusst. Er hat unsere Leben auf sehr persönliche Art und Weise berührt", sagte Ban in New York. Er sei zutiefst traurig über Mandelas Tod.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sagte in einer in Washington veröffentlichten Erklärung über Mandela: "Aber seine Geschenke an die Menschheit werden bleiben. (...) Er zeigte uns, dass grundlegende Veränderung möglich ist und erkämpft werden muss, wenn die Freiheit und das Wohlergehen der Menschen auf dem Spiel stehen."

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, bezeichnete den gestorbenen südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela als einen politischen Führer mit Vision. Er habe die Menschen in Südafrika in die Lage versetzt, mit der Vergangenheit fertig zu werden, teilte sie mit.

Von einem "sehr traurigen Tag, nicht nur für Südafrika, sondern für die internationale Gemeinschaft", sprachen EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. In einer Mitteilung drückten sie im Namen der EU Mandelas Familie und Südafrikas Bevölkerung ihr Mitgefühl aus.

Lob von Obama und Bush

US-Präsident Barack Obama nannte den verstorbenen Friedensnobelpreisträger ein grosses Vorbild für alle Menschen. Die Welt habe einen der einflussreichsten und mutigsten Menschen verloren. "Ich bin einer von ungezählten Millionen, die durch Nelson Mandelas Leben inspiriert wurden", sagte Obama im Weissen Haus in Washington.

Obamas Vorgänger George W. Bush sprach von Mandela als "eine der grossen Kräfte für Freiheit und Gleichheit unserer Zeit". Ex-Präsident Bill Clinton erklärte, er habe einen "wahren Freund" verloren.

"Die Welt hat heute einen ihrer wichtigsten politischen Führer und feinsten Menschen verloren", sagte Clinton, der bei Mandelas historischer Wahl im Weissen Haus amtierte. Auch zwei weitere lebende Ex-Präsidenten der USA, George Bush Senior und Jimmy Carter, würdigten in Erklärungen die Lebensleistung des südafrikanischen Nationalhelden.

Merkels Inspiration

Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel war Mandelas Wirken "Inspiration". "Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben", erklärte Merkel in Berlin.

Aus Sicht von Frankreichs Präsident François Hollande hat Mandela "Geschichte geschrieben für Südafrika und für die Welt". Mandela sei "ein unermüdlicher Kämpfer gegen die Apartheid" gewesen, sagte Hollande nach einer in Paris verbreiteten Mitteilung.

Grossbritanniens Premierminister David Cameron sprach von Mandela als "Held unserer Zeit". "Ein grosses Licht unserer Zeit ist erloschen", erklärte Cameron. "Eine Legende, während er lebte, und nun auch im Tode - ein wahrer globaler Held. Ihn zu treffen war eine der grössten Ehren meines Lebens. Meine Gedanken sind bei seiner Familie - und allen Südafrikanern in der ganzen Welt, deren Leben sich durch seinen Mut verändert hat."

Zu Ehren Mandelas werde die Flagge über dem Regierungssitz Downing Street auf halbmast gehisst. Am kommenden Montag sollen Abgeordnete im britischen Unterhaus ihrer Trauer in Ansprachen Ausdruck geben können.

Trauer bei der FIFA

FIFA-Chef Joseph Blatter bezeichnete Mandela als "einen der wohl grössten Humanisten unserer Zeit und einen lieben Freund". Einen Tag vor der Auslosung für die WM 2014 in Brasilien schrieb der Präsident des Fussball-Weltverbandes in einer offiziellen Mitteilung: "Mit Nelson Mandela hat mich der feste Glaube an die einzigartige Kraft des Fussballs, der die Menschen friedlich und freundschaftlich zu vereinen und als Lebensschule grundlegende soziale und erzieherische Werte zu vermitteln vermag, verbunden."