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«Ich möchte, dass ihr endlich Taten folgen lässt» – Greta liest US-Politikern die Leviten

Mitte August kam die junge schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg per Segelyacht in New York an. Seit ihrer Ankunft jagt ein Termin den nächsten. Gretas Ziel ist klar: Sie möchte die Klimapolitik vorantreiben.
Milan Marquard / watson.ch
Greta Thunberg während ihres Statements vor dem US-Kongress am 18. September 2019. (Bild: EPA)

Greta Thunberg während ihres Statements vor dem US-Kongress am 18. September 2019. (Bild: EPA)

Am Dienstag traf sich die 16-Jährige mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. Dieser schwärmte in den höchsten Tönen von Thunberg. Der nächste Termin folgte bereits am Mittwoch (Ortszeit): Greta sprach vor dem US-Kongress bei einer Anhörung zum Klimawandel.

Sie hatte eine klare Botschaft für die anwesenden Politiker: «Ich bin nicht gekommen, um eine vorbereitete Aussage zu machen. Ich füge stattdessen ein Gutachten bei. Es ist der IPCC-Sonderbericht über die globale Erwärmung […]. Ich übergebe diesen Bericht als meine Aussage, weil ich nicht möchte, dass ihr auf mich hört. Ich möchte, dass ihr auf die Wissenschaftler hört.» Die junge Schwedin rückte die Wissenschaft ins Rampenlicht und trat selbst in den Hintergrund.

Genau so abgeklärt und souverän beantwortete Greta nach ihrem Statement eine Frage des Abgeordneten Garret Graves. Der Republikaner versuchte mit seiner Frage metaphorisch darauf hinzuweisen, dass die USA sich nicht mehr für den Klima- und Umweltschutz engagieren müssten, weil andere Länder noch weniger täten beziehungsweise die Umwelt noch stärker belasteten. Die Teenagerin machte ihm klar, dass ihrer Meinung nach diese Einstellung falsch ist.

Schärfere Töne vor dem Senat

Vor einigen Tagen war Greta mit anderen Aktivisten im Senat bei einem Treffen der Taskforce zur Klimakrise eingeladen. Dabei lobten laut einem «Guardian»-Bericht einige Abgeordnete die jungen Aktivisten unter anderem für ihre Entschlossenheit und Weitsicht – und baten die Teenager um Ratschläge im Kampf gegen den Klimawandel.

Greta war für ein solches Loblied nicht empfänglich und richtete scharfe Worte an die lobenden Senats-Abgeordneten:

«Bitte erspart euch das Lob. Wir wollen es nicht. Ladet uns nicht ein, um uns lediglich zu sagen wie inspirierend wir sind, ohne wirklich etwas dagegen zu unternehmen, weil es zu nichts führt. Wenn ihr Ratschläge für das was ihr tun sollt wünscht, dann ladet Wissenschaftler ein. Fragt Wissenschaftler nach ihrem Fachwissen. Wir wollen nicht gehört werden. Wir wollen, dass die Wissenschaft gehört wird.»

Es folgte noch eine Anmerkung, die für alle Anwesenden gedacht war: «Ich weiss, dass ihr es versucht, aber ihr tut es nicht hart genug. Sorry.» Das Publikum reagierte mit Applaus auf die glasklaren Worte von Greta. Besonders angetan war der Demokratische Senator Ed Markey – ein Verfechter des «Green New Deal» –, wie er via Twitter zeigte:

(Übersetzung: «Indem wir es versäumt haben, sinnvolle Massnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen, haben unsere Politiker die Jugendlichen der Welt im Stich gelassen. Eine Generation von Politkern und Führungskräften schuldet unseren jüngsten Generationen eine Entschuldigung und eine Verpflichtung, endlich die mutigen Massnahmen zu ergreifen, die wir bisher nicht ergriffen haben. Stolz darauf, sich heute jungen Klimaaktivisten anzuschliessen.»)

Die nächste wichtige Veranstaltung für Greta Thunberg ist in der Agenda bereits fix eingetragen: Am 23. September besucht sie den Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York.

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