Baden-Württemberg
Heftiges Unwetter: Mindestens drei Tote nach Überschwemmungen in Deutschland

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg kam es zu heftigen Unwettern. Wassermassen von bis zu 1,7 Metern Höhe überfluteten die Strassen. Mindestens drei Menschen sterben.

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Heftige Unwetter im Süden Deutschlands

Keystone

Bei schweren Unwettern in Baden-Württemberg sind vermutlich mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Schwäbisch Gmünd kam ein Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben.

Auch die Person, die er retten wollte, sei vermutlich tot, teilte die Behörde in der Nacht zum Montag mit. Zuvor hatte die Polizei in Heilbronn einen Toten in einer Tiefgarage in Weissbach im Hohenlohekreis bestätigt.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd teilte auf ihrer Internetseite mit, dass die Feuerwehr um einen ihrer Männer trauere. Am Bahnhof der Stadt sei wegen des hohen Risikos durch das Hochwasser eine Bergung von Menschen noch nicht möglich.

In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. An vielen Orten waren die Keller vollgelaufen und Fahrbahndecken von den Wassermassen weggespült worden. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch, sagte im Polizeipräsidium Ulm der Diensthabende Hagen Guderlei.

Besonders stark von Hochwasser betroffen sei der Kreis Biberach. «Der Sachschaden wird immens», sagte Guderlei. Einsatzkräfte hätten zudem mit Folgen von Schlammlawinen, Erdrutschen und weggespülten Bäumen zu kämpfen.

Autos mitgerissen

Die Autobahn 7 sei wegen grosser Hagelkörner auf der Fahrbahn vier Stunden lang gesperrt gewesen. Wegen der prekären Lage kam im Innenministerium der landesweite Verwaltungsstab der Feuerwehr zusammen.

Auf Fotos lokaler Medien im Internet waren Strassen zu sehen, die reissenden Flüssen glichen. Autos wurden vom Schlammwasser mitgerissen, türmten sich verkeilt übereinander und wurden teilweise in Schaufenster von Geschäften geschleudert. Bei einigen Häusern stand das Wasser offensichtlich bis in Höhe der untersten Fenster.

Schwere Unwetter in Deutschland in den vergangenen Jahren

Schwere Unwetter haben in Deutschland schon mehrfach Tod und Zerstörung hinterlassen. Besonders heftige Stürme und Orkane sind in Erinnerung geblieben:

Januar 2015: Die Orkantiefs "Elon" und "Felix" richten in ganz Europa Verwüstungen an und legen vielerorts den Bahnverkehr lahm. Bei Unfällen gibt es Tote und Verletzte - auch in Deutschland.

Juni 2014: Mit Hagel, Starkregen und heftigem Wind hinterlässt Tief "Ela" vor allem in Nordrhein-Westfalen eine Spur der Verwüstung. Bilanz: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe und mehrere Tote.

Dezember 2013: Mindestens zehn Menschen werden europaweit von Orkan "Xaver" in den Tod gerissen. Hunderttausende sind ohne Strom. Hamburg erlebt die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

Oktober 2013: Der Orkan "Christian" knickt in Norddeutschland und Nordeuropa massenhaft Bäume um und deckt Dächer ab. Allein in Deutschland sterben mindestens sieben Menschen.

Februar 2010: Orkantief "Xynthia" verwüstet Teile Westeuropas. In Deutschland wütet er am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sieben Menschen sterben in der Bundesrepublik.

März 2008: "Emma" wütet über Europa, landesweit sterben sieben Menschen. In Hamburg entgeht ein Lufthansa-Airbus nur knapp einer Katastrophe, als eine Tragfläche die Landebahn berührt.

Januar 2007: Orkan "Kyrill" tobt in Europa. 47 Menschen sterben, 11 von ihnen in Deutschland. Erstmals in der Geschichte der deutschen Bahn steht der Schienenverkehr fast völlig still.

Juni 2004: Ein Sommersturm über Teilen Deutschlands verursacht Millionenschäden. In Niedersachsen wird ein Autofahrer von einer Eiche erschlagen. Auf dem Chiemsee in Bayern ertrinkt ein Segler.

Juli 2002: Heftige Gewitter und ein Orkan ziehen über Berlin und Brandenburg. Acht Menschen sterben, zwei jugendliche Teilnehmer eines Zeltlagers auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee werden von Bäumen erschlagen.