Harte Flüchtlingspolitik
Dänemark will Asylzentren ins Ausland verlegen – erste Verhandlungen mit afrikanischen Staaten laufen

Der Vorschlag kommt von den dänischen Sozialdemokraten und fügt sich in deren harte Asylpolitik ein.

dpa
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Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat grosse Pläne für die Asylpolitik.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat grosse Pläne für die Asylpolitik.

AP

(dpa/sas) Das dänische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Asylzentren in anderen Ländern möglich macht. Damit können die Behörden Asylbewerber in Drittländer fliegen, wo sie darauf warten müssen, dass ihr Antrag in Dänemark behandelt wird. Der Gesetzesvorschlag stammte von den regierenden Sozialdemokraten und Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Bislang habe die Regierung Gespräche mit Ruanda, Tunesien, Äthiopien und Ägypten geführt, berichtete die Zeitung «Jyllands Posten». Konkrete Absprachen für den Bau von Auffanglagern seien aber noch nicht getroffen worden.

Wer seinen Antrag auf Asyl bewilligt bekommt, kann trotzdem nicht darauf bauen, nach Dänemark zu kommen. Geplant ist, dass die betreffende Person in dem Land bleibt oder in ein Flüchtlingslager der UN verlegt wird. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk hatte die Pläne im Vorfeld kritisiert. Eine Verlegung des Asylverfahrens und des Schutzes von Flüchtlingen in ein anderes Land ausserhalb Europas sei keine verantwortungsvolle Lösung.

Die Dänen haben erst vor Kurzem für Aufsehen gesorgt, als sie Syrien als sicheres Rückkehrland für Flüchtlinge deklariert hatten. Seither kriegen syrische Flüchtlinge im nordischen Staat nicht mehr automatisch Asyl.