In Frankreich zeichnet sich der Machtwechsel ab

In Frankreich zeichnet sich eine rege Beteiligung an der Stichwahl um das Präsidentenamt ab. Laut von französischsprachigen Medien im Ausland veröffentlichten ersten Nachwahlbefragungen soll der sozialistische Kandidat Hollande klar in Führung vor Amtsinhaber Sarkozy liegen.

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Kandidat Hollande auf dem Weg zu seiner Stimmabgabe. (Bild: Keystone / AP)

Kandidat Hollande auf dem Weg zu seiner Stimmabgabe. (Bild: Keystone / AP)

(Reuters/sda/afp)

Bei der Stichwahl um das französische Präsidentenamt haben bis 17 Uhr nach Angaben des Innenministeriums 71,96 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der ersten Runde am 22. April waren es zur gleichen Zeit erst 70,59 Prozent. Damals lag die Beteiligung am Ende des Wahltages bei knapp 80 Prozent. Die Stichwahl entscheidet, ob Präsident Nicolas Sarkozy im Amt bleibt oder von seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande abgelöst wird.

Erste Nachwahlbefragungen im Ausland publiziert

Erste inoffizielle Ergebnisse von Nachwahlbefragungenl sahen am Sonntagnachmittag Hollande deutlich vorn. In diesen Umfragen lag um 17 Uhr der Sozialist bei 52,5 bis 53,5 Prozent und damit fünf bis sieben Punkte vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Diese Prognosen veröffentlichten schweizerische und belgische Medien am Sonntagnachmittag unter Berufung auf vier verschiedene Umfrageinstitute. Allerdings haben die Wahllokale in den französischen Städten noch bis 20 Uhr geöffnet, die Zahlen sind deswegen nur bedingt aussagekräftig.

Medien aus Belgien und der Schweiz hatten im Voraus angekündigt, auf im Internet noch vor 18 Uhr die ersten Ergebnisse von Nachwahlbefragungen zu veröffentlichen. In Frankreich ist die Publikation von Resultaten und Hochrechnungen vor Schliessung der Wahllokale um 20 Uhr verboten.

Vier Prozent Rückstand in letzten Umfragen

In Umfragen konnte Sarkozy zuletzt seinen Rückstand auf vier Prozentpunkte verringern, nachdem Hollande zeitweise mit zehn Punkten vorne lag. Sarkozy warf seinem Kontrahenten im Wahlkampf vor, mit seinen Vorschlägen die zweitgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone in die Pleite zu führen. Hollande hat Steuererhöhungen für Grossunternehmen und Reiche angekündigt und will die von Deutschland vorangetriebenen Sparpläne in Europa um Impulse für mehr Wachstum ergänzen.

Sollte Hollande siegen, wäre er der erste sozialistische Präsident in Frankreich seit 17 Jahren. Wahlberechtigt sind rund 46 Millionen Franzosen. Die ersten Wahllokale in Übersee öffneten bereits am Samstag. In Frankreich selbst können die Bürger ihre Stimme bis 18 Uhr abgeben. In einigen Grossstädten sind die Wahllokale bis 20 Uhr geöffnet. Dann werden auch die ersten Hochrechnungen in Frankreich veröffentlicht.