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Hochzeits-Tattoos für geladene Gäste

Tätowierungen als Gastgeschenke bei Hochzeiten mausern sich in den USA zum Trend. Gerade wegen ihrer Permanenz scheinen sich die unvergesslichen Mitbringsel grosser Beliebtheit zu erfreuen.
Sabine Mezler
Vor allem Herzen sind als Tattoo-Motive auf Hochzeiten beliebt. Bild: Allebach Photography

Vor allem Herzen sind als Tattoo-Motive auf Hochzeiten beliebt.
Bild: Allebach Photography

Einander die ewige Liebe per ­Tätowierung zu schwören, ist altbekannt und oft bereut. In den USA machen seit neuestem aber auch Hochzeits-Tattoos für Gäste Furore: Die bleibenden Erinnerungen sind der neueste Schrei in der florierenden Wedding-Industrie – und lassen Trauzeugen, Brautmütter, aber auch Grosseltern frisch tätowiert nach Hause gehen.

«Meine ältesten Kunden ­waren ein 78 und 83 Jahre altes Ehepaar», erinnert sich Robert Fiore, langjähriger Tattoo-Künstler und seit kurzem Pionier auf dem Gebiet. «Als die beiden auf meinen Tisch zukamen, habe ich eher scherzhaft gefragt: ‹Und? Denken Sie auch über ein Tattoo nach?›», berichtet er. Die Antwort lautete Ja, und als die Hochzeit des Enkels zu Ende ging, prangte auf den Ringfingern der beiden Spätberufenen ein kleines Herz.

Dezente, kleine Motive

Wie gross die Nachfrage ist, hat auch Bryce Oprandi schon feststellen dürfen, der eigentlich in West Hollywood ein Studio betreibt, aber extra für eine Hochzeit nach New York eingeflogen wurde, «wo wir dann von ein Uhr zu Mittag bis um drei in der Nacht tätowiert haben», wie er erzählt.

Viele ihrer Kunden auf Hochzeiten seien «Ersttäter», berichten die Künstler, die sich dann durch die Unterstützung der ­Familie und die besondere Atmosphäre plötzlich trauten. «Das sind Gäste, die sonst sicher nicht auf die Idee kämen, sich tätowieren zu lassen, aber diese Erfahrung dann mit ihren Lieben teilen wollen», berichtet Fiore. Wobei es sich dabei um dezente, kleine Motive handelt und nicht um den grossen Adler auf der Schulter.

Neben der Tatsache, dass Tattoos in den vergangenen Jahren salonfähig geworden sind, trägt auch die Entwicklung des Zubehörs dazu bei, dass diese neue Art von Gastgeschenken auf Hochzeiten plötzlich so boomt. «Inzwischen ist wirklich absolut alles als Einwegprodukt zu haben und kann sterilisiert bestellt werden», erklärt Fiore, warum es jetzt leichter ist sicherzustellen, dass die spontanen Werke nicht zu einem bösen Erwachen nach der Hochzeitsnacht führen. Über den Trend haben jüngst auch die «New York Times» und die «Huffington Post» berichtet. «Die sozialen Medien haben eine Welt erschaffen, in der Individualität zelebriert und persönliche Marken kreiert werden», analysiert Kristen Maxwell Cooper, Chefredakteurin des amerikanischen Hochzeitsmagazins «The Knot» darin den Trend. «Darum wollen Paare heute nicht mehr irgendetwas von der Stange, sondern eine Party schmeissen, die wirklich für das steht, was sie als Paar ausmacht.»

Menükarten mit Symbolen

Im Vorfeld des grossen Tages wird mit dem Tätowierer eine Art «Menükarte» mit individuellen Symbolen erarbeitet. «Für die Hochzeit eines sehr naturverbundenen Paares, die im Wald gefeiert wurde, waren die Motive beispielsweise Bäume, Blätter oder Blüten», so Karen Glass, die ein Tattoo-Studio in Brooklyn besitzt. Ausserdem sind die Initialen des Paares und das Datum immer wieder gern genommen – und natürlich Herzen aller Art.

Oprandi verlangt für seine Dienste umgerechnet zwischen 80 und 100 Franken pro Tätowierung, Fiore hat Paketpreise von 1000 bis 3500 Franken, je nachdem, wie lange er tätowieren soll. Reisespesen gehen extra, denn es ist durchaus üblich, Tätowierer für den grossen Tag einzufliegen. «Ich habe auch schon bei Hochzeiten in Las Vegas tätowiert», berichtet Fiore, «und würde wahnsinnig gern auch einmal in Europa arbeiten.» Es müsse ihn nur jemand kontaktieren.

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