Terrorismus
Hier brennt's bei Bin Ladens Versteck - Totenbilder gefälscht, FBI «sucht» weiter

Osama Bin Ladens letzter Kampf fand in einer der schönsten Gegenden Pakistans statt. Ein brennendes Haus zeugt vom Angriff auf den Terror-Fürsten. Das präsentierte Bild des toten Bin Laden ist jedoch eine Fälschung.

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Seit letztem August vermuteten amerikanische Behörden, dass Bin Laden in Pakistan Zuflucht fand. Sein Versteck richtete er in der Umgebung einer der schönsten Gegenden Pakistans ein: Abbottabad, ein Städtchen von 100'000 Einwohnern, wie eine Pressemitteilung des pakistanischen Aussenministeriums bestätigt.

Abbottabad stand wiederholt im Zentrum von Anti-Terror-Aktionen: Im Mai 2005 wurde Al Kaida-Führer Abu Faraj al Libbi durch pakistanische Sicherheitskräfte verhaftet. Al Libbi war jahrelang ein enger Verbündeter Osama Bin Ladens und Ayman al Zawahiri. Ebenso wurde Umar Patek in Abbottabad festgenommen. Er wurde im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag 2002 auf Bali gesucht - dabei kamen über 200 Personen ums Leben. In Abbottabad versteckte sich Umar Patek mit seiner Familie.

Offenbar wurde sein Versteck mit Brandsätzen angegriffen, berichtet der pakistanische Sender GeoTV:

Das von verschiedenen Medien präsentierte Bild des toten Osama Bin Laden ist gemäss France24 eine Fälschung. Die Nachrichtenagenturen Keystone und AP zogen die gefälschten Bilder inzwischen zurück.

Die Nachricht von Bin Ladens Tod verbreitet sich im Internet wie ein Lauffeuer - innerhalb weniger Stunden haben auf Facebook über 250'000 Leute die Seite «Osama Bin Laden ist tot» mit einem «Mag ich»-Status versehen. Im Mikroblog Twitter gehören Nachrichten mit Stichworten wie #obl oder #osama zu den Top-Suchbegriffen. Pro Sekunde verzeichnet Twitter momentan 4000 Nachrichten im Zusammenhang mit Bin Laden Tod.

«Citizentube» widmet sich dem Tod des Terroristenbosses - auch US-Präsident Barack Obamas Rede ist dort aufgeschaltet.

Noch nicht so ganz auf dem Laufenden ist die Bundespolizei FBI: Sie sucht Bin Laden nach wie vor auf ihrer Website.

Gemäss dem pakistanischen Newsdienst GeoTV ist die Umgebung von Bin Ladens Versteckt durch Sicherheitspersonal hermetisch abgeriegelt, niemand habe Zugang. Gemäss Reuters wurden drei weitere Erwachsene beim Überfall auf Bin Ladens Versteck getötet - eine jener Personen sei ein Sohn Osama Bin Ladens gewesen.

ABC News berichtet, die Amerikaner hätten vor ihrer Operation die Pakistaner nicht darüber informiert. Bin Laden habe praktisch unter der Nase der pakistanischen Armee gelebt, in der Nähe sei eine pakistanische Elite-Garnison stationiert. Beim Überfall auf Osama Bin Laden seien um die 40 Amerikaner involviert gewesen - dabei eine Truppe der Spezialeinheit Navy Seals. (cbk)