Wikileaks-Gründer
Hillary Clinton: Assange muss sich für seine Taten verantworten

Der in London inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange sollte sich nach Ansicht der früheren US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton für seine mutmasslichen Straftaten vor Gericht verantworten.

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11. April 2019: Hier wird Julian Assange aus der Botschaft von Ecuador gezerrt und verhaftet.
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Julian Assange (12.4.2019)
Julian Assange wir in einem Polizeiauto zum Gerichtsgebäude gefahren.
Assange war am Donnerstag nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden.
Julian AssaQuito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben, der wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vielen in den USA als Staatsfeind gilt.nge vor dem Gerichtsgebäude.
Grosser Auflauf: Journalisten und Polizisten vor dem Gerichtsgebäude.
Julian Assange bei einem Auftritt auf dem Balkon der Niederlassung Ecuadors in London. (Archiv)
Ein Kampagnenfahrzeug für Wikileaks vor der ecuadorianischen Botschaft in London.
Alle Proteste nützten nichts gegen die Festnahme von Julian Assange: Im Bild ein Demonstrant vor der ecuadorianischen Botschaft in London. (Archiv)
Seit Jahren musste Julian Assange in der Botschaft von Ecuador in London ausharren. Bild vom 19. Mai 2017
Ecuadors Präsident Lenin Moreno wirft Wikileaks-Gründer Julian Assange vor, gegen die Asyl-Auflagen verstossen zu haben. Auf der Enthüllungsplattform Wikileaks wurden Fotos, Videos und private Unterhaltungen des Präsidenten veröffentlicht. (Archiv)
Julian Assange beim Balkon der Botschaft Ecuadors in London, in der er sich seit Jahren aufhält. Aufgenommen am 19. Mai 2017
Wikileaks-Gründer Julian Assange lebte seit 2012 in der Botschaft Ecuadors in London. In mehreren Ländern eröffnete die Justiz Ermittlungsverfahren gegen ihn. (Archivbild)
Wikileaks-Gründer Julian Assange (Mitte) übergibt im Februar 2011 die Chefredaktion der Enthüllungsplattform Wikileaks an Kristinn Hrafnsson (links).

11. April 2019: Hier wird Julian Assange aus der Botschaft von Ecuador gezerrt und verhaftet.

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Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 E-Mails der demokratischen Partei veröffentlicht und damit Hillary Clinton, die bei der Wahl Donald Trump unterlag, geschadet.

"Aus der Anklage, die öffentlich geworden ist, geht hervor..., dass es um die Unterstützung beim Hacken eines Militärcomputers geht, mit dem Ziel, Informationen der US-Regierung zu stehlen", sagte Clinton bei einer Veranstaltung in New York am Donnerstag (Ortszeit).

Hillary Clinton    

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"Ich werde warten und sehen, was mit den Anklagepunkten passiert und wie das Ganze weitergeht", fügte sie hinzu. "Das Entscheidende ist, dass er sich für das, was er getan hat, verantworten muss, zumindest so, wie es die Anklage vorsieht."

US-Geheimdienste gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die im Präsidentschaftswahlkampf gestohlenen E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden, um Clinton zu schaden und Donald Trump zu helfen.

Assange-Mitarbeiter in Ecuador festgenommen

In Ecuador ist ein Mitarbeiter von Wikileaks-Gründer Julian Assange festgenommen worden. Innenministerin María Paula Romo sagte am Donnerstag (Ortszeit), die Festnahme sei erfolgt, als der "sehr enge" Mitarbeiter Assanges habe nach Japan reisen wollen.

Angaben zur Identität des Festgenommenen machte die Ministerin nicht. Sie hatte ihn vorher mit Versuchen in Verbindung gebracht, die Regierung von Präsident Lenín Moreno zu destabilisieren.

"In Ecuador gibt es einen Plan der Destabilisierung, der mit geopolitischen Interessen zu tun hat", sagte Innenministerin Romo nach der Festnahme des Verdächtigen weiter. "Wir haben Beweise für eine Beziehung des nun Festgenommenen zu Ricardo Patiño, der Aussenminister war, als Julian Assange das Asyl gewährt worden war."

Festnahme in London

Assange war am Donnerstag nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben, der wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vielen in den USA als Staatsfeind gilt.

Der Zugriff am Vormittag erfolgte laut Scotland Yard aufgrund einer Gerichtsanordnung von 2012 wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen. Ein Gericht in London sprach den 47-Jährigen wenige Stunden später in diesem Punkt schuldig. Diese Straftat kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet werden.

In den USA wurde der Australier nach Angaben des Justizministeriums wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Wikileaks-Publikationen hunderttausender geheimer Regierungsdokumente in den Jahren 2010 und 2011, die Wikileaks von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren.