Indien: Krankenversicherung für Arme

Die indische Regierung hat das weltgrösste staatliche Krankenversicherungsprogramm für Arme gestartet. Premierminister Narendra Modi gab am Sonntag in Ranchi im Bundesstaat Jharkhand erste Gesundheitskarten an Versicherte aus.

SDA
Merken
Drucken
Teilen
Frauen in einem Spital im indischen Bundesstaat Chhattisgarh. ((Themenbild: AP (Bilaspur, 11. November 2014))

Frauen in einem Spital im indischen Bundesstaat Chhattisgarh. ((Themenbild: AP (Bilaspur, 11. November 2014))

Die neue Sozialleistung für eine halbe Milliarde Inder sei «ein grosser Schritt nach vorn auf dem Weg zu einer hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitsversorgung für die Armen Indiens», sagte Modi, nach dem das Programm «Modicare» benannt ist.

In die Versicherung sollen nach Angaben der Regierung insgesamt bis zu 500 Millionen Inder aufgenommen werden. Es übernimmt Kosten von bis zu 500'000 Rupien (knapp 6630 Franken) zur Behandlung schwerer Krankheiten. Die Regierung rechnet mit jährlichen Kosten von umgerechnet 1,6 Milliarden Franken, die von der Zentralregierung und den Bundesstaaten getragen werden sollen.

Katastrophale Gesundheitsversorgung

In Indien gilt die öffentliche Gesundheitsversorgung weithin als katastrophal, es mangelt an Ärzten und Spitälern. Die meisten Inder, die es sich leisten können, lassen sich daher in Privatkliniken behandeln.

Für die ärmsten Bevölkerungsschichten sind solche Behandlungen aber nicht erschwinglich. Nach Schätzungen der Regierung geben indische Familien durchschnittlich mehr als 60 Prozent ihrer Ausgaben für Medikamente und Gesundheitsversorgung aus.

Experten haben den Aufbau der staatlichen Krankenversicherung daher begrüsst. Sie kritisieren aber, dass sie keine medizinische Basisversorgung, sondern nur die Behandlung schwerer und langwieriger Krankheiten abdeckt.