Höchste Warnstufe
Sturm fegt über England und verursacht Chaos und Zerstörung

Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt, dem Süden Englands sowie in Wales sind am Freitag wegen stürmischen Wetters dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben.

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Sturmtief «Eunice» sorgt für meterhohe Wellen in der südwestenglischen Kleinstadt Lyme Regis.

Sturmtief «Eunice» sorgt für meterhohe Wellen in der südwestenglischen Kleinstadt Lyme Regis.

AP

Stürmisches Wetter hat am Freitag in Grossbritannien das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt und Zerstörung angerichtet. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Sie galt auch für Teile Südwest- und Südostenglands sowie Wales. Bürgermeister Sadiq Khan forderte die Menschen in der britischen Hauptstadt dazu auf, zuhause zu bleiben. Wegen umherfliegender Trümmerteile bestehe Lebensgefahr, warnte der Wetterdienst Met Office.

Auf Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie die Bespannung des Millennium-Domes im Londoner Stadtteil Greenwich teilweise fortgerissen wurde. Unter der zur Jahrtausendwende errichteten zeltartigen Konstruktion befindet sich die O2-Arena, in der es oft Musik- und Sportveranstaltungen gibt. Der Zugverkehr in London wurde teilweise eingestellt.

Sturmtief «Eunice», das in Deutschland «Zeynep» getauft wurde, gilt als einer der schwersten Stürme seit mehreren Jahrzehnten in Grossbritannien. Auf der Isle of Wight wurde mit rund 196 Stundenkilometern die höchste je in England gemessene Windgeschwindigkeit registriert, wie der Wetterdienst mitteilte.

Flüge gestrichen, Hafen geschlossen, Zugverkehr eingestellt

Am Flughäfen Heathrow und dem London City Airport wurden Dutzende Flüge gestrichen. Der Hafen von Dover wurde geschlossen, nachdem zuvor Fährverbindungen reihenweise gestrichen worden waren. Auch mehrere nationale Bahnbetreiber rieten von Reisen ab. In Wales wurde der Zugverkehr am Freitag komplett eingestellt.

Zehntausende Haushalte in Grossbritannien und Irland waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Strassen und Brücken wurden gesperrt. Trotzdem gab es Berichte über Menschen, die sich gefährlich nah an Uferbefestigungen an der Küste begaben oder sogar ins Meer schwimmen gingen. Das sei «wahrscheinlich das Dümmste, was man machen kann», sagte Roy Stokes von der Umweltbehörde Environment Agency der Nachrichtenagentur PA zufolge.

Thronfolger Prinz Charles hatte wegen der Warnungen einen Besuch in Wales abgesagt. In der Nacht zu Donnerstag hatte bereits Sturm «Dudley», der in Deutschland «Ylenia» genannt wird, zu schweren Behinderungen im Zugverkehr in Schottland und dem Norden Englands geführt. Tausende Haushalte im Norden Englands wurden von der Stromversorgung abgeschnitten. (dpa)

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