Griechenland

Griechischer Neonazi-Politiker bleibt in Haft

Der Chef der rechtsradikalen griechischen Partei Goldene Morgenröte, Nikolaos Michaloliakos, bleibt in Haft. Dies beschloss am frühen Donnerstagmorgen der Haftrichter in Athen. Das Haftprüfungsverfahren hatte am Mittwochabend begonnen und dauerte die ganze Nacht durch.

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Polizisten führen Nikolaos Michaloliakos ab

Polizisten führen Nikolaos Michaloliakos ab

Keystone

Nikolaos Michaloliakos wurde mit Handschellen abgeführt, wie Reporter vor Ort berichteten. Er schrie ihnen zu: "Griechenland lebe hoch und die Goldene Morgenröte lebe hoch".

Die Justiz wirft Michaloliakos und 31 anderen führenden Mitgliedern vor, die Neonazi-Partei in eine kriminelle Vereinigung umgewandelt zu haben.

Ihnen werden ausserdem Totschlag, Erpressung, Sprengstoffanschläge und Geldwäsche zur Last gelegt.

Dem Vorgehen von Justiz und Polizei gegen eine immer stärker werdende Neonazi-Szene in Griechenland war der gewaltsame Tod eines linken Rappers vorausgegangen.

Er war am 18. September in Piräus von einem Rechtsradikalen niedergestochen worden.

Neben dem Parteiführer sind nun ein Abgeordneter, ein Funktionär der Partei und der mutmassliche Täter inhaftiert.

Drei angeklagte Abgeordnete wurden unter der Voraussetzung, dass sie das Land nicht verlassen, auf freiem Fuss gesetzt.

Einer musste zudem eine Kaution von 50'000 Euro hinterlegen. Der stellvertretende Chef der Partei sollte am Donnerstagvormittag vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 20 Jahren Gefängnis.