Cleveland
«Ich hoffe, er verrottet im Gefängnis»

Die beiden Brüder des Entführers Ariel Castro erklärten in einem Interview mit CNN, warum sie keinen Verdacht schöpften.

Markus Fehlmann
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Onil und Pedro Castro. HO

Onil und Pedro Castro. HO

Der Nachrichtensender CNN hat gestern das angekündigte Exklusiv-Interview mit Onil (50) und Pedro (54) Castro ausgestrahlt. Darin sprachen sie unter anderem über die Tochter, die ihr Bruder Ariel (52) mit der festgehaltenen Amanda Berry (26) gezeugt hatte. «Ich habe Ariel mit einem kleinen Mädchen bei McDonald’s gesehen und ihn gefragt, wer das sei», erzählte Pedro Castro. Sein Bruder habe geantwortet, das Kind gehöre einer Freundin. Wochen später sah Pedro die beiden erneut zusammen. Als er gefragt habe, wo die Mutter sei, habe Ariel erwidert: «Sie hat etwas zu erledigen.»

Kein Zutritt zur Küche

Die beiden Castro-Brüder, die zuerst der Mittäterschaft verdächtigt, dann aber freigelassen wurden, sprachen auch über ihre Besuche im Horrorhaus, wo die drei Mädchen gefangen gehalten wurden. Demnach durften sie die Küche nicht betreten. Ariel habe ein paar Mal für ihn gekocht, sagte Pedro. «Aber ich musste draussen auf der Treppe essen.»

Ausserdem habe im Haus immer Lärm geherrscht. «Die ganze Zeit lief das Radio. Und wenn das Radio nicht lief, dann der Fernseher. Ich konnte nichts anderes hören», erinnerte sich Pedro. Und sein Bruder Onil ergänzte, er habe in Ariels Hinterhof «absolut nichts» Unübliches entdecken können.

Das letzte Mal sah Onil seinen Bruder auf dem Polizeiposten, als Ariel auf dem Weg zur Toilette war. «Als er vorbeilief, sagte er: ‹Onil, du wirst mich nie wieder sehen. Ich liebe dich, Bruder.›»