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Hochzeit von Windsor, die zweite

Nach Prinz Harry läuft seine Cousine Eugenie heute in den Ehehafen ein. Auch wenn es ­ bei der Ausrichtung der Hochzeit kleine, feine Unterschiede gibt, dürften Royal-Fans auf ihre Kosten kommen.
Sebastian Borger, London
Prinzessin Eugenie und Jack Brooksbank. (Bild: AP (22. Januar 2018))

Prinzessin Eugenie und Jack Brooksbank. (Bild: AP (22. Januar 2018))

Wohnt nicht allen Festen ein Zauber inne? Zumal wenn es um eine Hochzeit geht und die ausrichtende Familie die Windsor-Dynastie ist. Bekanntlich verstehen sich die Briten wie kaum jemand sonst auf die präzise Eleganz und den Glamour, mit denen die Monarchie in regelmässigem Abstand ihre Existenz rechtfertigt.

Fans des Royalen werden also auf ihre Kosten kommen, wenn heute die Neunte der britischen Thronfolge ihren Schatz zum Altar führt. Zwar reicht der Starfaktor von Prinzessin Eugenie, jüngere Tochter von Prinz Andrew und damit Enkelin der Queen, nicht an die Herzogin von Sussex, weiland Meghan Markle, heran. Aber vieles andere wird doch auch an die rauschende Gala von vergangenem Mai erinnern. Das reicht vom Schauplatz, der Schlosskirche von Windsor, über die entzückenden Blumenkinder, darunter Williams und Kates Kinder George (5) und Charlotte (3), und einen begeisterungsfähigen schwarzen Geistlichen bis hin zur Kutschfahrt durch das Städtchen westlich von London. Auch dürfen wiederum 1200 Königsbegeisterte den Kirchplatz bevölkern – und beim anschliessenden Empfang feiert auch diesmal das Ehepaar Clooney mit den Frischvermählten.

Freilich bleiben Monarchie und anglikanische Staatskirche, bei aller volksnahen Modernisierung, doch konservierende, hierarchische Institutionen. Dementsprechend gibt es auch feine Unterschiede zur Hochzeit des mittlerweile nur noch Sechsten der Thronfolge und der US-Schauspielerin. Während bei Harry und Meghan der höchste anglikanische Geistliche, der Erzbischof von Canterbury persönlich, die Trauung vornahm, fällt diese Rolle diesmal dem Dom­dekan von St. George, David Conner, zu. Immerhin assistiert ihm die Nummer zwei der englischen Anglikaner, der aus Uganda stammende John Sentamu. Dass der Erzbischof von York für die Tochter des Herzogs von York betet, leuchtet ja auch jedem Aussenstehenden sofort ein.

«Times» redet von ­«minderen Royalen»

Deutlich brutaler fällt die Hierarchisierung bei den Londoner Medien aus. Wenn sie sich denn überhaupt für Eugenie (28) und ihren Bräutigam, den Nachtclub-Manager und Weinhändler Jack Brooksbank, interessieren, kommt es leicht zu Gemaule: Ob denn, hat beispielsweise schon mehrfach die staatstragende «Times» ihre Leserschaft gefragt, die Öffentlichkeit wirklich die Sicherheitsrechnung für das Fest einer «minderen Royalen» zahlen müsse? Unbestätigte Schätzungen reichen immerhin bis zu zwei Millionen Pfund.

Da erinnern sich Aufmerksame leicht an die Vorgeschichte von Eugenies Eltern. Über Andrew, den Lieblingssohn von Queen Elizabeth II, und seine geschiedene Frau Sarah haben die steiferen Mitglieder der Palasthierarchie schon immer gern die Nase gerümpft. Die Herzogin versuchte ihren Geldnöten durch die Nähe zu ihrem geschiedenen Mann beizukommen: Gegen Zahlung eines schönen Honorars könne sie Interessierten Termine beim Herzog verschaffen. Der geriet durch die Nähe zu einem US-Kriminellen ins Zwielicht und musste seine Karriere als Handelsreisender für britische Firmen an den Nagel hängen.

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